Tag 28 – 31.07.2016

Heute geht es weiter und ich muss meinen super schönen See verlassen. Kurz vor der Abfahrt komme ich noch mit einem rumänischen Angler ins Gespräch, der mir anbietet, dass ich mich zu ihm und seinen Kollegen setzen darf. Leider muss ich meinen Bruder vom Flughafen abholen und habe wenig Zeit… Ein kurzes Gespräch darf es dann aber trotzdem noch sein. Am Bahnhof angekommen bin ich erstmal verwirrt, da ich auf den Parkplatz, der für die „Arrivals“ ist nicht drauf komme, weil da eine Höhenbeschränkung ist… Deshalb fahr ich dann auf den anderen Parkplatz, auf dem ich auch schon vorgestern war und laufe dann durch das ganze Flughafengelände um meinen Bruder Sebastian abzuholen. Pünktlich kommt er dann auch an und spaziert als erster durch die Schiebetüren, weil er nur Handgepäck dabei hat, der kleine Schlingel. Und was macht er als erstes? Genau. Er beschwert sich. Er beschwert sich, dass es zu heiß ist, dass meine Klimaanlage nicht kalt genug macht, dass es mit Fenster auf zu laut ist, dass er meine Musik nicht mag und und und… Der guten Laune von uns beiden schadet das aber wenig und wir fahren laut singend (nur ich hihi) in Richtung Donaudelta. Dort wollen wir heute aber noch nicht ankommen sondern an dem Salzsee Lacul Sarat. Der hat ungefähr denselben Salzgehalt wie das Tote Meer. Das bedeutet, dass man nicht schwimmen muss und einfach von selbst auftreibt.Melone groß Aber vorher müssen wir uns stärken, kaufen und essen eine riesige Wassermelone, die wir aber nur halb schaffen. Danach wollen wir in den Salzsee hüpfen und ein bissle treiben, aber wir haben schon halb acht und als wir dort ankommen sehen wir, dass das Gelände um acht Uhr schon zu macht und entschließen uns dazu morgen rein zu gehen. Da ist es vielleicht auch etwas leerer als heute, weil heute ja Sonntag ist.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass mein Bruder jetzt hier ist und ich ihn wiedersehe. Auch wenn er manchmal ziemlich (!!) nervig sein kann habe ich ihn im Grunde doch lieb. Außerdem bin ich dann nicht so alleine, wie die ersten Wochen. Er hat entschlossen, dass er auch erstmal nur ein Video von unterwegs macht und es auf seinem Youtube-Kanal hoch lädt. Da bin ich echt mal gespannt, ob das was wird und wenn ja, was dann dabei raus kommt. Wird bestimmt was Gutes.

Seit wir hier auf dem Campingplatz angekommen sind haben uns schon drei Leute angesprochen, die alle verschiedenes wollten. Von „Fahrzeug ist cool“ bis „Sicher, dass ihr in der Sonne  parken wollt?“. Leider wieder alles nur auf Rumänisch und mit Händen und Füßen. Komischerweise klappt die Verständigung dann immer doch irgendwie, zwar nicht perfekt, aber im Endeffekt wissen dann doch alle Beteiligten, was gemeint ist. Das ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Man fühlt sich dann aber doch etwas hilflos und aufgeschmissen, weil man ja mit der anderen Person reden und sie verstehen möchte… Aber das gehört ja mit zum Abenteuer.

Lacul Sarat 31-07.2016

Tag 27 – 30.07.2016

Heute mache ich mir einen entspannten und ruhigen Tag. Ich schaue Filme, ordne Tracks und Wegpunkte, schau wo ich morgen mit meinem Bruder hin kann, esse was, schneide das nächste Video weiter und beobachte die streunende Hunde draußen, die sich manchmal in den Schatten von meinem Auto legen. Alles in allem geht der Tag so echt schnell vorbei und ich freu mich jetzt darauf meinen Bruder morgen am Flughafen abzuholen. Mit ihm geht’s ja dann Richtung Meer, was bei den Temperaturen hier echt gut tun wird.A n diesem kleinen See ist doch mehr Verkehr, als ich dachte und es fahren andauernd Autos hin und her. Liegt vielleicht daran, dass Samstag und gutes Wetter ist. 

Tag 26 – 29.07.2016

Heute stehe ich nach einer kurzen Nacht ohne Frühstück auf, mach mich fertig und fahre los. Ich weiß leider immer noch nicht, wem ich einen Ziegelstein an den Kopf werfen darf für diese Straßenführungen, die mich kreuz und quer mit komischen Hinweisschildern und auf der Schnellstraße teilweise mit links abbiegen raus aus Bukarest bringen. Keine 30 Kilometer vom Stadtcamping entfernt finde ich einen Stellplatz am See, der zwar nah an der Landstraße, aber doch recht idyllisch gelegen ist. Hier versuche ich den restlichen Tag lang bei den viel zu hohen Plusgraden nicht zu verbrennen und genieße es einfach mal etwas „Freizeit“ zu haben von meinem „Job“, dem Reisen. Klar ist das kein Job wie man sich einen Job vorstellt, aber man hat, wenn man so wie Rosi und ich die letzten Tage jeden Tag was neues sehen und weiter fahren möchte, doch rund um die Uhr und immer viel zu viel zu tun, weil alles irgendwie interessant ist. Gefühlt wird man dann entweder nicht fertig mit allem, was man machen wollte oder man geht halt erst spät, aber glücklich ins Bett. Vor allem wenn man noch Blogbeiträge schreiben und Videos schneiden möchte, die relativ viel Zeit in Anspruch nehmen. Das alles macht mir unglaublich viel Spaß und ich finde es mega interessant alleine zu sehen, was man selbst schaffen kann und ich merke auch, wie ich mittlerweile schon mit Problemen anders umgehe als vor meiner Abfahrt. Am See ist noch ein Mann, der eine Ziegenherde hütet und das Geld nimmt, dafür dass ich hier übernachten darf. Er erzählt mir später dann noch was, aber ich weiß nicht was, weil ich kein Rumänisch und er nur die Sprache spricht…

Immer wenn ich Zeit für mich alleine habe, nutze ich diese meistens um Nachzudenken über Sachen, die mir manchmal tagelang nicht aus dem Kopf gehen… Zum Beispiel auch die schlichte Ungleichheit der Welt. Man muss nur einmal durch ein rumänisches und ein deutsches Dorf fahren und die ersten Eindrücke, die man selbst dort hat, auf einen Zettel nebeneinander schreiben und dann mal anschauen… Bei einem rumänischen Ort wären die ersten Eindrücke, die man als Tourist hat: „Links oder rechts durchs Schlagloch?“, „Kann ich den Eselkarren überholen, ohne dass mich der Transitverkehr in der Gegenrichtung, der Tag und Nacht durch kleine Dörfer braust mich, wie manche Straßenhunde, einfach überfährt?“, „Steht das Gebäude da drüben leer oder wohnt da noch jemand?“, „Ich würd ja jemand nach dem Weg fragen, aber die verstehen mich hier alle nicht.“ „Oh guck mal ein Oldtimer – oh ne der ist überall verrostet, der wird benutzt nicht geliebt.“ Und in Deutschland sind so die ersten Eindrücke dann: „Och man, manchmal habe ich hier kein LTE…“. Das bringt einen schon ins Grübeln. Auch dass hier die Arbeitszeit anscheinend gar nichts kostet. Als ich Rosi zum Flughafen gebracht habe und dann die Parkplatzgebühr von 3 Lei (ca 70 Cent) an einem bemannten Kassenhäuschen bezahlen musste um halb fünf morgens, da dachte ich mir, dass die Kassiererin ja nicht wirklich viel verdienen kann und dann halt auch mit dem Wenigen leben muss… So gibt es in Bukarest Tickets für den Nahverkehr auch nur an bemannten Kassenhäuschen und wenn man Baustellen auf der Fahrt sieht, merkt man auch, dass dort lieber mehr Mann als mehr Maschinen eingestellt werden. Zum Beispiel gab es bei der letzten Baustelle vor Bukarest zwei Leute, deren Aufgabe es war Ampel zu spielen und nach eigenem Ermessen so eine grün-rote Kelle umgedreht haben… Ich frag mich dann wovon die Leute leben, die hier an der Straße sitzen und selbst gemachten Sirup, Honig oder Obst verkaufen… Die möchte ich auf jeden Fall in Zukunft mehr unterstützen und soweit es geht meinen Einkauf an solchen Straßenständen erledigen und nicht in irgendwelchen Supermarktketten.

29-07-2016 See Bukarestnah

Night special – 29.07.2016:

Rosi muss heute weg. Das war von vorne herein klar und es war auch klar, dass es nicht gerade einfach wird um halb vier aufzustehen. Als aber dann wirklich mitten in der Nacht nach wenigen Stunden Schlaf der Wecker klingelt sagen wir etwa dreimal „Komm wir stehen jetzt auf“ und bleiben liegen… Schlussendlich raffen wir uns dann aber doch auf, um zum Flughafen zu fahren. Rosi muss ja schließlich ihren Flieger bekommen. Die Fahrt dorthin ist eigentlich ziemlich entspannt, weil um vier Uhr nachts nicht so viele Autos unterwegs sind. Leider hat, wie immer in solchen Situationen mein Navi kein GPS Empfang und wir müssen nach den Schildern fahren, die verwirrend platziert wurden. Aber wir finden den Flughafen dann doch. Ich lasse Rosi vor dem Check-in raus und suche mir dann einen Parkplatz, um ihr nochmal richtig Tschüss zu sagen. Und so geht sie schneller als erwartet. Sehen werde ich sie erst in einem Jahr wieder, weil sie ja ein Auslandsjahr in Chile macht (ihr Blog: http://www.travelrose.jimdo.com/ ).

Zurück auf dem Campingplatz mit dem Nachtwächter, der zwar kein Wort Englisch versteht, mich aber trotzdem wieder rein lässt habe ich richtig Hunger und esse erstmal das ganze Müsli leer, was ich noch hatte. Dann konnte ich nicht schlafen, weil es schon langsam hell draußen wurde und ich bin noch etwas am Handy bis ich dann schlussendlich doch nochmal für zwei Stunden einschlafe. Anstrengende Nacht. Jetzt bin ich wieder alleine und darf meine Einsamkeit etwas genießen, bis ich meinen Bruder in drei Tagen am selben Flughafen abholen werde.

Night Special Bukarest Otopeni 29-07-16

Tag 25 – 28.07.2016

Heute werden wir wieder zu früh von der Hitze geweckt und dann geht es mit mal wieder nur ein paar Stunden Schlaf und nach einem verpeilt/verschlafenen Morgen und Frühstück, was für mich nur aus den gestern gekauften Gebäckringen bestand und für Rosi nur der leere Blick auf den Boden war, los in Richtung Bukarest. Die rumänischen Landstraßen brauchen mal wieder mehr Zuneigung als die deutschen und wir sehen sogar auf der Fahrt einen LKW, der gute 20 Meter Leitplanke niedergewalzt hat bei seinem Unfall auf der Autobahn. Nach ein bissle Stau kommen wir dann doch in Bukarest auf dem Campingplatz an, auf dem wir erst einmal unfreundlich empfangen werden von dem Rezeptionist auch noch doof angeschnauzt, weil wir keine Reservierung haben, die man hier anscheinend vorher beantragen muss… Dann klappt es aber trotzdem, dass wir auf dem Platz stehen können und wir fahren mit dem Bus nach Bukarest rein. Die Busfahrt ist nochmal ein Abenteuer an sich ist, weil an der Bushaltestelle nicht mal sowas wie ein Fahrplan hängt oder man weiß, welcher Bus hier überhaupt hält. Also steigen wir in den ersten Bus, der in die Richtung fährt, in die wir das Stadtzentrum vermuten und haben noch kein Ticket, weil man die Tickets hier auch nicht beim Fahrer kaufen kann. Das erzählen wir auch dem Kontrolleur, der vorbei kommt und anscheinend reicht ihm das als „Ausrede“. Wir konnten ja bis jetzt kein Ticket kaufen. Die Innenstadt von Bukarest ist nicht so, wie man sich die Innenstadt einer Hauptstadt vorstellt. Wir hätten viel mehr touristische Einrichtungen erwartet und sehen auf unserem Spaziergang durch die Stadt mehr Sexshops als Souvenirläden… Außerdem verläuft mitten durch die IBukarest Innenstadtnnenstadt eine große, dreispurige Straße, die nicht gerade zur Übersichtlichkeit beiträgt. Wir warten auf den Sightseeing Bus und fahren eine komplette Runde, die aus 14 Sehenswürdigkeiten bestehen soll, wovon wir aber nicht alle immer als Sehenswürdigkeit erkennen können. Außerdem hat es momentan 33 Grad Celsius und wir, noch müde von den letzten Tagen mit zu wenig Schlaf, wünschen uns nur eine kalte Dusche, Wasser und ein Bett. Das Wasser ist schnell besorgt, als wir wieder zurück bei unserem Einstiegspunkt sind und wir trinken fast 3,5 Liter auf der Stelle und somit ist zumindest ein Wunsch in Erfüllung gegangen. Um noch die anderen zwei Wünsche zu erfüllen machen wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz. Nach einer zu langen Busfahrt in einem nichtklimatisierten Bus mit vielen Leuten kommen wir dann auch dort an und erfüllen uns den zweiten Wunsch, die kalte Dusche.
Es ist echt ziemlich krass, wie sich Budapest und Bukarest voneinander unterscheiden. Selbst wenn der Name ziemlich ähnlich klingt. In Budapest waren viel mehr Touristen und so Verkaufsstände, die Innenstadt war nur für Fußgänger und es war nicht so chaotisch wie in Bukarest. Alleine vom ersten Eindruck scheint uns Budapest um einiges sympathischer.
Morgen früh/Nacht um halb vier darf ich Rosi an den Flughafen bringen, weil sie mich leider schon wieder verlässt. Hoffentlich klappt das alles so, wie wir es uns vorstellen und hoffentlich hängen wir nicht auf dem Campingplatz fest oder finden den Flughafen nicht…Präsidentenpalast Bukarest

Tag 24 – 27.07.2016

Eigentlich bin ich noch sehr müde, aber wache trotzdem schon um halb neun auf und kann nicht mehr einschlafen vor Neugier, wie es draußen jetzt aussieht ohne Regen. Also schaue ich aus dem Fenster. Dem Dachfenster. Das, was ich dann dort sehe verschlägt mir fast den Atem… Man kann zwanzig Mal so weit gucken wie gestern Abend und man erkennt alle Details der Landschaft, die gestern von der Dämmerung verschluckt wurden. Bis ich das Ganze in mich aufgesogen habe dauert es ein paar kalte Minuten, die ich auf dem Dach sitzend im Schlafanzug verbringe. Dann heißt es aber wieder für mich Abschied nehmen und ran an das Videoschnittprogramm mit dem ich meine nächsten zwei Stunden verbringe, aber immer wieder aus dem Fenster schauen muss. Rosi geht in der Zwischenzeit wandern. Leider müssen wir dann auch unseren wunderschönen Stellplatz verlassen, aber haben ja noch die Passstraße vor uns. Die serpentinenreiche Straße ist in kaum spürbar besseren Zustand als die restlichen Landstraßen in Rumänien, weshalb wir öfter am Straßenrand anhalten, damit ich auch mal den Ausblick genießen darf. Rauf und runter geht’s fast komplett im zweiten Gang bis es wieder etwas ebener wird. Hügelig bleibt es allerdings bis zur Burg Poenari, von der aus der berühmt berüchtigte Graf Dracula regiert hat. Diese kleine Festung, die gerade mal Platz für 25-30 Soldaten bot war eine der wichtigsten Festungen ganz Rumäniens im 15. Jahrhundert. Nach der Bewältigung der Treppe mit 1480 Stufen nach oben (Das Empire State Building hat 1576), bei der der Deutsche TÜV bestimmt seine Freude hätte erreichen wir die Festung und werden begrüßt von zwei Leichen (natürlich Puppen), die vor der Festung auf zwei Holzpfählen aufgespießt wurden. Das steht auch überall auf den Schildern, dass Vlad II. (Graf Dracula) für seine Grausamkeit bekannt war und er wirklich Leichen von untreuen Gefolgsleuten und Feinden vor den Stadttoren oft auch monatelang auf gehangen hat… Außerdem ging das Gerücht um, dass er das Blut seiner Feinde manchmal getrunken haben soll und noch dazu kommt seine Vorliebe fürs Pfählen, die er während seiner Gefangenschaft in der Türkei entwickelte… Kein Wunder, dass darum dann so eine Mythenwelt gesponnen wurde… Burg Poenari

Von der Festung an sich sehen wir nur noch Mauern, die die Größe des Gebäudes nur erahnen lassen. Aber diese Festung ist nicht so von Touristen überlaufen, wie Schloss Bran, was ja als „Schloss Dracula“ verkauft wird, obwohl Vlad II Draculea nur ein paar Nächte wenn überhaupt dort verbracht hat. Was aber dann touristisch riesig aufgezogen wurde, obwohl er ja die meiste Zeit auf Burg Poenari (Da wo wir waren) verbracht hat. Dort hat er nicht nur geherrscht und gelebt, sondern war auch zeitweise dort im Gefängnis, weil seine politische Karriere und Beliebtheit irgendwie am besten mit einer Achterbahnfahrt zu vergleichen ist.

Auf dem Rückweg kaufen wir dann noch einen leckeren geräucherten Käse und so irgendwelche knackigen Ringe, die salzig schmecken und fahren dann weiter zum Campingplatz. Dabei machen wir dieselbe Beobachtung, die ich schon mit meinen Eltern gemacht habe, als ich mit ihnen in Rumänien war: Auf der Bank sitzen und den Straßenverkehr zu beobachten ist hier nicht nur ein weit verbreitetes Hobby und landesweit etabliert, sondern auch ein Spaß für die ganze Familie. Wir sehen Leute jeden Alters, ja sogar auch Jugendliche und Kinder, die einfach nur da sitzen und auf die Straße schauen…

Ich wollte heute mal wieder früher ins Bett, weil mich die letzten Tage echt fertig gemacht haben und wir immer spät im Bett waren, aber dann kam mein Video dazwischen, was ich fertig geschnitten habe, bevor ich diesen Beitrag hier schreibe… Bei uns ist es jetzt schon viertel nach eins… So viel zu früh… Man hat auf Reisen einfach zu viel zu tun um Ausschlafen oder früh ins Bett zu kommen.

Burg Poenari ich

Tag 23 – 26.07.2016

Wir stehen auf, frühstücken, Baden und haben immer noch keine Ahnung, was wir heute eigentlich machen wollen. Nebenbei erwähnt war es auch schon halb zwölf… Allerdings steht der Tagesplan schnell fest: Sibiu (Hermannstadt) und dann zum Transfagarasan-Pass. Gesagt getan. Keine halbe Stunde später trotz Wasser einfüllen und aufräumen geht es dann los in Richtung Sibiu oder Hermannstadt. Man merkt es alleine daran, dass die Städte einen rumänischen und einen deutschen Namen haben, dass wir uns in Siebenbürgen befinden. Das hat auch noch zur positiven Folge, dass viele Leute Deutsch sprechen. Bis wir auf dem bewachten Parkplatz in der Innenstadt in Sibiu ankommen, müssen wir noch durch die halbe Stadt durch fahren, was leider etwas chaotisch und durcheinander ist. Dann geht es aber für uns durch die Stadt und wir können nochmal Geld holen, was auch nötig war, weil die getauschten 30 Euro bei Carmen gestern mittlerweile für die Bärenhöhle, Kürtöskalacs, den Campingplatz und Kanu mieten drauf gegangen sind. Eigentlich sind wir mit diesen 30 Euro recht weit gekommen. Aber gut jetzt haben wir wieder Geld und kaufen uns erstmal ein leckeres Eis auf der Straße. Dann schauen wir uns die Innenstadt von Sibiu an und erklimmen den Kirchturm der evangelischen Kirche mit buntem Dach. Der Weg hinauf ist allerdings ziemlich interessant, weil man auf Stufen läuft, die frei schwebend im Turm aufgehängt wurden und aus Holz, teilweise gebrochen und glatt sind. Höhenangst sollte man hier also nicht haben. Dafür belohnt uns die Aussicht, die wir aus den kleinen Fenstern in alle Richtungen auf Sibiu haben. Sibiu 26-07-16

Wieder unten kaufen wir uns so Dinger zu essen. Eine Art Teigtasche, die frittiert und mit Käse gefüllt ist. Den Namen davon weiß ich leider nicht. Dafür weiß ich, dass ich so ein Teil noch häufiger kaufen werde, weil es einfach nur genial schmeckt. Danach finden wir sogar noch einen kleinen Laden, der Sim Karten verkauft und nehmen eine mit. Mittlerweile ist es schon sieben Uhr und wir brechen wieder auf in Richtung Pass, der noch circa 70 Kilometer entfernt ist. Bevor wir dann auf die Passstraße abbiegen tanken wir noch einmal, weil das auf den nächsten Kilometern laut Reiseführer nicht mehr möglich sein wird. Dann fahren wir schon die ersten Kilometer in die Berge und stellen uns auf einen Parkplatz neben der Straße mit einer wunderschönen Aussicht. Leider hat es unterwegs die ganze Zeit geregnet und demnach sind auch überall Wolken und die Sicht ist nicht so klar, wie wir gerne hätten… Wir laufen aber noch auf die andere Seite des kleinen Gebirgsflusses, der anscheinend die ganze Schlucht geformt hat und übrigens sehr kalt ist und schauen uns von dort nochmal die grandiose Aussicht an, die leider auch von hier diesig ist, wer hätte es gedacht. Als es dann dunkel wird, versuchen wir uns noch an schönen Berge-mit-Stadt-und-Sternenhimmel Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten. Wieso nur versuchen? Wie gesagt es ist bewölkt und man sieht nur eine Hand voll Sterne und die Bilder werden dann nur halb so cool wie erwartet… Naja vielleicht haben wir ja morgen Glück und die Sonne sagt mal Hallo.

Transfagarasanpass 26-007-16

 

Tag 22 – 25.07.2016

Die Straßen, die am Kloster vorbei führen sind relativ laut und so wachen wir auch relativ früh auf… Dann machen wir uns wieder auf den Weg. Weiter auf den schlechten ja eigentlich schon schrecklichen Straßen in Richtung Bärenhöhle, die nur 30 km entfernt ist. Nach etwa einer dreiviertel Stunde sind wir dann auch da und zahlen den kostenpflichtigen Parkplatz mit Euro, da wir noch keine Lei besitzen. Der Eingang der Höhle liegt ein gutes Stück oberhalb des Parkplatzes an einem Berg, wohin man ziemlich viele (zu viele bei der Hitze) Stufen hinauf laufen muss. Oben angekommen erfahren wir, dass wir nicht mit Euro bezahlen können, bekommen aber auf Nachfrage die Auskunft, dass wir bei Carmen Geld wechseln können. Also wieder runter, nach Carmen fragen, dreimal weiter geschickt werden und schon haben wir ein paar Lei, um in die Höhle zu kommen. Die Höhle an sich ist ein bissle düster und ziemlich kalt (9°), aber echt beeindruckend. Von der Decke hängen meterlange Stalagtiten herab, die immer weiter zu den Stalagmiten auf dem Boden wachsen. Teilweise ist der „Raum“ der einzelnen Höhlenabschnitte auch mehrere Meter hoch und übersäht von Kunstwerken der Natur. In dieser Höhle, in der wir herum spazieren haben früher Höhlenbären und Höhlenlöwen gewohnt. Ein etwas seltsamer Gedanke.

Vor allem wird uns das bewusst, als wir das fast vollständig erhaltene Skelett eines Höhlenbären sehen, was das Highlight der Führung ist. Ja es ist eine Führung, aber leider nur auf Rumänisch. Also verstehen wir kein Wort, aber die Höhle ist trotzdem interessant und ich finde es hat sich gelohnt nochmal Geld bei Carmen zu wechseln. Nach der Führung kaufen wir noch Kürtöskalacs. Das ist ein rumänisches Gebäck, das aus einem Teig besteht, der auf eine Holzrolle gewickelt wird, dann über dem Feuer drehend gebacken und zum Schluss in Zucker, Kokosnussraspeln oder ähnlichem gerollt wird. Jeder, der schon mal in Rumänien war, weiß höchstwahrscheinlich was ich meine, wenn ich sage dass diese Dinger einfach nur genial schmecken. Süß und nicht zu süß mit dem Teig, der auch etwas satt macht. Das werde ich auf jeden Fall noch öfter essen. Gut also zurück am Auto und gestärkt gehe ich noch schnell mein Video über Budapest beim Eingang der Höhle hochladen, weil da besseres Internet ist als je zuvor auf meiner Reise. Dann geht es weiter zum Cincis See, der „nur“ 160 km entfernt ist und den wir nach „nur“ vier Stunden Fahrt erreichen. Während der Fahrt sehen wir noch einen kleinen Jungen, der eine Herde Kühe hütet. Das ist schon eine neue Erfahrung. Am See angekommen geht es dann für uns auf eine kleine Kanutour, nach der wir uns auch schon wieder nach dem Essen schlafen legen, weil es wieder einmal spät geworden ist… Außerdem fängt es Abends noch an zu donnern und zu blitzen. Mal sehen ob ein Gewitter noch Hallo sagt in der Nacht oder nicht.

Tag 21 – 24.07.2016

Heute schlafen wir ziemlich lange, weil wir beide müde von Budapest sind. Dann, nach dem Frühstück, schneide ich mein Video fertig und Rosi schreibt Beiträge für ihren Blog (www.travelrose.jimdo.com). Das ganze nimmt mehr Zeit in Anspruch, als wir dachten und so sind wir ungefähr beide gleichzeitig gegen vier Uhr fertig. Mein Video versuche ich hochzuladen, aber das dauert mit dem Campingplatz WLAN Ewigkeiten, sonst wäre es schon online. Es kommt bei der nächsten Möglichkeit. Danach gehen wir noch los, die Gegend zu erkunden und entdecken ein richtig geniales Freizeitgelände mit Kletterpark, Volleyball Anlagen, riesigen Schaukeln, Kiosk, Strand und Plätze für eine Sportart, die wir noch nie gesehen haben. Dabei müssen zwei Mannschaften einen Ball über eine Stange in der Mitte bekommen, aber der darf nur einmal den Boden berühren und das ganze ist nur mit dem Fuß erlaubt. Also so eine Mischung aus Tischtennis und Fußball. Das ganze Gelände liegt an dem Fluss Marós, worin man sogar baden kann, aber nur in einem ganz kleinen abgesteckten Bereich, da der Fluss ziemlich viel Strömung hat. Nachdem wir wieder am Auto zurück sind essen wir noch Wassermelone und Müsli und fahren dann los nach Rumänien. Kurz vor der Grenze ist die Autobahn wie leer gefegt. Der Grenzübergang an sich dauert länger, als wir erwartet hätten, weil wir Grenzkontrollen mit doch ziemlich langen Schlangen vorfinden. Nach einem kurzen Blick auf Reisepass und in die Kabine, geht es dann weiter. Aber halt. Nur 50 Meter, denn wir brauchen noch eine Vignette. Natürlich ist vor dem Vignettenverkaufsstand wieder eine ziemlich lange Schlange, weil die Verkäuferin, die die Fahrzeuge für die elektronische Maut registriert gefühlt auf fünf ausgedruckte Blätter 30 Stempel machen muss bei jedem… Der ganze Spaß kostet dann 7 Euro für 30 Tage. Das ist echt günstig im Vergleich zu Tschechien, der Slowakei oder Ungarn.

Die Grenze lassen wir dann also hinter uns und fahren weiter in Richtung Oradea, in deren Nähe wir auf einem Campingplatz übernachten wollen. Die Straßen werden aber leider sehr schnell sehr schlecht und so fahren wir auf Landstraßen, die zwar geteert sind, aber noch schlechter zu befahren sind, als es eine gute Schotterstraße wäre. Grund sind plötzlich vor das Auto springende Schlaglöcher, Bahnübergänge, bei denen man im ersten Gang drüber muss, Baustellen mit Kanten, die in die Straße gefräst worden sind, worüber man auch fahren muss und permanente Bodenwellen und Spurrillen. Als wir dann endlich am Campingplatz ankommen ist es schon kurz vor ein Uhr Ortszeit, da wir ja unterwegs auch noch ne Stunde verloren haben wegen der Zeitumstellung. Der Campingplatz ist im Hinterhof von einem Haus und mit einem Tor verschlossen. Dann wird uns klar, dass das vielleicht eine längere Nacht wird, als wir eigentlich wollten… Aber kaum zurück auf der Straße finden wir einen öffentlichen Parkplatz an einem Kloster, wo noch viel Platz ist und stellen uns einfach dort hin. Wir sind echt schon lange genug gefahren. Und deshalb fallen wir auch gleich müde ins Bett, nachdem ich Rosi versichert habe, dass uns niemand klaut, wenn wir frei stehen, da sie sich etwas unsicher fühlte. Der Tag heute war also abwechslungsreicher als gedacht… Aber nichts desto trotz fahren wir morgen an eine Bärenhöhle, die wir anschauen werden. Rosis erster Eindruck von Rumänien ist nicht gerade so toll, weil sie  die Friedhöfe, die wir unterwegs gesehen haben sehr gruselig fand und sie auch ein Pferd aus Holz, was plötzlich am Straßenrand zu sehen war ziemlich erschreckt hat und sie sich nicht sicher ist, ob uns heute Nacht ein Vampir besuchen kommt. Ich glaube dieser Eindruck wird sich noch im Laufe der nächsten Tage ändern, da wir dann im Hellen unterwegs sind. Was mir jetzt auch klar ist ist, dass wir in Rumänien auf den Landstraßen mehr Zeit einplanen sollten, als wir es normalerweise tun würden. Aber ankommen werden wir trotzdem und das ist ja das Wichtigste.

Tag 20 – 23.07.2016

Heute wachen wir leider schon um halb neun auf, da es einfach zu warm wird im Fahrzeug mit der Sonne, die die ganze Zeit runterbrezelt wie noch was. Gemeldet für Budapest heute sind 33 Grad Celsius. Das ist echt warm… Aber wir gehen trotzdem nochmal kurz in die Stadt und bummeln noch in die andere Richtung wie gestern. Rosi kauft sich noch ein Paar Schuhe, während ich noch ein paar Aufnahmen in der Umgebung mache. Dann wieder zurück auf dem Campingplatz richten wir alles und fahren dann auch schnell los in Richtung Makó, unserem heuteigen Ziel. Dort angekommen hüpfen wir erst einmal in den campingplatzeigenen Pool und schauen uns, nachdem ich einen Lüfter wegen meinem Kühlschrankproblem eingebaut habe, die Stadt an. Wir finden überall Denkmäler vom ersten und zweiten Weltkrieg und auch ein schönes Thermalbad. Dann gehen wir noch in ein Restaurant, in dem es erstaunlich günstiges Essen gibt unsere letzten ForinStelze Pizza Makot ausgeben, weil es ja morgen nach Rumänien geht. Wohin genau steht noch in den Sternen (*hust* Reiseführer *hust*). Auf der Speisekarte im Restaurant stand auch bei einer Pizza als Belag „Stelze“. Was das genau bedeutet oder wie eine Pizza mit Stelzen aussieht weiß ich auch nicht. Danach geht es mit guter Laune zurück zum Auto und natürlich nochmal in den Pool, da die Temperatur immer noch „zu warm“ beträgt. Leider ist die Zeit, wie an jedem Tag auf Reisen heute wieder mal viel schnell vorbei und ich wünschte mir, wie so oft schon einen Tag mit 30 oder 35 Stunden. Dafür gibt es ja aber ein sogenanntes „Morgen“.

Mako Camping 23-07-16

Tag 19 – 22.07.2016

Der heutige Morgen bis Vormittag war nicht wirklich spannend. Ich habe den Rumänien-Reiseführer gelesen, aufgeschrieben, wo wir so die nächsten Tage hin können und habe Videos geschnitten. Dann aber um viertel vor vier gehe ich los um Rosi am Bahnhof abzuholen. Mit der Straßenbahn geht es auch relativ schnell bis an den Hauptbahnhof. Komisch fand ich, dass auf der großen Anzeigetafel, auf der alle ankommende Züge aufgelistet waren, erst eine Minute vor Ankunft des Zuges stand, auf welchem Gleis er einfährt. Das wird anscheinend spontaner entschieden als in Deutschland, wo schon Wochen vorher klar ist, auf welchem Gleis der Zug ankommt.

Nach einer kurzen Suche, weil echt viele Leute aus dem Zug ausgestiegen sind finde ich Rosi dann endlich und wir fahren zusammen zurück zum Campingplatz. Kaum angekommen geht es aber wieder los in Richtung Stadtzentrum mit der U-Bahn. Wir besuchen zu Fuß das Parlamentsgebäude, eine katholische Kirche, die Uferpromenade, die Kettenbrücke und die Freiheitsstatue ganz oben auf dem Gellertberg. Der Weg dort hinauf ist richtig steil, was in der Hitze (ca. 32 Grad) nicht gerade sehr viel Spaß macht. Dafür werden wir mit einer wundervollen Aussicht belohnt. Dann mache ich noch eine Zeitrafferaufnahme von dem immer dunkler werdenden Budapest sogar zwischendurch mit Feuerwerken von einem kleinen Boot, das auf der Donau entlang fährt. Die Aufnahme ist wirklich toll geworden, ohne mich jetzt selbst zu loben, aber leider sind immer mal wieder Touristen auf die wundervolle Idee gekommen, sich die Aussicht direkt vor meiner Kamera anzuschauen und deshalb sieht man ab und zu ein paar Leute aufblitzen im Video… Naja kann man nicht ändern. Wir freuen uns aber trotzdem über das im Dunkeln schön beleuchtete Budapest und laufen noch über eine andere Brücke und durch die Fashionstreet zur U-Bahn Station zurück. Müde und fertig von dem ganzen Laufen kommen wir dann so gegen zwölf Uhr dort an.

Ich freue mich echt, nicht mehr alleine zu sein. Es macht mir nichts aus alleine zu reisen, aber man sagt nicht umsonst: „Geteilte Freude ist doppelte Freude“.

Budapest 22-07-16

Tag 18 – 21.07.2016:

Heute wache ich an der Bauxitgrube wegen dem lauten Straßenverkehr ziemlich früh auf. Naja kommt halt davon wenn man sich einen Parkplatz an der Straße aussucht… Aber dann geht es 21-07-2016trotzdem für mich noch auf die andere Seite der Straße, weil da noch mehr Marslandschaft ist. Danach mache ich mich auf in Richtung Budapest Zentrum. Ob das eine gute Idee ist? Ich weiß es noch nicht. Dann die Fahrt durch kleine Sträßchen, diese Art von Sträßchen, auf denen man als erkennbarer Tourist (Mit Wohnmobil und ausländischem Kennzeichen) von allen nur doof angeguckt wird. Aber das sind dann genau die Orte, die so sind, wie das Land wirklich ist und nicht für die Touristen hergerichtet ist. Wie in Sankt Petersburg zum Beispiel, wo das Zentrum und alles von Touristen angeschaute renoviert, saniert und erneuert wurde, eine Straße aber weiter in eine Richtung, die sich normalerweise keiner anschaut sind die Häuser alt und heruntergekommen. Die Dörfer auf dem Land sehen auch nicht gerade in guten Zustand aus meistens und man hat den Eindruck, dass die Leute dort am Existenzminimum leben. Solche Gedanken denkend, führt mich die Straße immer weiter und schließlich nach Budapest rein. Der Verkehr ist wie in jeder Großstadt viel und etwas chaotisch aber absolut nicht schlimm. Nichts im Vergleich zu Bozen, wo ich im Mai mit einer Freundin war. Auf jeden Fall ist der Campingplatz schnell gefunden. Der Platz ist rappelvoll, aber ich finde noch eine Lücke. Dann gehe ich noch einkaufen, in einem Einkaufszentrum, in dem man sich echt verlaufen kann und kaum zurück ist es auch schon Abend. Als ich gerade dabei bin, eine Zeitrafferaufnahme vom Campingplatz mit den Sternen zu machen, höre ich ein lautes Poltern, als sei die Kamera, die ich aufs Dach gestellt hab auf die Motorhaube gefallen oder sowas… Natürlich schaue ich direkt nach aber die Kamera steht noch. Auf der Motorhaube sieht man auch nichts. Komisches Geräusch. Naja morgen werde ich auf jeden Fall Budapest anschauen und eine Freundin (Rosi, mit der ich auch in Südtirol war) vom Bahnhof abholen, weil sie mich die nächste Woche über begleiten wird.

Budapest Camping

 

Tag 17 – 20.07.2016

Heut geht’s nach dem Frühstück erstmal nochmal an den Plattensee. Aber weil es da sehr voll ist und ich in den letzten Tagen schon öfter baden war fahre ich dann relativ bald weiter. Auf der Fahrt zu meinem eigentlichen Ziel finde ich dann zufällig eine Bauxitgrube, die aus komplett rotem Sand und Gestein besteht. Bauxit ist der Rohstoff, den man für die Aluminiumproduktion braucht. Die schaue ich mir natürlich an und entschließe mich auf dem Parkplatz davon zu übernachten. Die Grube ist echt interessant, da die ganze Landschaft rot ist und es fast schon so aussieht, als sei man auf einem anderen Planeten. Morgen werde ich mir noch den Lehrpfad auf der anderen Straßenseite erkunden, bevor es dann nach Budapest weiter geht.

Auf jeden Fall gewöhne ich mich schneller an das Reisen und vor allem an das alleine Reisen, als ich gedacht habe. Es ist jetzt eigentlich schon Alltag für mich geworden. Ein anderer Alltag und ein spannenderer Alltag aber trotzdem schon gewohnt. Ich meine damit nicht, dass es mir langweilig ist oder dass es eintönig wird ganz im Gegenteil ich freue mich jeden Tag aufs Neue etwas zu unternehmen. Wobei die meisten Sachen immer länger dauern, als ich mir vorher so denke… Aber ich lerne jeden Tag dazu und weiß jetzt zum Beispiel auch, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen und vor allem Überholverbote in Ungarn gerne mal ignoriert werden und wenn man sich dran hält man von allen überholt wird. Das beste Beispiel dafür war, als ich bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Km/h und Überholverbot wegen einer Baustelle mit 55Km/h noch von einem LKW überholt wurde. Naja das ist eben auch Teil des Abenteuers.

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