Tag 153 – 30.11.2016 – erste Ätna-Sichtung

Baden. Dazu entschließen wir uns heute am Morgen. Die großen, blauen Wellen sehen traumhaft schön aus vor den leider noch schwarzen Wolken. Dass die Brandung aber nicht gerade so vorteilhaft ist zum Baden muss ich nicht noch extra erwähnen oder? Mir machen die Wellen auf jeden Fall extrem viel Spaß und meiner Mama auch, aber sie wird einmal fast weggespült… Passiert ist nichts, außer, dass ihre Haare, die sie eigentlich trocken hat lassen wollen nass werden und das ist noch auszuhalten. Schlimmer ist da dann schon der Wind, der uns richtig kalt weht, als wir raus gehen bis zum Nävle.  2016-11-30-meer

Anschließend geht es für uns zu einer Kirche bei Tyndari auf dem Berg, wovon wir einen traumhaften Blick auf die Küste und eine Sandzunge haben. 2016-11-30-mama-aussichtVon hier oben sehen die Wellen eher klein und goldig aus. Alles Ansichtssache. Im Inneren der Kirche befindet sich, neben den ganzen Kunstwerken an den Wänden und der Decke, die Hauptattrakion: die Statue der „Schwarzen Madonna“. Von dieser Statue sagt man, dass früher ein Schiff, was diese Statue geladen hatte, vor der Küste auf Grund gelaufen ist und erst wieder weiterfahren konnte, als diese Statue abgeladen wurde. Deshalb ist sie dann hier geblieben. Sehr interessant und die Kirche ist, religiös hin oder her einfach beeindruckend.2016-11-30-kirche2016-11-30-kirche-innen2016-11-30-schwarze-madonna

Auf dem Rückweg gönnen wir uns dann noch eine kleine Tüte gebrannte Mandeln, die wir dann bis zum Nävle fast schon aufgegessen haben. Jetzt heißt es für uns: Ätna. Beziehungsweise steht erstmal die kurvige Bergstraße bis dorthin auf dem Programm. Während der Fahrt haben wir schon wunderschöne Aussichten, weil irgendwann die weißen Berggipfel des Ätna-Massivs vor uns auftauchen. 2016-11-30-aetna12016-11-30-aetna2Als wir dann noch durch einen schneebedeckten Wald fahren ist endgültig der Winter bei uns angekommen. Über Nacht stehen wir dann auf einem Parkplatz mit Blick auf den Ätna und zwischen erkalteter Lava. Erst hatten wir einen geraden Platz auf dem Parkplatz ausgesucht, aber uns dann doch umentschieden und zwar für die bessere Position zum Wind, der nämlich kräftig und eisig die Berge runter pfeift. Also ist es dann doch Zeit meine Heizung zum zweiten Mal auf meiner Reise anzuwerfen (Das erste Mal war auch auf einem Berg auf etwa 2200 Meter Höhe). Aber eigentlich wundert mich das nicht, weil wir hier auf 1800 Metern Höhe stehen und Ende November haben… Die Aussicht ist auf jeden Fall grandios und wir bleiben hier. Erstmal was essen, Wegpunkte und Tracks sortieren und beschriften dann noch schneiden und der Tag ist zu Ende. Morgen versuchen wir dann natürlich auf den Ätna bis ganz hoch (3000m) zu kommen mit Seilbahn und Jeep (einen davon haben wir schon heute hier vorbei fahren gesehen). Das wird wahrscheinlich eine ziemlich kalte Angelegenheit, wenn es hier schon -2 Grad Celsius hat mitten am Tag, aber trotzdem machen wir es natürlich. Die Kälte geht ja weg, aber unsere Erinnerungen bleiben.2016-11-30-aetna3

Tag 152 – 29.11.2016 – Froschkatze

Ein sehr windiger Morgen begrüßt uns heute in den Tag.  Deshalb ist die Brandung und die Gischt, die an den Felsen hochschlägt mehr als beeindruckend. Dann geht es für uns weiter in Richtung eines Klosters, das wunderschön in den Bergen liegt. Die Straße dorthin ist, wie es sich für eine Bergstraße halt gehört, sehr kurvig und teilweise auch steil. Das tut meiner Mama mit dem Kopfweh, das sie seit heute Morgen leider quält, nicht so wirklich gut und deshalb legt sie sich erstmal eine halbe Stunde hin sofort nachdem wir angekommen sind. Ich fülle dann noch den Wassertank auf (mit einem Wasserhahn, der zehn Minuten braucht, um die Gießkanne zu füllen…) und anschließend laufen wir zur Kirche und zum Museum. Das Museum ist leider zu, aber in die Kirche werfen wir einen interessierten Blick. 2016-11-29-kirche-innen 2016-11-29-kirche2016-11-29-motorWieder auf dem Platz vor der Kirche angekommen gesellt sich eine Katze zu uns, die zwar Geräusche wie ein Frosch macht, aber trotzdem eine Katze ist. Anscheinend ist ihr kalt, weil sie sich die ganze Zeit an meine Beine schmiegt. Kann ich verstehen hier oben in den Bergen… 2016-11-29-ich-katzeEigentlich wollten wir noch zu einem Observatorium laufen, das noch etwas höher liegt mit einer besseren Aussicht, aber die schwarzen Wolken halten uns dann doch davon ab. Wieder im Auto wollte ich gerade den Motor starten als Froschgeräusche von meinem Bremspedal kommen. Da war die Katze von vorhin einfach unbemerkt zwischen meine Füße geschlüpft, weil ich noch die Tür etwas aufstehen gelassen habe. Die dann raus zu bekommen war gar nicht so einfach… Hat ihr wirklich gefallen dort im Warmen bei uns…

Für uns geht es dann aber wieder bergab und über eine wunderschöne Küstenstraße, auf die sogar manchmal die Gischt spritzt, auf einen Parkplatz bei Capo d’Orlando.2016-11-29-kuestenstrasse Der ist aber direkt an der Straße und wir entschließen uns dazu, obwohl es schon dunkel ist, noch weiter zu fahren. Bei nächsten Platz ist dann ne Baustelle und alles abgesperrt… Und beim übernächsten steht eigentlich ein Parkverbot für Wohnmobile… Das ist uns dann aber angesichts des sehr großen Parkplatzangebots, der deutlichen Nachsaison und dem Fakt, dass mein Fahrzeug ja streng genommen (Laut Fahrzeugschein) gar kein Wohnmobil ist egal und so stehen wir jetzt hier direkt am Meer mit Meeresrauschen unter Palmen. Hier gibt’s dann auch endlich was zu essen (seit dem Frühstück hatte ich nur ein Stückchen Schokolade und meine Mama wollte noch nicht mal das) und anschließend sind wir nach einem Blick in den Reiseführer auch müde und gehen jetzt ins Bett. Ich freu mich auch echt schon darauf, wenn wir uns den Ätna anschauen werden irgendwann in den nächsten Tagen. Ist wahrscheinlich ein ganz normaler Berg, aber das weiß ich dann auch 😀 .2016-11-29-stellpaltz

Tag 151 – 28.11.2016 – Unerwartet, aber genial!

Wenn ich mehr schaffe und erreiche, als das, was ich eigentlich von dem Tag erwartet und gedacht habe, bin ich immer total glücklich. Meistens zwar auch müde, aber glücklich. Was ich heute alles erreicht habe? Wartet ab.

Als erster Programmpunkt für heute steht also nach etwas Autofahren der Zingaro Nationalpark. Der „Eingang“ dazu besteht aus einem Tunnel, der früher als Anfang einer Straße auf die Landzunge gedacht war.2016-11-28-tunnel 1980 kam es aber dann zu einer der ersten und größten Protestmärsche Siziliens für den Naturschutz und gegen die Straße, an dem etwa 3000 Leute teilgenommen haben. 2016-11-28-marschAlso wurde der Straßenbau gestoppt. Darüber sind wir heute froh, weil wir jetzt schön an der Küste und den Bergen entlang wandern können. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder schöne Strände und vor allem raschelt es alle paar hundert Meter links oder rechts. Das sind dann meistens Eidechsen. Hier sind auch echt viele Fächerpalmen am Berg und das Meer unten an der Küste ist extrem klar und blau. Darüber hinaus ist die Aussicht an der Küste entlang wunderschön und wir unterhalten uns die ganze Zeit gut während der Wanderung. Also schon mal ein mega  guter Programmpunkt. 2016-11-28-eidechse 2016-11-28-kueste-2 2016-11-28-kueste 2016-11-28-mama-bildSo und wieso haben wir jetzt mehr erreicht, als erwartet? Wir haben heute Morgen noch eine Entsorgungsstation gefunden, beim Wandern einen Mülleimer danach einen Supermarkt, ne Tankstelle und sogar noch Motoröl an einer Tankstelle, was ich auch brauchte. Also ja jetzt ist alles erledigt und wir hatten trotzdem einen schönen Tag. Weil wir ja die Tage noch zum Ätna wollen rollen wir noch ein paar Kilometer auf der Autobahn und erreichen dann einen schönen, aber leider ziemlich vermüllten Platz direkt an der Küste bei einem Turm.2016-11-28-stellplatz Abends gibt es dann das beste Essen, was ich seit langem hatte, weil ich mir selbst, wenn ich alleine bin meistens nur Nudeln mit einer Fertigsoße oder Pesto mache, weil ich einfach keine Lust habe mehr Aufwand zu betreiben fürs Essen. Es gab Paprikasalat mit Cordon Bleu und dazu Kartoffelbrei und zum Nachtisch Kekse. Lecker! Anschließend schneide ich noch ein bissle. Das war jetzt also alles in allem ein schöner und produktiver Tag! Meine Mama ist immer noch darüber erstaunt, dass es hier so warm ist und ist glücklich darüber. Ich meinerseits bin glücklich darüber wieder Gesellschaft zu haben. Bis morgen!

Tag 150 – 27.11.2016 – Mama da!

Nach dem Aufstehen geht es für mich in eine „Tempelfabrik“. Ja okay es heißt nicht wirklich so, aber ich nenne es so. Tatsächlich wurden hier aber früher Felsblöcke aus dem Gestein geschnitten und dann mithilfe einer Holzkonstruktion bis zu 12 Kilometer weit befördert. Diese einhundert Tonnen schweren Tempelteile. Das Ganze natürlich ohne irgendeine Maschine und das ist es, was mich am meisten beeindruckt. 2016-11-27-steindinger 2016-11-27-steindinger2Witzig war auch der Ticketkauf. In dem Häusle sitzen drei Frauen, mit denen die Kommunikation schwierig ist, weil ich kein Italienisch kann. Trotzdem sind sie total nett und finden erstmal den Stempel (für das Datum) nicht, danach herrscht Unklarheit welcher Tag heute ist und anschließend ist das Stempelkissen nicht da. Das ist aber noch nicht das, was ich erzählenswert finde, weil chaotisch bin ich selbst oft. Das Interessante hierbei ist, dass der Stempel noch auf dem 25.11.2016 steht. Das heißt also im Umkehrschluss, dass die drei Frauen hier seit zwei Tagen mindestens dort sitzen und kein Besucher da war. Auch ein cooler Job. Obwohl der in der Hochsaison wahrscheinlich sehr stressig und jetzt langweilig ist. Naja weiter geht’s auf jeden Fall dann für mich nach Marsala, wo ich eigentlich zu einer Entsorgungsstation wollte, aber dann einen großen Markt auf dem Platz vorfinde… Das ist echt schwierig hier was zu finden… Auf jeden Fall fahre ich dann auf einen Platz in der Nähre vom Flughafen, um meine Mama dann abholen zu können.2016-11-27-parkplatz Nach ein bissle aufräumen, schneiden und Musik hören hole ich sie dann auch ab. Das klappt alles komplett reibungslos und ich finde meine Mama schnell (ist ja nur ein kleiner Flughafen).2016-11-27-mama Zusammen fahren wir dann wieder zurück, aber auf einen anderen Platz direkt am Meer. So weit war jetzt noch mein „Plan“, aber jetzt müssen wir nochmal neu überlegen, wohin es morgen gehen soll. 2016-11-27-boote

Tag 149 – 26.11.2016 – Sommertag

Sich morgens als erstes bei einer wärmenden Sonne in die Fluten des blauen Meeres stürzen. Wonach hört sich das an? Sommer. Nicht wahr? Aber genau das setze ich in die Tat um. Es ist echt verdammt schön mal wieder im Meer zu schwimmen und sogar nicht kalt.2016-11-26-baden In 29 Tagen ist Weihnachten und ehrlich gesagt bin ich überhaupt auch nur annähernd nicht in weihnachtlicher Stimmung. Aber ist ja noch Zeit bis dahin. Anschließend fahre ich zu einer Ver- und Entsorgungsstation, die aber leider zu hat in der Nachsaison… Irgendwo muss ich aber zumindest mal Wasser her bekommen in nächster Zeit, aber das wird schon irgendwie klappen. Das tut es immer. Als ich dann in die Stadt „Gela“ komme finde ich Ölförderungsanlagen mit Raffinerie. Das passt auch zu den vielen Ölplattformen, die ich schon im Meer vor der Küste Siziliens gesehen habe. Anscheinend ist hier viel zu holen. Was auch noch sehr auffällig ist hier in der Gegend sind die vielen Gewächshäuser. Die sorgen dafür, dass wir auch noch außerhalb deren Saison fast alle Gemüse- und Obstsorten im Supermarkt finden.

Als ich dann nach einem kleinen Stau und viel toller Landschaft auf meinem Platz am Meer ankomme, die Sonne immer noch dafür sorgt, dass ich mich im August fühle und hier sogar noch freies WLAN ist bin ich einfach nur super gut gelaunt. Jetzt kann ich auch ein paar Updates an Handy und Laptop machen, die dann länger dauern, als ich dachte…. (Tun sie das nicht immer?) Auf jeden Fall freue ich mich schon riesig auf morgen, denn da bekomme ich wieder Gesellschaft. 2016-11-26-kueste 2016-11-26-stellplatz

Tag 148 – 25.11.2016 – Geisterstadt

Als erstes gehe ich morgens nochmal an den Strand. Dabei zeih ich mir eine Mütze auf, weil ich noch nasse Haare habe und es draußen ziemlich windig ist. Die großen Wellen, die auf den Strand laufen sind echt beeindruckend. 2016-11-25-wellenObwohl ich stundenlang hätte zugucken können fahre ich weiter. Eine wunderschöne Strecke. Sehr abwechslungsreich. Enge Dorfstraßen, niedrige Bahnunterführungen, traumhafte Aussichten vom Berg runter und auch große Städte, die ich durchfahre.2016-11-25-aussicht-fahren Dann irgendwann komme ich an die Strandstraße (Existiert so ein Wort? Naja die Straße, die am Strand entlang führt halt), die mich zu meinem Stellplatz bringen soll. Aber auf einmal ist die halbe Straße voll mit Sand… Zum Glück gibt’s ja den Allradantrieb und deshalb (und weil der Sand relativ hart war) war es überhaupt kein Problem darüber zu fahren. 2016-11-25-strasse-sandigHier wo ich jetzt stehe sind ganz viele verlassene Ferienhäuser, die ja gerade keine Saison haben. Die Mütze habe ich übrigens immer noch auf. Außerdem sind hier auch noch ein paar Baumaschinen abgestellt worden, was dem Ganzen irgendwie einen Geisterstadt-Feeling verleiht. Das wird dann abends noch von der Straßenlaterne unterstützt, die immer an und wieder aus geht. Aber es sind hier außer mir noch zwei andere Autos mit Menschen drin gekommen, was bedeutet kein 100%iges Geisterstadt-Feeling. Naja es wird mich schon kein Geist besuchen heute Nacht (Hoffe ich zumindest) und falls doch würde es mich echt interessieren, wie man zu einem Geist wird. Das frag ich ihn oder sie dann.2016-11-25-stellpaltz

Tag 147 – 24.11.2016 – komischer Tag

Heut war ein komischer Tag. Ich weiß gar nicht so genau warum. Heute Morgen habe ich mich auf jeden Fall auf den Weg gemacht zu einem Platz am Meer, der aber leider direkt neben Wohnhäusern war und mir nicht wirklich gefallen hat. Deshalb bin ich dann weiter gefahren zu einem Platz, der mit einem Tor verschlossen war… Also nochmal weiter… Als ich dann hier ankam wusste ich: „Hier bleibe ich.“ Es ist schwer einen Stellplatz zu finden, der ruhig ist. Immer Ort an Ort und Stadt an Stadt… Hier ist gerade mal keine Stadt, dafür aber leider eine Straße… Naja der Verkehr wird schon einschlafen. Dann plötzlich fühle ich mich total müde, weshalb ich nach dem Essen ins Bett gehe.

Heute habe ich übrigens meine Fähre gebucht. Die Fähre, die mich in Richtung nach Hause bringen wird… Es wirkt zwar noch etwas realitätsfern, dass meine Reise dann schon zu Ende sein soll, aber ich will es so und irgendwann muss ich ja wieder nach Hause. Wann das sein wird? Am 5. Dezember abends verlässt die Fähre den Hafen von Palermo und hat mich, mein Nävle und meine Mama mit an Bord. In einem Monat ist schon Weihnachten… Das ging jetzt echt schnell.

Naja deshalb finde ich den Tag vielleicht auch komisch, weil ich ziemlich viel in meinen Gedanken herum hänge… Leider habe ich heute auch kein einziges Bild gemacht… War wohl zu viel in Gedanken… Morgen aber wieder.

Tag 146 – 23.11.2016 – Sizilien

„Wer kann schon duschen und den Müll weg bringen gleichzeitig?“, denke ich mir und laufe im strömenden Regen zum Mülleimer. Das war dann zum Glück nur ein Schauer, der nach dem Frühstück vorbei ist und ich kann – diesmal trocken – vor aussteigen und mich hinters Steuer setzen. Heute geht es nämlich für mich nach Sizilien. Leider weiß ich noch nicht mal wo die Fähre abfährt… Nach einer zweistündigen Autofahrt folge ich den Verkehrsschildern „Porto“ und komme quasi wie von selbst an die richtige Stelle. Kaum angekommen halte ich auch schon mein Fährticket in den Händen. Tarif „Camper“. Kostet 47. Keine viertel Stunde später legt die Fähre ab. Natürlich musste ich ganz nach vorne auf den Zentimeter genau an den Vordermann fahren, um dann hinter mir 15 Meter Platz zu haben, weil dann LKWs kamen, die da nicht hin konnten…. Von der Überfahrt habe ich recht wenig, weil man nicht über die hohen Bordwände, der Fähre rüber gucken kann. Schade…2016-11-23-faehre In Messina angekommen (natürlich wieder mit typischem Großstadtchaos) fahre ich dann auf die Autobahn in Richtung Süden (also an der Ostküste entlang) zu einem Parkplatz am Stadtrand, der wunderschön auf der Nase einer Felszunge liegt. 2016-11-23-aussicht

Sizilien erinnert mich total an Griechenland: die engen Ortsdurchfahrten, traumhafte Strände und Berge direkt daneben. Wobei ich glaube man kann es am besten mit der Peloponnes vergleichen. Sizilien ist Italiens Peloponnes.

Natürlich nicht komplett – nein. Sizilien hat seinen eigenen Charme (der mir bis jetzt übrigens echt mega gut gefällt). Vorhin hat sich meine Mama dazu entschlossen mich besuchen zu kommen. Ich freue mich echt drauf und bin immer noch baff, dass ihr Flug hierher so kurzfristig (sie kommt Sonntag) nur 30 Euro kostet… Naja es ist auf jeden Fall schön, dass sie kommt und ich bin gespannt darauf, was in den nächsten Tagen so auf mich/uns zukommen wird.

Gegen Abend kommt noch ein slowenisches Wohnmobil, das sich direkt hinter mich parkt, aber das war nicht der Grund, wieso ich nochmal raus bin, als es schon dunkel war. Der Blick auf die Berge im Norden ist schon am Tag beeindruckend, aber bei Nacht bekommt diese Aussicht etwas magisch- Mystisches. So jetzt muss ich aber noch ein bissle schneiden. Bis dann!2016-11-23-aussicht-mystisch

Tag 145 – 22.11.2016 – Fahrender Gemüseladen

Als erstes geht es heute für mich zu einem beeindruckenden Kastell, das vor der Stadt im Meer steht und den Wellen trotzt.2016-11-22-kastell Auf meinem Rückweg sehe ich auch einen Pickup, der alle möglichen Obst- und Gemüsesorten geladen hat. Der Fahrer preist diese auch mit seinem Megafon auf dem Dach lautstark an. In Griechenland gibt es auch viele von solchen Pickups.2016-11-22-fahrender-laden Geparkt habe ich an einem schönen Yachthafen, der wieder traumhaft schön liegt. 2016-11-22-hafenDanach geht es für mich weiter in den Süden. Der erste Badeplatz, den ich finde wird durch ein Schutzschild mit den Namen „Einbahnstraßen“ und „zu kleine Gassen“ geschützt. Den nächsten Platz ist ähnlich geschützt, aber nach einer Weile finde ich einen Zugang zum Strand und rolle ein paar hundert Meter wieder raus aus der Stadt, wo ich dann ganz ruhig und nur mit Meeresrauschen an den Strand stelle. Naja nicht ganz ruhig, wie ich bald bemerke, weil ein Zug unweit vom Strand vorbei donnert. Der Strand ist aber echt traumhaft. Schönes blaues Wasser mit einem scheinbar endlosen Sandstrand…

Morgen schaue ich dann mal, dass ich nach Sizilien komme und werde sehen, was mich dort erwartet. 2016-11-22-meer 2016-11-22-stellplatz

Tag 144 – 21.11.2016 – Capo Colonna

Mein heutiges Ziel heißt „Capo Colonna“. Das ist ein Kap bei Crotone mit Leuchtturm, einer tollen Steilküste und archäologischen Ausgrabungen. Also echt interessant.2016-11-21-kirchle 2016-11-21-kueste 2016-11-21-leuchtturm Leider sind viele Wege abgesperrt, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass es schon so spät im Jahr ist. Mitte November ist schon vorbei… Das kann ich irgendwie immer noch nicht glauben, obwohl mein Aufbruch von Zuhause ewig her zu sein scheint. So viel erlebt habe ich in den vergangenen Monaten das ist echt unglaublich, wenn ich mich daran zurück erinnere. Manches kommt mir so unreal vor, wie wenn man morgens aus einem Traum aufwacht und sich daran erinnert. An andere Sachen kann ich mich aber noch viel besser erinnern… Vier Monate und 16 Tage bin ich schon unterwegs. Unglaublich lange, aber trotzdem so kurz… Naja jetzt fahre ich erstmal nach Sizilien und überlege mir dann wann ich nach Hause fahren möchte. Weil so langsam habe ich das Gefühl, dass ich genug gesehen habe auf meiner Reise. Aber nach Sizilien fahr ich noch.

Tag 143 – 20.11.2016 – Mystische Bäume!

„Ob das ne gute Idee war?“ Das denke ich mir die ganze Zeit während ich auf engen Straßen durch Oliven- und Orangenbäume fahre. Mein Ziel sind große, total interessante Bäume in den Bergen auf über 1100 Metern Höhe. Zum Glück wird die Straße schnell breiter und die Schlaglöcher reduzieren sich um 97,52 % (Ja das hab ich ausgerechnet) (Okay ne nicht wirklich…). Bald darauf gerate ich in einen extrem dichten Nebel, durch den ich nur zwanzig bis dreißig Meter Sicht habe, aber dann erreiche ich doch den Parkplatz.2016-11-20-nebelstrasse Der Vorteil an dem Nebel oder besser gesagt: den tief hängenden Wolken am Berg ist, dass das dem Wald einen total mystischen und verwunschenen Charakter gibt. Dazu noch diese Stille, die in Wäldern immer ist (abgesehen von den Vögeln natürlich). Fast schon gruselig… Die Bäume finde ich dann auch schnell und schau mir erstmal einen von Innen an. Ja – man kann in einen ausgebrannten Baum rein laufen so groß ist er. Eigentlich würden sogar vier Leute rein passen. Andere Bäume gabeln sich nach den ersten zwei Metern zu zwei riesigen Stämmen, die mit Moos bewachsen sind. Das Erstaunliche hierbei ist aber, dass alle Bäume, obwohl sie vom Sturm zerrissen, ausgebrannt oder sonst wie beschädigt wurden, immer noch leben und Blätter an ihren Ästen hängen. Wenn das nicht mal ne Botschaft ist, die man sich merken sollte! 2016-11-20-baumi

Auf meinem Rückweg kann ich sogar noch etwas Aussicht genießen, weil der Nebel zurückgegangen ist. Natürlich lebe ich immer noch nach der Meer-besichtigen-Meer Taktik und so geht’s für mich wieder ans Meer. Dort angekommen koche ich mir etwas zu Essen (hihi ich hab ja wieder was 😉 ) und schneide meinen Vlog, der heute noch online kommen wird. Heute war ein guter Tag. Heute bin ich glücklich geworden mit dem, was ich gemacht habe und habe echt gute Laune. Woran das liegt? Keine Ahnung. Aber ich finds toll! Bis morgen!2016-11-20-stellplatz

Tag 142 – 19.11.2016 – Herzlichen Glückwunsch!

Alles alles Gute und Liebe für dich, Papa!! Mein Papa wird nämlich heute 50 Jahre alt. Ich finde es echt schade, dass ich bei der Feier heute Abend nicht dabei sein kann, aber ich hab ihm ein Video geschickt, um zu gratulieren.

Naja für mich geht es heute aber weiter in Richtung Sizilien. Natürlich noch nicht ganz auf die Insel das ist noch zu weit, aber ein gutes Stück weiter. Unterwegs halte ich auch an einem Wasserhahn, der leider aber abgestellt wurde… Dafür finde ich eine Tankstelle und einen Supermarkt! Endlich!! Kann wieder was essen 😀 . Als ich dann auf den Parkplatz am Meer rolle finde ich sogar noch einen funktionierenden Wasserhahn, was mich dann komplett zufrieden stimmt. 2016-11-19-stellplatzHier auf dem Platz sind außer mir noch zehn andere Wohnmobile, die hier stehen. Die haben wahrscheinlich genauso keine Lust auf kaltes Wetter wie ich. Natürlich hat es hier auch keine sommerlichen Temperaturen mehr, aber wenn die Sonne raus kommt oder nur wenig Wind geht kann man in T-Shirt und kurzer Hose draußen herum laufen ohne, dass man auch nur daran denken müsste zu frieren.

Den weitläufigen wundervollen Sandstrand habe ich, als ich einen Spaziergang mache komplett für mich alleine. Ich vermisse meine Freundin. Mit ihr jetzt hier am Meer entlang zu laufen wäre um einiges schöner, aber man kann ja nicht alles auf einmal haben. 2016-11-19-strand

Ein paar komische Gebäude stehen auch am Strand. Eines hat zum Beispiel nur eine Wand mit einem Türrahmen ohne Tür… Aber wer weiß? Vielleicht ergibt das Ganze im Sommer mehr Sinn? 2016-11-19-komisches-dingAuf meinem Weg begegnen mir auch sehr viele Katzen, die zwar neugierig, aber scheu sind. In Gedanken bin ich auch viel bei meinem Papa und der Feier. Ich wäre echt gerne da gewesen, wenn es nicht über 1500 Kilometer wären. Naja kann man nichts machen, aber ich werde dann bei dem 50. Geburtstag meiner Mama anwesend sein! Nochmal alles Gute Papa!