Tag 159 – 160  – 06. – 07.12.2016 – Heimreise

Auf die Fähre kommen wir erst ziemlich spät und müssen dann in das zweite Untergeschoss fahren, wo wir nicht gerade und parallel zum nächsten Wohnmobil parken dürfen, sondern uns quer und halb vor ein anderes Wohnmobil stellen sollen. Keine Ahnung was das genau bringen soll, weil die Fähre auch nicht annähernd voll mit Autos ist, aber ich höre auf den Einweiser und so lassen wir das Nävle dann schräg zurück und gehen auf unsere Kabine, die nur kalt geheizt wurde… Die Abfahrt vom Schiff verzögert sich aber um fast zwei Stunden, weil permanent noch LKWs eingeladen wurden.

Die Überfahrt an sich verlief total ruhig und problemlos, nur war mir ein wenig langweilig zwischendurch und deshalb habe ich nachdem ich alle Filme geschaut hatte auf dem Handy noch ein paar alte Vlogs von mir geschaut… Ich habe echt schon ne Menge erlebt in den vergangenen fünf Monaten… Nach einer ewigen Warterei kommen wir dann auch um halb acht in Genua an und fahren noch an Mailand vorbei auf einen Stellplatz bei einer Fabrik. Nicht idyllisch oder total leise, aber für eine Zwischenübernachtung vollkommen genug. Um vier Uhr morgens weckt uns eine Warmwasserleitung, die nicht mehr am Wasserhahn dran sein wollte und etwas Wasser laut auf die Box darunter plätschert. Das ist aber zum Glück schnell behoben und wir schlafen weiter bis um kurz nach sieben. Weil ich ankommen möchte fahren wir dann bald los in die schöne Schweiz, über den San Bernardino Pass, durch ein paar wenige Staus und dann endlich bei Sonnenuntergang nach über 550 Kilometer rollen wir auf den Hof bei uns Zuhause, wo mein Papa und Bruder schon auf uns gewartet haben und Schilder mit „Herzlich Willkommen Tobias!“ und „Herzlich Willkommen Pia!“ gebastelt haben und sogar noch Sekt haben. Ein sehr herzlicher Empfang und ich freue mich wirklich wieder Zuhause zu sein. Das soll aber nicht heißen, dass meine Reise nicht auch genial war. Über meine Reise rückblickend schreibe ich noch mal näher etwas oder mach ein kleines Video dazu, wenn ich ansatzweise verarbeitet habe, was so los war die letzten Monate. Klar ist mir aber schon eins: Meine Reise war genial und ich würde es rückblickend nicht anders machen wollen. Hier Zuhause habe ich jetzt auch wieder echt viel zu tun. Vor allem auch, weil ich noch eine zusammenfassendes Video über meine ganze Reise schneiden möchte und das ist angesichts der Tatsache, dass ich die letzten fünf Monate jeden Tag im Durchschnitt etwa zwei Gigabyte an Daten gesammelt habe sehr viel Arbeit denke ich. Auf jeden Fall gebe ich euch nochmal Bescheid, wenn das Video fertig ist und auch kommt noch ein Vlog von meiner Heimreise und ich fahre nach Weihnachten nochmal ein bissle weg und auch in Zukunft sind noch weiter Reisen geplant. Das heißt also nicht, dass der Blog hier einschlafen wird, weil meine Reise vorbei ist. Natürlich wird weniger kommen alleine schon wegen meinem Studium, aber trotzdem möchte ich meine Seite am Leben erhalten. Morgen kommt auf jeden Fall erstmal noch der Vlog 😀 .

Tag 158 – 05.12.2016 – Fähre

2016-12-05-fischerbootUnser Plan war nach dem Frühstück auf den Mont Pellegrino zu fahren, wo es eine tolle Aussicht und eine Grotte zum Anschauen gibt.  Bei der ersten Zufahrt ist die Durchfahrt dick und fett verboten und bei der zweiten ist ein großes Gitter über die ganze Straße aufgestellt worden… Das heißt wir lassen den Berg jetzt Berg sein und fahren auf einen schönen Parkplatz direkt am Meer mit Aussicht auf den Mont Pellegrino und Palermo. Dort verbringen wir dann die nächsten paar Stunden und essen sogar noch Pizza direkt am Meer auf den Steinen.2016-12-05-parkplatz Anschließend geht es dann schon nach Palermo zum Fährhafen. Auf der 10 Kilometer langen Fahrt haben wir einmal fast einen Rollerfahrer von seinem Roller geholt (Weil der einfach bei roter Ampel unerwartet über die Kreuzung gefahren ist.) und ein Auto hat uns richtig geschnitten… Dann endlich beim Hafen dürfen wir dort nichts links abbiegen, wegen einer Baustelle, aber finden dann doch einen Weg nachdem wir umgedreht hatten. Dann heißt es warten. Ich fange an einen Film zu schauen und meine Mama läuft noch nach Palermo rein.2016-12-05-palermo-ding Eigentlich wollte ich noch schneiden, aber der Film war zu spannend… Später fängt es dann auch noch an zu regnen. Jetzt stehen wir immer noch in der Warteschlange und warten auf die Fähre nach Genua. Ich denke aber, dass der Rest kein Problem sein wird und melde mich dann wieder, wenn wir von der Fähre unten sind. 2016-12-05-warteschlange

Tag 157 – 04.12.2016 – Staudamm

Ich steige aus und bin erstmal baff, wie schön das Wetter über die Nacht geworden ist. Strahlende Sonne und nur eine winzige Wolke am Horizont. Also wenn das nicht zum Baden einlädt, was dann? Genau das machen wir auch. Das Wasser ist immer noch nicht wirklich kalt geworden. Zwar ist es auch nicht mehr kuschelig war, aber eben noch nicht kalt und ich genieße es noch ein letztes Mal zu Baden. Die wärmende Sonne bringt uns dann auch noch zu der Entscheidung draußen mit kurzen Hosen und T-Shirt zu frühstücken, was auch unglaublich warm war für den vierten Dezember. 2016-12-04-fruehstueck

Anschließend reden wir noch etwas mit den Kölner Nachbarn (Die mit einem Hobby 600 unterwegs waren) und fahren dann weiter zu einem wundervoll gelegenen Staudamm in den Bergen. Dort Laufen wir über den Staudamm und schauen uns auch noch den dahinter gelegenen Tunnel an, der sich sehr kurvig durch den Berg schlängelt.2016-12-04-staumauer-aussicht 2016-12-04-staumauer

Nach einer sehr welligen Straße stehen wir dann direkt am Meer schon in der Nähe von Palermo, wo wir den restlichen Tag dann verbringen.2016-12-04-stellplatz Abends gehen wir sogar noch Pizza essen (mit Meerblick, aber leider dunklem Meer). Morgen geht dann ja für uns die Fähre nach Genua. Morgen beginnt dann die Heimreise. Dann ist meine Reise vorbei… Das kann ich irgendwie noch nicht so wirklich glauben. Zu viel ist passiert und zu viel habe ich erlebt, als dass ich das jetzt gleich so alles verstehen und realisieren kann. Das nach Hause kommen wirkt im Moment noch so unwirklich und weit weg, aber es fängt ja schon morgen an und es dauert nur noch ein paar Tage bis ich dann wirklich Zuhause bin… Trotzdem freue ich mich auch darauf nach Hause zu kommen. Naja mehr Gedanken und alles über und zu meiner Reise jetzt rückblickend werde ich mir dann machen und aufschreiben, wenn meine Reise wirklich zu Ende ist. Morgen habe ich ja noch fast einen ganzen Tag mit meiner Mama in Palermo (Ja wir wollen uns die Stadt anschauen hoffentlich klappt das auch) und darauf freue ich mich jetzt erstmal auch.

„Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kommt nach Hause zurück, um es zu finden.“ – George Moore

Tag 156 – 03.12.2016 – Das Herz Siziliens

Als erstes schauen wir heute die Villa Romana del Casale an, die direkt bei unserem Übernachtungsplatz ist. Diese wurde etwa im dritten Jahrhundert nach Christus erbaut und hat in fast jedem Raum beeindruckende Mosaikböden und auch der Thermalbereich ist sehr beeindruckend mit der Fußbodenheizung.2016-12-03-villa-romana-di-casale-2 2016-12-03-villa-romana-di-casale-3 2016-12-03-villa-romana-di-casale-4 2016-12-03-villa-romana-di-casale

Anschließend geht es dann für uns weiter nach Enna. Diese Stadt wird das Herz (oder auch der Nabel) Siziliens genannt, weil die gesamte Stadt auf über 900 Metern Höhe liegt und man deshalb sehr viel von Sizilien sieht. Das kann ich vom höchsten Turm des Castello di Lombardia (1100 Meter) bestätigen. Der Ausblick ist in allen Richtungen einfach nur grandios.2016-12-03-aussicht 2016-12-03-enna Zum Glück haben wir auch klares Wetter, um die Aussicht erst genießen zu können. Die Sonne ist bald weg, aber solange es nicht regnet ist das noch total in Ordnung. Nachdem wir die Burg besichtigt haben schauen wir noch in die Stadt und den beeindruckenden Dom.2016-12-03-enna-dom2016-12-03-enna-dom-innen

Dann geht es für uns schon wieder weiter an unseren Übernachtungsplatz – endlich mal wieder am Meer! Morgen werde ich auf jeden Fall nochmal baden gehen und auch meine Mama möchte ins Meer. Das muss einfach sein. Ich meine: wann bekommt man sonst die Gelegenheit mal im Dezember ins Meer zu hüpfen? 2016-12-03-stellplatz

Tag 155 – 02.12.2016 – eingesperrt…

Manchmal laufen die Dinge nicht so wie geplant. Was los war heute Morgen? Naja wir sind nicht vom Parkplatz runter gekommen… Also: nach dem Aufstehen und Frühstück wollten wir losfahren nach Siracusa, aber die Schranke, die gestern sperrangelweit offen stand ist zu und lässt sich auch nicht öffnen, weil ein fettes Schloss daran hängt.2016-12-02-schranke Ich laufe dann zu dem Hotel, das nicht weit entfernt ist und frage dort, ob die vielleicht einen Schlüssel haben oder wissen wer einen Schlüssel hat, aber leider kann mir dort keiner helfen… Dann finde ich zwei Männer, die in einer Einfahrt gerade einen Scheinwerfer reparieren. Mit dem Jüngeren rede ich dann auf Englisch und erkläre ihm mein Problem… Dazu meinte er nur, dass der Parkplatz nicht offen sei… Das weiß ich schon… Dann ruft er für mich die Polizei an, die dann in 15 Minuten mit Schlüssel kommen sollten. Ich bedanke mich dreimal für die liebe Hilfe und laufe zurück und warte mit Mama zusammen. Nach einer dreiviertel Stunde kommt dann ein kleiner Fiat Panda mit zwei Männern angefahren, mit denen ich dann auf Französisch reden kann. Der Mann, mit dem ich rede sagt mir dann, dass der Parkplatz ganzjährig geschlossen sei und dass sein Kollege gerade mit Leuten telefoniert, die einen Schlüssel haben und dann in etwa 30 Minuten kommen werden. Böse waren die zwei aber auf keinen Fall, sondern total lieb. Die andern zwei Männer, die dann den Schlüssel gebracht haben waren ein bissle grummelig, aber wir waren endlich wieder frei! Uff… Also haben wir auf einem gesperrten Parkplatz übernachtet. Das muss man auch erstmal fertigbringen…

Jetzt fahren wir also endlich nach Siracusa zu dem Ohr von Dionysos einem griechischen Theater und einem römischen Theater und dazu noch andere Ausgrabungen. 2016-12-02-mama-handy 2016-12-02-ohr-dionysos 2016-12-02-theatro-greco 2016-12-02-theatro-romanoWeil wir aber durch unsere Schrankenaktion so viel Zeit verloren haben fahren wir dann bald weiter zu unserem Übernachtungsplatz. Dort kommen wir leider erst im Dunkeln an, aber morgen können wir hier coole Sachen besichtigen, die sogar UNESCO Weltkulturerbe sind. Hier ist auch keine Schranke… 2016-12-02-berge-dunkel

Tag 154 – 01.12.2016 – Ätna bei Schnee und Sonne!

Heute ist Dezember. Was steht für den Dezember? Weihnachten, Schnee und Kälte? Immerhin zwei von drei dieser Dinge haben wir heute Morgen. Dazu noch eine wundervolle Sonne, die uns dazu motiviert so schnell wie möglich aufzubrechen und auf den Ätna hoch zu gehen, wo momentan noch keine Wolken sind. Nach einer einstündigen Fahrt von unserem Parkplatz bei Ätna-nord sind wir bei dem Parkplatz Ätna-süd, wo die Seilbahn losgeht. Auf der Fahrt hatten wir übrigens auch schon eine eindrucksvolle Sicht auf die Berge mit den herbstlichen Wäldern davor.2016-12-01-aetna-fahrt 2016-12-01-aetna-sued Wir kaufen uns zwei Tickets und eine dreiviertel Stunde später stehen wir in der Warteschlange bei der Seilbahn. Aber hier stehen wir nur, weil hier der Automat ist, der die Tickets scannen kann, denn wir laufen dann an den wartenden Gondeln vorbei in einen Allradbus. Dieser bringt uns dann über eine holprige und steile, aber gut zu befahrende Piste bis ganz nach oben auf über 2900 Meter Höhe. 2016-12-01-aetna-busBeim Aussteigen fällt mir dann eines auf: kalt ist es nicht so wirklich hier oben, aber ein verdammt starker Wind sorgt schnell für kalte Hände und Ohren. Mit dem Bergführer voran stiefeln wir zusammen mit den anderen Passagieren des Buses zu einem kleinen Krater, der das letzte Mal 2003 aktiv war, aber jetzt schneebedeckt ist. Zu den immer noch aktiven Kratern (Letzte größere Aktivität im März) kommt man nicht hoch, weil es dort zu gefährlich ist. Ich habe mal gelesen, dass 2006 eine Amerikanerin dorthin gelaufen ist, um in den Kraterschlund zu schauen und einfach nicht mehr zurückgekommen ist… Deshalb gehen wir da nicht hin. Aber der „kleine“ Krater, der „nur“ auf etwa 2900 Metern Höhe liegt hat bei seinem Ausbruch 2003 etwa 60 bis 70 Millionen Kubikmeter Lava ausgespuckt… Unglaublich sich das vorzustellen… Im Schnee und bei immer noch schönster Sonne laufen wir hinunter in den Krater und auf der anderen Seite wieder hoch. Danach „schon“ wieder zurück zum Bus. Klingt nicht viel, aber es war mega beeindruckend und ich kann nicht anders, als euch hier jetzt eine Menge an Bildern zu zeigen: 2016-12-01-aetna-1 2016-12-01-aetna-2 2016-12-01-aetna-3 2016-12-01-aetna-4 2016-12-01-aetna-5 2016-12-01-aetna-6 2016-12-01-aetna-7

Anschließend fährt uns der Bus nur bis zur oberen Station der Seilbahn und wir dachten uns schon „Jetzt fahren wir mit der Seilbahn zurück.“, aber nein. Wir müssen hier auf den übernächsten Bus warten, der uns dann wieder runter bringt. Wahrscheinlich sollen wir in der Zeit den ganzen Souvenirladen leer kaufen… Unten angekommen fahren wir natürlich weiter und sehen nach ein paar Kilometern rechts neben der Straße einen Fuchs sitzen.2016-12-01-fuchs Die Fahrt zum Stellplatz war dann nicht so, wie erhofft, sondern anders… Wir landen mehr als einmal auf zu kleinen Straßen und meine zwei Navis sind sich manchmal sogar einig, ob rechts oder links… Trotzdem schaffen wir es dann auf einen sehr geräumigen Parkplatz mit Blick auf den Ätna und das mehr und bleiben dann dort. Abends wollen wir dann essen gehen, aber als wir im Städtle sind hat noch kein Restaurant offen und so lange warten wollen wir auch nicht mehr… Dann halt zurück und selbst kochen wie immer. Ist ja auch nicht schlecht. Für mich war das aber trotzdem ein sehr gelungener Tag und den Ätna im Dezember bei Schnee und Sonne zu erkunden war genial! Jetzt haben wir grad mal viertel vor zehn und ich bin schon müde… Naja ich geh mal ins Bett. Gute Nacht! 2016-12-01-stellplatz