Tag 62 – 03.09.2016 – Hellas!

Nach dem Frühstück, was ich halb verschlafe, weil ich gestern noch mein Video über mein Fahrzeug geschnitten und hochgeladen habe, geht es auf zu einer der größten archäologischen Ausgrabungsstätten in ganz Albanien. Die ist echt interessant, weil hier Überreste aus verschiedenen Kulturen und Zeitaltern zu finden sind. Gleich am Eingang steht ein Turm aus dem 15. Jahrhundert, der komplett erhalten ist aus der Zeit, in der die Republik Venedig hier geherrscht hat. Wir laufen weiter und finden noch alte Gemäuer von einem Thermalbad und einem Theater von den Römern. 2016-09-02 Theater ButrintUnglaublich wie gut das alles noch erhalten ist und wie viele verschiedene Kulturen hier waren. Highlight war, abgesehen von den kühlen Erfrischungsgetränke am Ende, die wir uns gekauft haben, weil es so richtig warm ist heute, die große Basilika, die etwa im 6. Jahrhundert n.Chr. erbaut wurde. Das halbe Gebäude steht noch und man kann sich sehr gut vorstellen, wie das ganze Gebäude hier komplett ausgesehen hat. Was ich mir aber nicht so richtig vorstellen kann, ist wie die das alles gebaut haben ohne Maschinen… Das ging mir in Rom genauso mit dem Kolosseum zum Beispiel… Das ist irgendwie beeindruckend. 2016-09-03 Basilika

Danach fahren wir über eine abenteuerliche, kleine Pontonfähre die mit unseren beiden Fahrzeugen auch schon voll ist. Beim drauf fahren geht sie ein gutes Stück runter und die Bretter, auf denen wir fahren sollen knarzen und ächzen. Zwischendrin sind auch ein paar Metallplatten, die kein Geräusch machen, sich dafür aber ziemlich weit durchbiegen.2016-09-03 Fähre Aber wir kommen super gut auf der anderen Seite an. Unser weiterer Weg führt uns über eine sehr ruppige Schotterstraße durch eine kleine Ortschaft, bei der ich sogar meine Untersetzung einschalten musste, weil es so steil den Berg hoch ging und mit so vielen Schlaglöchern, dass es ohne Untersetzung echt nur noch schwer machbar war. Unser nächster Stopp nach einer halben Stunde ist die Grenze zu Griechenland. Die Einreise funktioniert aber erstaunlich problemlos. Beide Grenzbeamte, denen wir die Pässe zeigen sollen, schauen sie nur kurz an und wir dürfen weiter fahren. Der zweite Grenzbeamte wollte noch wissen wie alt ich bin und hat gefragt, ob ich einen Führerschein habe. Aber sehen wollte er ihn nicht.

2016-09-03 HellasNach unglaublichen 3 Kilometer (ja wir sind heute sehr weit gefahren) kommen wir an einen wunderschönen, aber leider Steinigen Strand in Griechenland und stellen uns mal wieder direkt an den Strand. Wir sind also wieder innerhalb der EU.
Albanien war ein echt tolles Land. Sehr beeindruckend. Aber nicht nur von der Landschaft… Die Menschen dort waren auch alle sehr sehr sehr und ja noch ein viertes: sehr nett und hilfsbereit. Gerade da an dem Strand, wo ich meinen Schlüssel verloren habe. Außerdem haben alle zurück gewunken, denen wir vom Auto aus gewunken haben. Dann noch die Jet-Ski Fahrt… Mit Albanien verbinde ich also nur Gutes und sehr positive Erfahrungen und das obwohl jeder gefragt hat, ob ich nicht Angst hätte nach Albanien zu fahren. Aber im Endeffekt war es einfach nur toll da.
In Griechenland werde ich jetzt aber erstmal die nächsten Wochen verbringen und noch die letzten Tage mit meinen Eltern genießen!

2016-09-03 Meer Bastian und Papa

Tag 61 – 02.09.2016 – von krank zu Jet-Ski!!

Ich stehe auf und es geht mir wieder schlechter, weshalb meine Mama dann die ersten 50 Kilometer fährt. Danach bin ich aber wieder dran, weil es mir deutlich besser geht! Ich darf dann also wieder die wunderschöne serpentinenreiche Passstraße fahren, die echt extrem steil ist! Innerhalb von ein paar Minuten sind wir von den etwa 250 Metern Höhe am Fuß des Berges auf über 1100 Meter gekraxelt. Die Aussicht vom Gebirge mit dem nahe gelegenen Meer ist einfach unbeschreiblich schön… 2016-09-02 Ich Berge

Wir fahren weiter durch kleine Bergdörfer, in denen wir durch enge Straßen fahren auf denen wir immer mal wieder Kühen und Schweinen auf der Fahrbahn begegnen. Nach drei Stunden Fahrt kommen wir dann an einem Campingplatz am Meer an und wir gehen an den Strand. Das Wasser ist richtig klar und ich sehe beim Tauchen auch noch jede Menge Fische zwischen den Steinen. Extrem paradiesisch hier! Dann kommt ein Junge mit einem Jet-Ski an den Strand gefahren und wir fragen ihn, ob wir es mieten können, um eine Runde zu drehen. Und zack keine fünf Minuten später lenke ich das Jet-Ski mit meinem Bruder auf dem Rücksitz aus der Bucht. Dann gebe ich Vollgas. Sofort springen wir quasi nach vorne aus dem Wasser und wir beschleunigen mit einem Tempo, was einfach nur geil ist! Überall an der Seite spritzt das Wasser weg und ich fahre mit 60 Km/h gegen die Wellen, weshalb wir dann öfter mal springen! Jetzt will ich es aber wissen. Wie schnell bekomme ich die Kiste? Dafür fahre ich so, dass die Wellen von schräg hinten kommen und drücke voll durch. 30. 40. 50. 60. 70. 74 Km/h ist dann das schnellste, was ich erreiche! 74 verdammte Km/h!! Auf dem Wasser! Das sind fast 40 Knoten! Einfach nur mega schnell für ein Wasserfahrzeug! Die Fahrt war auf jeden Fall die schnellste, die ich je auf dem Wasser gemacht habe in meinem Leben! Und das auch noch selbst gesteuert! Vielleicht hätte ich noch eine höhere Geschwindigkeit erreichen können, aber in die Richtung, in die wir unterwegs waren kam dann irgendwann die griechische Grenze und ich weiß nicht genau wann… Lieber mal nicht illegal einreisen. Sebastian darf natürlich auch die halbe Zeit fahren und hat genauso viel Spaß wie ich am über die Wellen fliegen und Beschleunigen. 2016-09-02 Jet-Ski 2016-09-02 Jet-Ski 2 2016-09-02 Jet-Ski 3Nach einer viertel Stunde geht es leider schon wieder zurück, damit meine Eltern auch noch fahren können. Sie haben genauso viel Spaß, obwohl mein Papa nicht so schnell fahren „darf“, weil meine Mama Angst hat vom Jet-Ski zu plumpsen.

Das war auf jeden Fall eine einzigartige Erfahrung und ein echt tolles Erlebnis. Und für 45 für uns vier kann man es echt mal machen. So hat sich mein Tag heute gewendet. Von noch krank zu über die Wellen brettern mit sehr hohen Geschwindigkeiten und sogar am Abend noch essen gehen. Also mir geht es offiziell wieder gut. Sehr gut sogar. Ich bin echt glücklich, dass alles machen zu können. Ich bereue es auch kein Stückchen diese Reise angefangen zu haben. Ein zweites Mal würde ich mich genauso entscheiden. Aber und das muss ich ehrlich zugeben: Ich freue mich auch schon wieder darauf nach Hause zu kommen. Alle wieder zu sehen. Vor allem meine Familie und meine Freundin. Das muss aber noch etwas warten. Erst geht es für mich ja noch ein gutes Stück weiter durch Europa!

2016-09-02 Ich Blick in Ferne

Tag 60 – 01.09.2016 – Lebensmittelvergiftung…

Ich wache auf und mir geht es richtig schlecht heute… Ich wälze mich im Bett hin und her und frühstücke auch nichts, außer einer Banane. Durchfall und Brechreiz ist nicht so toll, wenn man noch Autofahren möchte… Es kommt nochmal mein Freund Fjordi vorbei und fragt, wie es uns geht und will mit uns Volleyball oder Fußball spielen. Wir müssen aber weiter und sagen ihm dann nach einem nochmal interessanten Gespräch tschüss. Meine Mama fährt mein Auto, nachdem ich nochmal kurz durch ein paar sehr sandige Stellen gefahren bin, weil das echt viel Spaß macht. Im nächsten Ort halten wir dann schon an einem Supermarkt, um Wasser zu kaufen, weil mein Papa das Wasser aus dem Wassertank, was wir getrunken haben, als Ursache vermutet. Also dann eine Lebensmittelvergiftung entweder vom Wasser oder vom Fisch, den ich vorgestern gegessen habe…. Dann fahre ich wieder weiter, weil es mir wieder fast normal geht. In der nächsten größeren Stadt halten wir, damit ich nach einem Schlüsseldienst fragen kann. Ich frage einen Mann, der in einem Café am der Straße sitzt. Der spricht dann mit dem nächsten und bald diskutiert das ganze schnuckelige Café über meine Frage. Das Ergebnis davon ist, dass ein Mann mit seinem kleinen Lieferwagen vorfährt und ich ihm folgen soll. Er führt uns gerade zwei Straßen weiter zu einem Schlüsseldienst, wo wir uns dann per Handschlag und viel Gegrinse verabschieden. 2016-09-01 SchlüsseldienstDer Schlüsselmacher braucht nur ein paar Minuten und kommt dann mit den zwei neuen Schlüsseln zu meinem Auto. Sie funktionieren. Super!! Er verlangt dafür auch nur 2 Euro, weil ich aber keine kleinen Scheine in der albanischen Währung „Leke“ habe, nimmt er einen 200 Leke Schein aus meinem Geldbeutel (etwa 1,50) und sagt, dass wir quitt sind… Meine Mama und ich können die albanische Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft kaum fassen… Trotzdem fahren wir dann weiter und kurz vor der Stadt Vlore tauschen wir wieder die Plätze, weil es mir wieder schlechter geht… 2016-09-01 Mama fährtNach einer holprigen Fahrt (Was nicht an der Fahrweise meiner Mama, sondern den Schlaglöchern geschuldet war!) kommen wir auch auf dem Campingplatz am Meer an, auf dem schon Sebastian und mein Papa, die nicht beim Schlüsseldienst gehalten haben, auf uns warten.2016-09-01 Camping Mir geht es immer noch nicht so dufte, wie ich es gerne hätte, weshalb ich dann noch etwa drei Stunden schlafe. Danach fühle ich mich besser und fange an meinen 18. Vlog zu schneiden, den ich hier hochladen möchte, weil der Campingplatz gutes WLAN hat. Dabei (Ich schneide draußen bei dem Rest der Familie) weht mir der Wind ziemlich kalt zu und ich sitze bald mit Pulli, Socken und Kuscheldecke draußen. 2016-09-01 Kuscheldecke draußenAnscheinend geht es mir doch nicht so gut, wie ich dachte… Dann verlege ich meine Videobearbeitungsaktionen nach drinnen, wo es 29 Grad hat und ich trotzdem friere…  Mama, Papa und Sebastian gehen noch in dem Restaurant essen, was sich hier auf dem Campingplatz befindet und ich hau mich aufs Ohr. Mit Kuscheldecke, noch einer Decke und zwei Kissen bei 29 Grad… Das kann man sich kaum vorstellen, weil ich sonst selten friere… Zwei Stunden später geht es mir wieder besser und ich schneide mein Video fast zu Ende, bis ich dann von meinen Eltern auf ihrem Wohnmobil rausgeworfen werde, weil sie schlafen wollen. Sie haben sich auf jeden Fall echt lieb um mich gekümmert, weil mir sogar noch mein Kissen aus Nävle geholt wurde von meinem Bruder und lauter so Kleinigkeiten. Bei mir angekommen schneide ich das Video fertig, was jetzt gerade rendert und ich möchte es noch anfangen hochzuladen. Dann geht’s endlich wieder ins Bett… Ich hab heute irgendwie den halben Tag nur geschlafen und bin trotzdem müde… Es ist echt scheiße krank zu sein unterwegs… Aber ich bin zuversichtlich, dass es mir morgen wieder einigermaßen gut und zumindest besser geht, sodass wir weiterfahren können.

Tag 59 – 31.08.2016 – Einbruch bei mir selbst!

Nach Reifen aufpumpen, Musik für meine Videos runterladen bei dem freien WLAN und einem Frühstück brechen wir auf um eine der wichtigsten Quellen des Orith Sees im nahe gelegenen Park zu suchen. Der Park war echt schön und es ist interessant zu wissen, dass in diesem Park der Dikatator Enver Hoxha seine Sommervilla hatte. Die „Villa Art“. Die Quelle an sich ist aber nur eine Flachwasserzone mit Schilf, weil das Wasser hier von dem 200 Meter höher gelegenen Prespasee, an dem wir ja die Bootstour gemacht haben, sein Wasser durch das Erdreich hier runter drückt und es hier aus dem Boden kommt. Interessant, aber eine sehr abstrakte Vorstellung, die nicht gerade einfach zum Vorstellen ist. Zurück am Campingplatz freut sich der Betreiber, wie beim Ankommen auch, dass die größte Person von uns (mein Bruder) der Jüngste ist. Außerdem findet er meinen „toten Hamster“, wie ich ihn nenne, was eigentlich mein Mikrofon mit einem Windschutz ist, toll und bezeichnet uns als „Nice people“. Sehr sehr nette Leute auf jeden Fall. 2016-08-31 Orithsee Quelle

Dann geht es auf einer wunderschönen bergigen Strecke ans Meer, wo wir dann auf einer langen Sandpiste, auf der ich auch manchmal „ausversehen“ oder „zum Ausweichen“ in den tiefen losen Sand fahre, um den Allrad zu testen, zu einem Parkplatz direkt am Meer fahren und baden gehen. Nach dem Baden meine Frage: „Wer hat eigentlich meinen Schlüssel?“ Schon beim Aussprechen dieser Frage läuft mir ein Schauer über den Rücken. Dumme Frage… Ich sollte meinen Schlüssel haben… So wie immer… Ein Griff zur Hosentasche. Ein Griff zur anderen Hosentasche. Wohlbemerkt, dass ich nur in Badehose das Auto verlassen habe… Ein verstörter Blick zu meinen Eltern. Dann die Erkenntnis: „Scheiße“. Der Schlüssel, den ich nach dem Abschließen in meine Hosentasche der Badehose getan habe und am Strand auf eine Liege legen wollte, ist wahrscheinlich beim Baden verloren gegangen… Ich suche an den Liegen. Ich suche im Wasser… Schon nach den ersten Minuten Suchen kommt ein freundlicher Albaner, der wie ich später erfahre Fjordi Rroshi heißt, um zu fragen, ob er mir helfen kann. Ich berichte ihm mein Problem und er kommt mit einem anderen Mann und hilft suchen und die Frau, bei der wir vorher was zu trinken gekauft hatten, bringt sogar einen Rechen. Mein Bruder und mein Papa suchen dann auch noch mit. Aber wie zu erwarten war ist der Schlüssel unauffindbar und wir geben uns geschlagen… Jetzt hatte ich aber noch das Problem, dass ich nicht in die Kabine komme, in der zum Glück Ersatzschlüssel sind. Verloren habe ich auch nur die zwei Schlüssel für die Tür. So jetzt muss ich also in mein eigenes Auto einbrechen… Zum Glück klappt das nach einer halben Stunde auch ohne dass ich etwas kaputt mache, was mich wirklich extrem freut. So. Jetzt muss ich mich erstmal von dem Schock erholen. Ohne Schlüssel für die Kabine komm ich halt auch nicht ins Auto vorne und kann nicht weiterfahren und gar nichts. Aber im Endeffekt habe ich nur zwei Schlüssel verloren, die ich morgen versuche nachmachen zu lassen. Und ich habe mir meinen rechten Daumen etwas aufgeschlitzt. Dafür bin ich jetzt um eine Erfahrung reicher. Ich glaube nicht, dass ich in Zukunft meinen Schlüssel nochmal verlieren werde, weil ich jetzt viel mehr darauf aufpassen werde. Fehler sind ja bekanntlich dafür da um gemacht zu werden oder? Fjordii ist auch mega nett und er gibt mir sogar seine Handynummer und ich habe ihn jetzt auf Facebook. Außerdem wollte er nach einem Schlüsseldienst schauen und mir morgen Bescheid geben. Einfach nur extrem nett! So eine Hilfsbereitschaft, wie ich es während meiner Reise schon in verschiedenen Ländern erfahren habe ist genial und ich möchte mir eine Scheibe davon abschneiden!2016-08-31 Meer Parkplatz

Tag 58 – 30.08.2016 – Einreise nach Albanien!

Unser heutiges Ziel lautet: Albanien. Wir brechen auf und sagen noch den Kühen tschüss, die uns auf unserem Parkplatz besuchen und fahren in Richtung Grenze, die gar nicht so weit weg ist. Dann am Grenzübergang angekommen ist eine etwas längere Schlange. Wir merken, dass das gar nicht die Einreise nach Albanien ist, sondern erst die Ausreise aus Griechenland… Der Zöllner fragt mich auch nach meiner grünen Versicherungskarte. Ich habe aber nur eine Kopie da, was ihm aber auch ausreicht. Dann muss ich nochmal zu einem zweiten Mann, der nochmal meinen Pass sehen möchte… Keine Ahnung was der jetzt noch macht, aber ich darf dann gleich fahren. Hui. Mama und Papa sind mittlerweile schon längst weitergefahren, weil die vor mir dran waren. Also war ich da ganz alleine an einer Grenze zu einem nicht zur EU gehörendem Land… Sowas ist für mich schon spannend und ich bin ziemlich aufgeregt, aber es hat ja alles super geklappt. Dann kommen wir zur albanischen Grenze, die viel weniger schwierig ist und nach einem Blick auf Reisepässe und Fahrzeugscheine dürfen wir weiter fahren. Dann fahren wir an einen Campingplatz am Ohrit-See, der schon 2-5 Millionen Jahre alt ist. Einer der ältesten Seen auf unserem Kontinent. Auf der Fahrt können wir eine Vielzahl an verschiedenen lustigen Gefährten beobachten. Wir sehen: Eselskutschen, kleine Traktoren, jede Menge Fahrräder, die teilweise echt schwer beladen sind, motorisierte Dreiräder und Roller von Marken, die ich noch nie gesehen habe. Gefühlt ist Albanien weiter weg als Griechenland und erinnert mehr an Marokko… 30-08-2016 Albanien DorfUnd das mitten in Europa. In dem Dorf, in dem der Campingplatz ist wird auch überall Müll verbrannt… Das riecht echt nicht gut, aber ist besser als Müllberge im ganzen Dorf. Außerdem finde ich am Straßenrand auffallend viele kleine Bunker während er ganzen Fahrt schon. Auf den ca 45 Kilometern von Grenze zu Campingplatz sehe ich mindestens 10 Stück und das obwohl ich anfangs nicht darauf geachtet habe. Kurz vor dem Camping wurde ein Bunker sogar als Marienkäfer angemalt. Süß.

30-08-2016 Bunker AlbanienWie ich später lerne wurden diese Bunker unter dem albanischen Diktator Enver Hoxha, der die Macht nach einem Partisanenkrieg gegen die deutschen Besatzungstruppen erlang, gebaut zu Propagandazwecken und weil er selbst Angst vor einer Invasion hatte. Seiner Propaganda zufolge hat er 750.000 Bunker bauen lassen, was ein Bunker alle 200 Meter wäre hier in Albanien. In Realität waren es „nur“ etwa 200.000. Auf jeden Fall viel zu viele…

Als Enver Hoxha dann 1985 starb und überall auf der Welt die stalinistischen Herrschaftssysteme zusammengebrochen sind löste sich auch Albanien von Hoxhas System und das Land stürzte in eine große Ungewissheit, weshalb dann auch viele ins Ausland flüchteten. Das darauffolgende politische System entwickelte sich zu einer korrupten Klientelwirtschaft, weshalb dann durch betrügerische Kreditsysteme ein Großteil der Bevölkerung seine Ersparnisse verlor. Das wiederum führte zu einem extremen Anstieg an Gewalt, wo sogar die OSZE helfen musste 1997. Seitdem geht es bergauf mit Albanien und es wurden schon große Verbesserungen am Strom- und Straßennetz erreicht. Schulden hat Albanien aber trotzdem noch viele… Also hatte das Land echt keine einfache Geschichte und die Einwohner mussten viel mitmachen… Unter Enver Hoxha wurden alle Grenzen verriegelt, weshalb die Entwicklung massiv eingeschränkt wurde. Das ist vielleicht auch der Grund wieso mich hier alles an Marokko erinnert…

Auf jeden Fall gibt es noch eine Menge zu tun hier in Albanien. An der Landschaft und den Menschen allerdings gibt es bis jetzt nichts auszusetzten. Ich bin echt gespannt, was mir die kommenden Tage noch so ins Auge springen wird und wie mein gesamter Eindruck von Albanien dann aussehen wird. Bisher habe ich noch keine Meinung. Nach einem halben Tag hier und 45 Kilometer fahren ist das ja auch noch nicht möglich. Ich möchte mehr sehen.

Der Campingplatz hat sogar eine Waschmaschine, die ich erst einmal in Anspruch nehme, weil ich das letzte Mal meine Wäsche in Rumänien am Donaudelta gewaschen habe. 30-08-2016 Kleidung trocknen