Tag 42 – 14.08.2016

Heute geht es weiter in Richtung Griechenland, aber wir bleiben noch eine Nacht in Bulgarien. Also auf einen Campingplatz, der genau auf halber Strecke liegt von uns zum nächsten Platz, den ich in Griechenland gefunden habe. Wir kommen während der Fahrt durch ein Waldgebiet, wo echt schlechte Straßen sind und ich krache, obwohl ich schon langsam fahre und immer bremse vor Schlaglöchern trotzdem einmal ziemlich heftig in ein Schlagloch rein… Das hatte sich einfach versteckt und war nicht vorher zu sehen… Naja dann auf dem Campingplatz angekommen planen wir unsere weiter Reise. Cesena Mama Papa 14-08-16Meine Eltern sind mittlerweile in Cesena angekommen und nehmen morgen die Fähre von Ancona, was noch etwa 140 Kilometer von ihnen entfernt liegt. Bis jetzt ist das Problem mit dem Kraftstoffilter nicht wieder aufgetaucht. Hoffentlich bleibt das auch so.
Morgen geht es dann für uns auf nach Griechenland. Ich bin gespannt.Camping 14-08-16

Tag 41 – 13.08.2016

Wir stehen relativ früh auf, weil ich mich etwas unwohl fühle auf dem verlassen Parkplatz, auf dem man eigentlich nicht übernachten darf mit den Arbeitern, die mittlerweile neben uns irgendetwas von der Straße schaufeln und auf einen großen Haufen kippen. Dann fahren wir also weiter in Richtung Meer. Unterwegs gehen wir noch einkaufen, weil mal wieder alles an Essen fehlt und ich habe die super Idee, dass wir einfach zwei große 11 Liter Flaschen kaufen und die dann leer aufbewahren, um wenn nötig die aufzufüllen wenn wir wissen, dass wir länger frei stehen wollen. Die Fahrt verläuft dann recht ereignislos. Wir kommen also auf dem Campingplatz an und merken, dass es ein riesiges Areal ist, was sehr voll ist, aber finden noch einen Platz zwischen den Bäumen vielleicht 50 Meter vom Meer entfernt. Camping Burgas 13-08-2016Kurz nachdem wir gegessen haben und ich duschen war spricht uns ein Bulgare an, der nach einem Seil für seine Hängematte fragt. Ich gebe ihm ein Seil und er bietet mir dann noch scherzhaft zum Austausch seine Freundin an, die er gerade über der Schulter trägt. Dann kam eine Nachricht von unseren Eltern, die ja vorgestern aufgebrochen sind, um uns dann in Griechenland zu treffen, dass sie ein riesiges Problem haben und überall Diesel raus sprudelt. Diesel auslaufDas ist natürlich nicht so toll, wenn sie die Fähre noch erreichen wollen, die ja schon Montag fährt und sie noch ein paar hundert Kilometer vor sich haben… Sie retten sich dann zu Freunden aus der Schweiz und warten auf Hilfe. Die erste Diagnose lautet: Schlauch von der Standheizung ist abgegangen. Gut scheint alles einfach zu lösen und alles gut. Dann werden wir von dem vorhin erwähnten Mann zu einer Runde Hacky-Sack mit ihm und seiner Freundin eingeladen. Wir haben keine Ahnung was es ist gehen aber trotzdem mit. Es handelt sich dabei um eine Sportart, wobei jeder Spieler versuchen muss einen mit Granulat oder Sand gefüllten Ball mit dem Fuß in der Luft zu halten und zu einem anderen Spieler zu passen. Hat jeder Spieler den Hacky-Sack einmal gehabt und ist er währenddessen nicht runter gefallen haben alle einen „Hack“ geschafft. Ziel ist es so viele Hacks wie möglich zu erreichen. Klingt simpel. Ist es auch. Nur lange nicht einfach. Den kleinen mit Sand gefüllten Ball mit dem Fuß zu passen ist echt eine Herausforderung, aber es macht echt viel Spaß! Nach dem Spiel schaue ich wieder auf mein Handy für mehr Nachrichten von meinen Eltern. Mittlerweile heißt es: War nicht die Standheizung, Diesel sprudelt wieder. Na toll… Reperatur Mama PapaWenn sie es nicht rechtzeitig schaffen nach Griechenland, dann bin ich mit meinem Bruder und meiner Freundin, die ich ja in Thessaloniki am Flughafen abholen werde zu dritt unterwegs. Das wird dann echt kuschelig und eng… Zum Glück kommt dann bald eine positivere Nachricht: „Es war der Kraftstofffilter, der jetzt ausgetauscht wurde. Alles läuft wieder.“ Ich atme erstmal auf. So gerne ich meinen Bruder und meine Freundin habe zu dritt unterwegs mit so viel Zeug ist quasi unmöglich. Hoffentlich bleibt jetzt alles ganz und sie verpassen die Fähre nicht. Wir haben uns jetzt auch schon über einen Monat nicht gesehen. Ich freue mich aufs Wiedersehen.

Tag 40 – 12.08.2016

Nach dem Aufstehen füllen wir erst noch den Wassertank und sämtliche Wasserflaschen an der Trinkwasserquelle 100 Meter von unserem Stellplatz entfernt auf und fahren dann in Richtung Sofia. Dort angekommen finden wir erstmal den Parkplatz nicht und fahren einen schönen Kreis, bis wir ihn dann finden. Danach geht’s mit der U-Bahn ab in die Innenstadt und wir schauen uns zu Fuß weiter um. Sofia ist für mich wirklich eine tolle Stadt. Wir finden einen riesigen Markt, auf dem Obst, Gemüse und andere Lebensmittel verkauft werden. Als ich dort in der Nähe etwas filme, merkt das ein Mann und posed extra für die Kamera. Wir beide laufen dann lachend weiter.Sofia Pose 12-08-16 In Sofia ist auch quasi nichts für Touristen so groß und alles ist nur auf Bulgarisch beschriftet, was ich leider nicht kann und während unserer gesamten Tour in Zentrumnähe finden wir keinen einzigen Laden, der Souvenirs verkauft. Ich möchte aus jeder Hauptstadt einen Magneten an meinem Kühlschrank haben. Bis jetzt habe ich: Prag, Bratislava, Budapest und Bukarest. Wir schlendern also weiter durch die großen Straßen und kleinen Gassen, die der Stadt ihr ganz eigenes, aber wirklich wundervolles Flair geben. Als ich dann eine Zeitrafferaufnahme von einer Kreuzung mache, finden wir sogar noch ein freies WLAN von einem Rolladenladen, was eine richtig gute Upload Geschwindigkeit hat und ich schaffe es sogar mein Video hochzuladen, was mich echt schon zufrieden macht. Dann gehen wir noch etwas bei McDonalds essen und ich finde anschließend sogar noch einen Magneten für meinen Kühlschrank in einem kleinen Laden kurz vor der U-Bahn Station. Jetzt bin ich wirklich glücklich. Ich habe alles erreicht, was ich heute erreichen wollte.
Raus geht es aus Sofia wieder in Richtung Osten, weil wir ganz im Osten von Griechenland die Grenze passieren möchten, aber stehen erst mal im Stau. Ziemlich viele Bulgar*innen schauen mein Auto ziemlich interessiert und erstaunt an, und ein Bulgare spricht uns sogar an. Erst auf Bulgarisch dann, weil wir nach Englisch gefragt haben sogar auf Deutsch. Er wollte wissen, ob die Kabine schon standardmäßig zum Auto gehört oder ob wir sie drauf gemacht haben und wo wir hin fahren als nächstes. Dann hat er uns eine gute Fahrt gewünscht, uns noch versichert, dass der Stau die nächsten 2 Kilometer nachlassen wird und hat dann sein Fenster wieder hoch gemacht. Respekt. Ich wünschte ich könnte so gut Bulgarisch… Auf jeden Fall sind unsere Erfahrungen in Bulgarien bis jetzt alle nur echt positiv, bis auf einen Mann der Scheiben geputzt hat heute in Sofia, der uns nicht in Ruhe lassen wollte, aber dann zum Glück die Ampel wieder auf grün geschaltet hat. Ansonsten waren alle Bulgar*innen mit denen wir Kontakt hatten richtig freundlich, ja sie waren mega super duper freundlich. Und auch alle Bulgar*innen, die einfach nur zurückwinken oder lächeln oder lachen, wenn sie uns sehen. Das schafft einfach ein so geniales Gefühl… Ich fühle mich in Bulgarien wirklich willkommen. Das ist bis jetzt von den Menschen her das beste Land auf meiner Reise und deshalb macht es mir wirklich viel Spaß durch Bulgarien zu reisen.
Jetzt stehen wir übrigens in Plovdiv auf einem Parkplatz am Fluss. Hier ist es auch schön.Ich in Sofia 12-08-16

 

Tag 39 – 11.08.2016

So heute schlafen wir erstmal aus und ich freue mich, dass schon alles repariert ist und wir heute doch noch wandern gehen können, so wie wir es eigentlich vorhatten. Los geht’s dann einfach ohne einen Wanderweg querfeldein senkrecht den Berg hoch. Als wir dann oben ankommen sind wir doch leicht enttäuscht, weil überall Bäume sind und wir so gut wie keine Aussicht haben… Aber wir lassen uns davon unsere mittlerweile sehr gute Stimmung nicht verderben und laufen einfach weiter auf dem Berg und finden dann auch bald Wege und Aussicht, so wie wir es wollten. Dann kommen wir noch an einem Gehege vorbei, in dem nur ein Hund ist, der uns ziemlich laut anbellt. Sebastian meint nur das ist kein Gebell, sondern eine Alarmanlage. Recht hat er. Wir laufen einen der Wege zurück in die Richtung, in der wir die Straße und das Auto vermuten und kommen auch bald an der Straße an. Außerdem treffen wir noch ein paar Arbeiter, die Holz auf zwei LKWs laden, die auch freundlich zurück grüßen als wir grüßen. Dann sind wir ungefähr um zwei Uhr zurück am Auto und Sebastian macht Pudding, während ich anfange mein nächstes Video zu schneiden. Fürs Pudding essen mache ich eine kleine Pause und schneide danach weiter. Zwischendurch kommt auch noch eine Ziegenherde mit Hirte auf einem Pferd und ein paar Kühen vorbei. Erst als Sebastian wieder über Hunger klagt und ich merke, dass es draußen schon dunkel ist, wird mir bewusst wie lange ich jetzt schon geschnitten habe… Also essen wir was und ich schneide noch mein Video weiter, was ich dann endlich um zehn Uhr rendern kann. Aber es macht mir verdammt viel Spaß die Videos zu bearbeiten und hochzuladen. Selbst wenn es viel Zeit in Anspruch nimmt. Dazu kommt noch der positive Aspekt, dass ich selbst wunderbare Erinnerungsstücke für mich selbst habe, die ich nach der Reise oder in ein paar Jahren wieder ansehen kann. 

Jetzt gehen wir auf jeden Fall noch ein Stückle die Straße entlang auf der Jagd nach Internet, um den Beitrag hochzuladen und danach dann ins Bett.

Tag 38 – 10.08.2016 Bremse kaputt…

Nach dem Aufstehen geht es noch ne Runde schwimmen, frühstücken und dann los ins Balkangebirge zum Wandern. Die Aussicht auf der Fahrt ist schon atemberaubend, weil wir schon durch die Berge cruisen. Auf der kurvigen Bergstraße, die wir fahren sehen wir immer mal wieder so Trinkwasserquellen am Wegesrand und halten auch einmal, um etwas Wasser mitzunehmen. Schön kühles Quellwasser tut echt gut an so einem heißen Sommertag.

Wir haben keine Adresse, Koordinaten oder Ähnliches von dem Stellplatz, an den wir möchten und nur eine Beschreibung. Da standen wir nun an der Abzweigung und wissen nicht, ob links oder rechts. Wir entschließen uns dazu beide Wege auszukundschaften. Gesagt getan. Der erste Weg führt uns zu mehreren Übernachtungsmöglichkeiten an einem Fluss und auf dem zweiten (Schotterweg), der immer holpriger, enger und steiler wird drehen wir irgendwann um, weil wir nicht wissen, wie der Weg weiter geht und wir uns dann an den Fluss stellen möchten.

Geplant haben wir für heute, dass ich noch ein bisschen mein Video schneide und wir dann gegen Abend, wenn es kühler ist noch wandern gehen. Leider wird dieser Plan dann wegen dem Ausfallen meiner Bremsen zerstört. Wir fahren ganz gemütlich auf der Landstraße zurück zu dem Flussplatz, als einfach die Bremse erheblich weniger bremst bei Betätigung, als normalerweise und die Kontrolllampe für die Handbremse leuchtet.

Jetzt bin ich erstmal geschockt. Vielleicht gibt es ja eine ganz einfache Lösung? Bitte… Nein gibt es nicht. Irgendetwas tropft auf die Achse. Vermutlich Bremsflüssigkeit… Also stellen wir uns jetzt doch noch auf den Flussplatz, weil der nur noch einen Kilometer entfernt war und wir ja nicht mitten auf der Straße stehen bleiben wollen. Zum Fluss geht es eine relativ steile Abfahrt runter, die aber mit dem ersten Gang eingelegt und einer „Vollbremsung“ kein Problem darstellt. So jetzt was tun? Ich habe erstmal meinen Papa angerufen. Der weiß immer was zu tun ist. Vielleicht weiß er auch eine einfache Lösung für das Problem wer weiß? Aber nein leider nicht. Klar ist: ohne beziehungsweise mit vielleicht 10% Bremskraft weiter zu fahren ist gefährlich und machen wir auf keinen Fall. Deshalb rufe ich dann beim ADAC an, die dann alles Mögliche wissen wollen und auch genau wissen wollen wo wir stehen. Dann etwa eine viertel Stunde später ruft mich die bulgarische Abschleppfirma an, um nochmal genauer zu fragen wo wir stehen. Genau beim Übermitteln der Koordinaten ging der Handyempfang weg… Na toll… Blöde Berge. Danach hat die nette Dame von der Abschleppfirma aber nicht mehr zurück gerufen… Dann kam eine halbe Stunde später die Nachricht, dass vor einer halben Stunde jemand auf die Mailbox gesprochen hat. Das war wiederrum der ADAC, der mir sagen wollte, dass der Abschleppdienst in etwa ner dreiviertel Stunde kommt. Kaum das Handy aus der Hand gelegt sehe ich ihn auch schon oben auf der Straße fahren.

Dann kam das nächste Problem: die zwei Männer, die mit dem Abschleppwagen kamen sind sich uneinig, ob mein Auto nicht zu groß und schwer für ihren Abschleppwagen ist, der übrigens schon ziemlich verbeult war… Aber sie laden dann trotzdem auf. Beim hoch ziehen von meinem Auto mit der Seilwinde sitzt mein Auto hinten fast mit der Anhängerkupplung auf dem Boden auf, weshalb der eine Mann dann noch Holzbretter holt, um mit dem Hinterreifen darauf zu fahren, damit das Ganze höher kommt. Das klappt dann doch relativ gut, bis auf den Fakt, dass das Holzbrett an  mein Auto geschlagen ist… Aber zum Glück nichts kaputt gemacht hat.

Es ist mittlerweile auch schon acht Uhr abends und an der Werkstatt hängt ein Schild „09-18 Uhr“. Gut dann denke ich wir dürfen hier stehen bis morgen früh und dann wird nach meinem Auto geschaut. Aber nix da. Es kommt direkt in die Halle und der Werkstattmeister und einer der Abschleppwagen Männern gehen in die Grube, um nach meinen Bremsen zu schauen. Nach einer Weile und nachdem sie meine ADAC-Karte abfotografiert haben, damit sie wissen wo sie ihr Geld her bekommen (Ich musste für das Abschleppen nichts bezahlen und es ging echt schnell. Der ADAC ist darin schon echt gut.) fahren die zwei Männer mit dem Abschleppwagen wieder davon. Aber auch nicht lange, denn sie kommen nacheinander wieder mit ihren eigenen PKWs angebraust, um dem Werkstattmeister zur Hand zu gehen. Respekt. Also tauschen sie dann meine Bremsleitung aus und füllen Bremsflüssigkeit nach mit ab und zu einer kleinen rauch und Bier trink Pause. Um halb zehn darf ich dann auch schon wieder fahren. Das ging echt fix und hat auch nur 50 Euro gekostet. 
Ich bin echt glücklich, als ich wieder in meinem Auto sitze und fahren darf, ohne dass die Kontrollleuchte leuchtet und mit einer funktionierenden Bremse. Wir fahren wieder zurück an den Flussplatz und kommen da um viertel vor elf an. Jetzt heißt es erst einmal durchatmen. 
Dass das so schnell geht hätte ich niemals erwartet. Ich dachte, dass wir mit dem Problem jetzt erstmal die nächsten Tage zu kämpfen haben zumindest noch morgen. Außerdem weiß ich immer noch nicht was den Bremsschlauch kaputt gemacht hat. Vielleicht war es ein Steinchen von der Schotterpiste… Aber nach über 4000 Kilometern Fahrt darf so ein im Endeffekt leicht zu lösendes Problem doch mal sein, finde ich. Abgesehen davon war noch gar nichts am Auto. Nicht mal eine Kleinigkeit. Das ist echt toll und bedeutet, dass mich das Auto noch an viele schöne Stellen sicher bringen wird! 

In der Werkstatt

20:15 Uhr

Jetzt sind wir in der Werkstatt angekommen und einer von den zwei Männern vom Abschleppdienst hilft noch beim reparieren und keine fünf Minuten später schmeißen die zwei schon einen Bremsschlauch aus der Grube. Dann fahren die zwei Männer mit dem Abschleppwagen wieder nachdem sie sich noch meine ADAC-Karte mit dem Handy abfotografiert haben und winken uns zum Abschied. Es ist mittlerweile auch schon viertel nach acht und der Werkstattmeister arbeitet trotzdem noch. Respekt. Der Schaden wird hoffentlich bald repariert sein. Ich bin optimistisch. 

Unterwegs 

19:26 Uhr

Mittlerweile ist der Abschleppwagen gekommen und hat uns aufgeladen… Ein ziemliches Abenteuer, weil die selbst nicht sicher sind, ob das Auto nicht zu groß ist für ihren Wagen… Beim Aufladen schlägt noch ein Holzteil an mein Auto, aber ansonsten klappt alles. Durch die anschließenden Dörfer ist es nochmal spannend, weil die Stromleitungen ziemlich tief hängen…. Passt aber gerade so. Jetzt sind wir unterwegs zu einer Werkstatt. Hoffentlich kann die uns dann auch weiterhelfen.

Bremse kaputt…

18:25 Uhr

Wir stehen hier im Balkangebirge an einem Fluss und kommen nicht mehr weiter, weil meine Bremse nicht mehr bremst… Keine Ahnung wieso. Vielleicht hat auf der Schotterpiste ein Steinchen einen Bremsschlauch losgeschlagen. Abschleppdienst ist gerufen. Ich halte euch auf dem neuesten Stand. 

Tag 37 – 09.08.2016

Gestern Nacht habe ich noch mein „Mit dem Wohnmobil nach Ungarn“ – Video geschnitten und hochgeladen. Das Internet vom Restaurant dort, was wir benutzen dürfen ist echt gut. Deshalb schauen wir heute früh noch nach ein paar Übernachtungsmöglichkeiten für die nächsten Tage und auch heute und fahren dann dort hin. Ziel ist es Richtung Balkangebirge zu fahren, also in das bulgarische Inland. Die Landstraßen sind zwar immer noch nicht in einem super Zustand aber auf den ersten Eindruck schon einmal deutlich besser, als es in Rumänien der Fall war. Oder wir sind es einfach nicht anders gewohnt… Die Fahrt führt uns schon durch eine atemberaubende Landschaft und der Campingplatz hat auch keine schlechte Aussicht zu bieten. Dann drehe und schneide ich noch das „Mit dem Wohnmobil nach Rumänien“ Video und so ist der Tag dann auch nach der über vierstündigen Fahrt und einer kleinen Runde plantschen im Pool hier vorbei. Morgen möchte ich mal fragen, wo man hier in der Nähe wandern gehen kann. Irgendwo muss das bestimmt möglich sein.Balkangebirge 09-08-16

Tag 36 – 08.08.2016

Wir stehen auf und gehen noch ein letztes Mal an diesem Platz baden und danach heißt es aufräumen, aufräumen und aufräumen… Das ist leider so wenn man wo länger steht. Jetzt müssen wir nur noch aus den Löchern raus kommen, die der Wind im Laufe der Tage an allen vier Rädern gegraben hat. Das beeindruckt mein Auto aber wenig und wir können einfach raus fahren ohne dass ein Rad durchdreht oder irgendwelche Anzeichen von Schwierigkeiten auftreten. Irgendwann will ich nochmal in den wirklich tiefen und weichen Sand um die Grenzen von meinem Auto herauszufinden. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit wenn meine Eltern dabei sind, um mich wieder raus zu ziehen. Dann geht es für uns nach Constanza. Wir sehen auf der Hinfahrt schon die Seilbahn, aber die sieht ehrlich gesagt nicht so spektakulär aus, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Fahrt weiter nach Constanza rein ist dann doch wieder, wie zu erwarten war, chaotisch und alle fahren durcheinander, Ampeln verstecken sich hinter Bäumen und Laternen, Fußgänger laufen auf die Straße und und und… Das war ein ziemlich großer Schock erstmal für mich nach den fünf Tagen Meer und der sandigen Piste dorthin. Als wir dann endlich einen Parkplatz am Hafen gefunden hatten laufen wir in Richtung Stadt um, so ist der Plan, am Rathaus (so steht es im Büchle) in den Sightseeing Bus einzusteigen. Wir laufen einen echt schönen Weg an der Mole entlang und sehen ganz viele Frachter, die vor der Stadt ankern und darauf warten, in den Hafen zu dürfen. Dann finden wir nach dem Containerhafen noch einen Sportboothafen. Da kommen ziemlich schnell Erinnerungen hoch, an meinen Segelclub. Ich vermisse den Segelclub, das Segeln und die Menschen dort. Dafür kann ich mich schon mal darauf freuen, sie wiederzusehen, wenn ich zurückkomme. Dann kaufen wir uns noch einen Döner und suchen das Rathaus weiter… Wir finden aber weder Rathaus noch irgendwo etwas das nach Sightseeing Bus aussieht und auch alle Passanten, die wir gefragt haben wussten uns nicht zu helfen… Nach zwei Stunden suchen geben wir dann auf und gehen zurück zum Auto und fahren weiter. Wir wollen auf einen Campingplatz am Meer nahe der bulgarischen Grenze, um zu ver- und entsorgen, weil das wirklich dringend nötig ist nach den sechs Tagen frei stehen. Aber finden werden wir nur ein geschlossenes Gatter und eine Wiese daneben… Also fahren wir weiter durch das Dorf und finden noch ein Campingplatzschild, was uns aber nur zu einem abgesperrten Gelände für Zelte führt. Na toll. Aber wir verzweifeln nicht, obwohl es schon halb acht ist und schauen im Internet nach einem Campingplatz in Bulgarien nahe der Grenze finden einen, holen schnell die Reisepässe, fahren an die Grenze, wechseln noch die übrig gebliebenen Lei und schwupp die wupp stehen wir auf einem bulgarischen Campingplatz nahe am Meer und unterhalten uns mit einer Deutsch-Österreichischen Gruppe von Jugendlichen, die aus Serbien mit dem Fahrrad hier her gefahren sind im Rahmen von einem Programm der christlichen Kirche. Das beeindruckt mich dann doch. Schon seit längerem ist es ein Traum von mir mit dem Fahrrad von Zuhause ans Nordkap zu fahren und zurück. Das werde ich auf jeden Fall auch irgendwann noch machen. Vielleicht nächsten Sommer, wer weiß. Mir gefällt beim Fahrradfahren am besten der Gedanke, dass man mit eigener Muskelkraft so weit gekommen ist und eben keinerlei Hilfsmittel wie ein Auto, ein Zug oder ein Flugzeug benutzt. Außerdem sieht man so mehr von der Landschaft, wenn man langsamer unterwegs ist. Und man erfährt ein Land vielleicht ganz anders als mit dem Auto. Je mehr ich darüber nachdenke, desto wahrscheinlicher wird es, dass ich das machen werde, weil es bestimmt wirklich interessant ist und eine ganz andere Erfahrung, weil es körperlich viel anstrengender ist.

Constanza 08-08-16