Tag 136 – 13.11.2016 – Tschüssi Griechenland…

Heute geht also meine Fähre nach Italien. Nach einer kleinen Phase der Überforderung, weil im Hafen von Patras einfach überall tausende Schilder hängen und das auch noch doppelt (Auf Griechisch und Englisch), durch die ich irgendwie irgendwo hin durch fahre, aber letzten Endes doch am richtigen Parkplatz stehe. Meine Fähre steht schon im Hafen. Die „Superfast II“, auf der man im Sommer hätte „Camping on board“ hätte buchen können. Das heißt man schläft in seinem eigenen Auto auf der Fähre, weil diese ein offenes Deck hat.2016-11-13-superfastii Als ich weiter entlang am Hafen laufe kann ich auf das „Festland“ (Peloponnes ist genau genommen ja eigentlich auch Festland) von Griechenland weiter nördlich gucken und erkenne die Berge wieder, vor denen ich am 15. September am Strand unten mal übernachtet habe. Das finde ich irgendwie beeindruckend, weil ich „damals“ da drüben stand und Richtung Patras geguckt habe und jetzt stehe ich hier keine 20 Kilometer Luftlinie und schaue zurück, aber dazwischen liegen viel mehr, als diese 20 Kilometer. Ich war inzwischen in Delphi, Athen, Zuhause, Korinth, Epidauros und ja eigentlich habe ich die ganze Peloponnes aufs Ausgiebigste erkundet und jetzt stehe ich hier und verlasse Griechenland. Ein Land mit dem ich dank meiner Reise sehr viele Emotionen, Erinnerungen und Erfahrungen verbinden werde. Ganz egal was die Zukunft bringt. Naja genug den Gedanken hinterhergehangen jetzt muss ich mich um mein Ticket kümmern. Das ging ehrlich gesagt leichter als gedacht und die nette Frau vom Superfast-Schalter hat wie zu einer mündlichen Abfrage in der Schule mich nach dem Kennzeichen zur Überprüfung gefragt. Dann heißt es warten. Zwei Stunden voller gelassener Spannung. Ja das ist irgendwie komisch… Obwohl ich weiß, dass ich noch Stunden Zeit habe bis ich überhaupt was machen muss, geschweige denn von der Abfahrt, bin ich doch angespannt… Schließlich geht es dann durch die Sicherheitskontrolle, in der die Beamten alles ganz genau kontrolliert haben und ich jeden Schrank (bis auf den Kühlschrank) öffnen musste. Nach noch einer halben Stunde warten geht’s dann endlich in die Fähre und ich atme auf, weil ich weiß, dass ich bis morgen früh nichts mehr machen muss. Auf dem Open Deck bin ich dann der einzige, als die Fähre ablegt, obwohl man hier eine wunderbare Aussicht über Patras genießen kann.2016-11-13-ironie 2016-11-13-open-deck 2016-11-13-patras 2016-11-13-platz-auf-faehre2016-11-13-patras-dunkelAls dann irgendwann die Lichter der Stadt immer kleiner werden und ich vom Wind ziemlich durchgepustet wurde gehe ich in den Raum mit den Schlafsesseln. Zuerst schaue ich einen Film, danach lese ich etwas und schaue noch einen Film. Als ich dann schlafen möchte wird mir erst bewusst (wegen Kopfhörer raus), dass der Mann hinter mir total laut schnarcht… Der hat wohl einen Schnarchsessel gebucht… 2016-11-13-patras-weg

Tag 135 – 12.11.2016 – Fliege

Von heute ist nicht viel zu berichten… Ich bin auf meinem Platz geblieben und habe nicht viel gemacht, wegen dem Regen, der die Pfütze vor meinem Auto immer wieder größer und kleiner werden ließ. Irgendwann habe ich noch um geparkt, weil der Seitenwind schon ziemlich am Auto gewackelt hat. Lange Zeit beobachte ich eine kleine Fliege, die sich immer wieder irgendwo hinsetzte und nach kurzer Zeit wieder weiterflog. Wie ein rastloser Wanderer ohne Ziel. Vielleicht hatte sie ja ein Ziel und ich weiß es nur nicht, aber irgendwie fasziniert sie mich… 2016-11-12-fliegeMorgen geht es für mich dann endlich auf nach Italien. Obwohl ich „endlich“ geschrieben habe wird es mir schwer fallen Griechenland zu verlassen. So viel Schönes habe ich hier erlebt und so viele neue Erfahrungen habe ich in diesem Land gesammelt, wie in keinem anderen auf meiner Reise. Es ist für mich so viel mehr, als nur ein Land, aber auf der anderen Seite freue ich mich natürlich auch auf Italien. Übrigens für alle, die es interessiert, was ich so grob an Geld verbrauche: Wenn ich den Durchschnitt von der ganzen Reise ausrechne und das mit meinem Rückflug nach Deutschland mit eingerechnet habe ich einen Verbrauch von etwa 25 am Tag. Das ist ein guter Wert finde ich, weil man auch bedenken muss, dass ich in dieser Zeit über 10.000 Kilometer Auto gefahren bin. Das ist es auf jeden Fall wert, weil durch das, was ich hier erlebe gewinne ich so viele neue Erfahrungen und werde vor Aufgaben gestellt, die gemacht werden müssen, wie die Fährfahrt nach Italien jetzt zum Beispiel. Ich weiß, dass ich in Italien ankommen werde, weil es immer irgendeinen Weg gibt, auch wenn man keine Ahnung hat. Mein Bruder hat mir, als er hier war gesagt, dass ich viel gelassener geworden bin. Vielleicht ist es auch das, was mich meine Reise am meisten gelehrt hat bis jetzt. Gelassener nicht im Sinne von faul oder Tatenlosigkeit, sondern eher von ruhig und entspannt. So wie jetzt mit der Fähre wieder. Morgen fahr ich da einfach mal hin und schau dann weiter und ich weiß, dass ich so ans Ziel komme. Naja egal morgen wird nichtsdestotrotz ein anstrengender Tag. Gute Nacht. 2016-11-12-horizont

Tag 134 – 11.11.2016 – Raupe

Heute beim Baden in der Sonne fasse ich einen Entschluss: Ich werde meine letzten Tage in Griechenland genießen und nicht mehr viel machen. Die warme Sonne am Strand ist einfach nur toll. So geht es also für mich weiter zu einem anderen Strand, zu dem ich durch einen wunderschönen Pinienwald fahre und dann einen Stellplatz in den Dünen finde.2016-11-11-stellplatz Abgesehen davon, dass der Strand relativ vermüllt ist, ist es ein wunderschöner Platz und ich mache noch eine im wörtlichen Sinne kleine Entdeckung: Auf fast jeden grünen Halm, der aus dem sandigen Boden wächst, klettern kleine schwarz-weiße Raupen, die die Halme auffressen. Sehr interessant, aber auch irgendwie gruselig, wenn man sie lange und näher betrachtet… Naja aber der Tag heute war schön und entspannend. Das ist jetzt irgendwie meine Urlaubsphase geworden. In Italien habe ich dann wieder mehr zu entdecken und dann wird der Urlaub beendet und das Reisen beginnt wieder!2016-11-11-raupe

Tag 133 – 10.11.2016 – erfolgloses Abenteuer

Endlich hat es aufgehört zu regnen und ich wache auf mit dem besten Sonnenschein! Deshalb breche ich auch voller Motivation auf zu einem stillgelegten Salzwerk, was im Reiseführer beschrieben wird. Doch bald merke ich, dass ich nicht dort ankomme, wo ich ankommen will… Das Problem ist nämlich, dass keine Koordinaten oder sonstige Standorte von dem Salzwerk im Buch stehen nur eine Anfahrtsbeschreibung, wo es heißt, dass ich im Ort links an ner Metzgerei und nem Brunne vorbei auf irgendeiner Vorfahrtsstraße Richtung Nordwesten 2,6 Kilometer fahren soll. Blöd nur, dass ich in den engen, chaotischen Straßenverkehr keine Zeit habe nach einer Metzgerei zu suchen… Irgendwie lande ich dann in der wahrscheinlich richtigen Richtung, aber finde mich bald auf Feldstraßen und dann schließlich am Meer wieder, wo der angeblich so wunderschöne und einsame Badeplatz ist, auf dessen Weg man am Salzwerk vorbei kommt. Also schön ist der Platz nicht so wirklich… Und das Salzwerk habe ich auch nicht gefunden… So leicht gebe ich mich aber nicht geschlagen und fahre noch ein paar andere Stichstraßen und Abzweigungen ab, aber finde das Salzwerk einfach nicht… Na gut dann geht’s halt weiter zu einem nahe gelegenen Badeplatz. So leicht ist die Fahrt dann doch auch wieder nicht und ich bin mehr als einmal froh, dass ich den Allrad einschalten kann, weil das fahren manchmal mehr etwas von Schlitten fahren hat, als von fahren. Das liegt halt an dem total aufgeweichten Boden, in dem ich eine tiefe Matschspur hinterlasse. Das alles aber auf offiziellen Wegen. Dann plötzlich stoße ich auf ein Hindernis ganz anderer Art: Die Straße ist gesperrt. Und das mit Erdaufhäufungen. Einfach so… 2016-11-10-ende-aus-micky-mausDann halt wieder rückwärts bis zum vorherigen Abzweig und einen anderen Weg suchen. So kann man auch seinen Tag verbringen, oder? Ich bin dann nach vielen Umwegen endlich angekommen und genieße dann erstmal die Sonne. 2016-11-10-stellplatzKomisch wird’s, als das Wetter sich einfach nicht entscheiden kann und es regnet und dabei die Sonne scheint gleichzeitig… Am Abend schaffen die dunklen Wolken in Zusammenspiel mit den Funkellichtern irgendeiner Stadt und den letzten Sonnenstrahlen nochmal ein eindrucksvolles Ambiente. Langweilig war der Tag heute auf jeden Fall nicht, vor allem die Autofahrt war zwischendurch dann doch mal spannender, als gedacht. 2016-11-10-ambiente

Tag 132 – 09.11.2016 – Regen – Wind – Regen – Wind

Irgendwie wollte ich nicht so wirklich einschlafen… Ob das an dem Sturzbach artigen Regen, der auf den Alkoven prasselt oder an dem ab und zu tiefen Donnergrollen oder den Blitzen, die durch das halb geöffnete Fenster das gesamte Innere beleuchten oder doch an den Sturmböen, die mich und mein gesamtes Auto hin und her schaukeln liegt?  Ich weiß es nicht. Irgendwann schaue ich dann auf die Uhr und die zeigt mir vier Uhr an… Also muss ich wieder aufgewacht sein.

Als ich dann ein paar Stunden später aufstehe ist es immer noch genauso blöd mit dem Wetter und ich beschließe, dass ich heute einfach hier bleiben werde. Ich weiß, dass ich eigentlich was unternehmen wollte auch wenn es regnet, aber dieser Starkregen mit den Sturmböen sind mehr als nur ungemütlich… Trotzdem lasse ich mir davon meine Laune nicht verderben und ziehe mir meine Badehose an und renne draußen im Regen durch die Pfützen und schmeiße mich danach in die Fluten, die mich mit sich ziehen wollen. Ich muss echt gestehen, dass mir das unglaublich viel Spaß macht, obwohl es schnell kalt wird in dem starken Wind. 2016-11-09-badenZurück im Warmen und Trockenen werfe ich auch noch einen Blick auf das Regenradar: auf der ganzen Westseite der Peloponnes ist so ein Sauwetter… Demnach bringt es auch nichts weiter zu fahren… Aber wisst ihr was? Ich habe eine Geheimwaffe gegen blödes Wetter: Musik so laut, dass man den Regen nicht mehr hört und fröhlich (Aber schief – ist ja egal hört ja keiner) mitsingen. Der Rest des Tages vergeht mit Lesen, aufräumen, schneiden und beobachten, wie sich der Parkplatz immer mehr in einen See verwandelt. 2016-11-09-lesenAb und zu lassen die Regenschauer an Intensität nach und hören sogar ganz auf, aber nur, um dann nochmal stärker wieder anzufangen… Als dann die Sonne untergegangen ist wird es nochmal richtig heftig mit Wind und Regen für eine halbe Stunde, aber dann lässt es wieder etwas nach. Meine nächste Nacht wird hoffentlich nicht so unruhig wie die letzte. 2016-11-09-seeparkplatz

Tag 131 – 08.11.2016 – Beluga Skelett

Trüb empfängt mich der Tag heute und das Meer wild und so werde ich beim Baden hin und her geschubst von den Wellen, was mir ehrlich gesagt ziemlich viel Spaß gemacht hat. Dann breche ich auf weiter in Richtung Patras. Nach zwei Stunden der Fahrt gelange ich an meinen Übernachtungsplatz. 2016-11-08-stellplatzDas trübe Wetter lädt mich heute nicht wirklich dazu ein wandern zu gehen und das ist das einzige, was ich hier noch machen kann. Am Strand, wo übrigens auch sehr sehr große Wellen brechen, finde ich ein Stück von einer Wirbelsäule. Sie könnte von einem Beluga (kleine Walart) stammen. Etwas weiter abseits finde ich auch noch andere Knochenteile. Gruselig, aber eigentlich viel mehr interessant zu sehen. 2016-11-08-skelett

Es steht jetzt auch fest wann ich nach Italien mit der Fähre übersetze. Am Sonntag den 13.11.2016 verlasse ich dann Griechenland. Das ist in fünf Tagen schon. So sehr es mir weh tut Griechenland zu verlassen, so sehr freue ich mich aber auch auf Italien. Ich habe schon ein bissle in den Reiseführer gespitzelt: Es gibt dort wirklich viel zu sehen in der Gegend, wo ich mit der Fähre ankomme. In Italien war ich bisher noch nicht wirklich. Einmal ein paar wenige Tage in Südtirol und einmal auf Studienfahrt in Rom, aber ansonsten habe ich noch nichts gesehen von dem Land und ich bin echt gespannt drauf. Aber jetzt schaue ich erstmal auf morgen, dass ich mal wieder Programmpunkte habe und da ist es mir jetzt egal, ob es regnet oder nicht.2016-11-08-wellen

Tag 130 – 07.11.2016 – Erinnerungen

Erinnerungen sind komische Sachen… Sie können positiv sein und mich total glücklich machen und zum Grinsen bringen, wenn ich nur an sie denke, aber sie können mich auch tief traurig machen. Manchmal frage ich mich: „Was wird mir später von meiner Reise in Erinnerung bleiben?“ Sicherlich nicht so ein Tag wie heute, wo ich einfach nur weiter gefahren bin durch ein Gebiet, wo ich mit Sebastian schon alles angeschaut habe und geschnitten, aufgeräumt habe noch Wasser aufgefüllt und Kontakt wegen der Fähre nach Italien aufgenommen habe. Alles Sachen die nicht interessant zu berichten sind, aber auch erledigt werden. Obwohl. Vielleicht werde ich mich doch an heute erinnern, weil hier am Strand riesige Wellenfronten auf den Sand krachen und vier hintereinander auf den Strand zu rollen. Das ist ein eindrucksvolles Bild. 2016-11-07-meer-wellen

Wenn ich aber so zurückblicke sind es mehr die Momente mit anderen Menschen und Personen, die ich gern habe und die mir nahe stehen, die meine Erinnerungen prägen. Ich finde Zeit, die man im Umgang mit anderen Menschen verbringt ist die wertvollste und doch brauche ich manchmal etwas Ruhe nur für mich. Stille und Zeit, um über Sachen nachzudenken bis ich dann meistens merke, dass viel nachdenken nichts bringt und meinem Bauchgefühl folge. Natürlich nicht so, dass alles Schwachsinn ist, was ich mache also ich schalte meinen Kopf nicht ab, aber manchmal fühle ich mich einfach leichter, wenn ich nicht nachdenke, sondern einfach mache. Übrigens habe ich vor, wenn ich wieder zurück bin in eineinhalb Monaten einen Film/Reisezusammenfassung zu schneiden. Dafür sammle ich auch immer wieder mal ein paar Gedanken, wenn mir welche einfallen. Ich möchte das nämlich nicht so wie einen Reisebericht chronologisch aufbauen mit: „Jetzt bin ich hier dann war ich dort und danach da drüben“ – nein ich habe etwas höhere Ansprüche an mich selbst. Es soll mehr ein Film gemischt mit einem Vlog, aber trotzdem ein Bericht werden… Keine Ahnung, ob das klappen wird. Ich meine es kann auch nach hinten losgehen und total doof werden, aber nein kann es eigentlich nicht. Ich werde dann nämlich so lange weiter dran rum basteln bis es mir gefällt. Aber das liegt, auf jeden Fall jetzt, noch in gefühlt weiter Zukunft. Jetzt bin ich in Griechenland und fahre bald nach Italien. Wieder ein neuer Abschnitt auf meiner Reise, auf den ich mich auch echt freue und genieße, weil meine Reise bald zur Erinnerung wird. Eine Erinnerung, an die ich mich bestimmt extrem gerne erinnere und aus der ich wirklich viel gelernt haben werde. Erinnerungen sind komische Sachen…

Tag 129 – 06.11.2016 – Bruder weg

Wir schlafen aus, gehen nochmal ins Meer und dann ist es auch schon bald ein Uhr und Sebastian muss zum Flughafen. Dort angekommen warte ich noch mit ihm bis der Security Check aufmacht und mache ein paar (45) Updates am Handy mit dem Flughafen WLAN. Dann heißt es aber endgültig Abschied nehmen und kehre zu meinem Platz zurück. Mittlerweile ist es auch schon halb drei und ich überlege mir, wie es in nächster Zeit weitergehen soll mit meiner Reise. In Griechenland habe ich ja eigentlich schon mehr oder weniger alles gesehen… Klar kann man nie alles gesehen haben von einem Land, aber ich war schon an echt vielen schönen, interessanten und tollen Orten und habe in Griechenland extrem viele tolle Erfahrungen gemacht.  Am 15.08.2016 habe ich zum ersten Mal etwas von Griechenland gesehen und das war Tag 43 meiner Reise. Heute ist Tag 129…. So viel Zeit habe ich schon hier verbracht, weil ich es einfach so genial und abwechslungsreich finde. Trotzdem steht mein Entschluss fest: ich werde noch den westlichen Teil der Peloponnes erkunden und dann nach Italien mit der Fähre von Patras aus übersetzen. Wenn ich so dran denke tut es mir irgendwie auch weh dieses wundervolle und sehr gut zu bereisende Land voller Erfahrungen hinter mir zu lassen… Zum Glück nehme ich meine Erfahrungen, Eindrücke und alles andere, was ich hier gelernt habe mit über die Grenze, weil die mir keiner mehr nehmen kann. Außerdem heißt es ja nicht, dass Griechenland dann weg von dieser Welt ist und ich nicht mehr wiederkommen werde. Ganz im Gegenteil: ich möchte auf jeden Fall wiederkommen. Noch ist es aber nicht so weit und ich genieße meine Zeit bis dahin noch in Griechenland. Was ich morgen genau mache, weiß ich aber immer noch nicht…

Mittlerweile ist mein Bruder, der erst nach Wien geflogen ist und dort umsteigen musste in den nächsten Flieger nach Stuttgart, weil es keine Direktverbindung mehr gab so spät im Jahr, in Stuttgart angekommen, wo ihn meine Eltern abgeholt haben und sie jetzt auf dem Weg nach Hause sind. 2016-11-06-bastian-zurueckVerrückt wie schnell man doch wieder zurück sein kann…. Selbst mit dem Auto sind es nur ein paar Tage und trotzdem fühle ich mich sehr weit weg von Zuhause. Das ist aber kein Nachteil. Zumindest meistens… Manchmal überkommt mich so ein Gefühl, dass ich gerne zurück sein will, damit ich alle wiedersehen kann und meine Pläne, die ich schon habe für die Zeit, nachdem ich zurückgekommen bin in die Tat umsetzen kann, aber mein Heimaturlaub hat mir auch gezeigt, dass ich Zuhause nichts verpasse und dass ich deshalb meine Reise genießen kann und auch werde. Wenn ich dann zurück komme wird alles wie vorher sein und doch ist es anders. Ist das nicht der eigentliche Grund wieso ich aufgebrochen bin? Damit ich mich verändere und einen neuen Blickwinkel dazu gewinne? Muss ich wirklich erst am anderen Ende von Europa sein, um zu merken, was ich Zuhause wirklich alles habe? Scheint so…

Tag 128 – 05.11.2016 – antikes Messini

„Hallo meine Lieben ich habe euch gaaaaaanz dolle lieb!“. Das war die Idee von meiner Freundin, dass ich meinen Blogbeitrag so anfangen soll. Naja egal auf jeden Fall ist der Anfang jetzt vorbei und wir fahren heute bei schönstem Wetter ins antike Messini, welches früher von den Spartanern belagert wurde. Standgehalten haben sie nur, weil eine riesige Festungsmauer noch ein großes Areal um das Dorf mit Feldern eingeschlossen hat, sodass sie keine Hungersnöte zu befürchten hatten. Mit dem Auto fahren wir durch die ehemaligen Außenmauern, die echt beeindruckend groß sind und sogar den Berg hoch führen. 2016-11-05-messini-mauern

Kurze Zeit später kommen wir an den Ausgrabungen an, die nach dem überfüllten Olympia entspannend leer sind. Beeindruckend sind für mich war die Schatzkammer, die mit einer 1,5 Tonnen schweren Steinplatte und mit Vakuum verschlossen wurde und das gut erhaltene Stadion, mit seiner genialen Aussicht in die umliegenden Berge. Langsam möchte mein Bruder zurück zum Auto, weil es echt heiß ist in der Sonne auf dem steilen Gelände umher zu laufen und wir haben auch schon fast das gesamte Areal abgelaufen, also treten wir den Rückweg an. 2016-11-05-messini-ausgrabungen 2016-11-05-messini-ausgrabungen2 2016-11-05-messini-ausgrabungen3 2016-11-05-messini-ausgrabungen4 2016-11-05-messini-ausgrabungen5

Dann nehmen wir Kurs in Richtung Kalamata, weil Sebastian morgen in den Flieger steigen muss. An meinem Platz, den ich schon zum dritten Mal anfahre, angekommen reden wir später noch mit einer Frau, die Katzen füttert und auch mal in Stuttgart gelebt hat und uns sogar noch Brot für die Katzen für später und morgen da lässt. Gegen Abend kommen dann noch ein paar Jugendliche, die mit ihren Rollern ziemlich viel Krach machen und sogar die Reifen quietschen lassen. Bald sind sie auch wieder weg und wir machen noch den online Check-in für Sebastian und essen etwas. Morgen ist er dann auch wieder weg und ich werde dann höchstwahrscheinlich die restliche Zeit alleine verbringen. Was ich dann machen werde und wohin ich fahren werde und wie lange ich in Griechenland noch bleiben werde weiß ich noch nicht… Darüber muss ich mir morgen mal Gedanken machen.

Tag 127 – 04.11.2016 – Bastai

8:00 Uhr – Regen

9:00 Uhr – Regen

10:00 Uhr – Regen

11:00Uhr – kein Regen mehr und Sebastian wacht auch auf. Dann höre ich also auf zu lesen und gehe bei wunderbarstem blauen Himmel und Sonne ins Meer. Meinem Bruder ist es „zu ungemütlich“. Danach geht’s auf in die Berge zu unserem heutigen Programmpunkt: einer Bastai. Länger als gedacht cruisen wir über die kurvigen Bergstrecken, durch enge Dörfer, durch Ziegenherden und an wunderschönen Aussichten vorbei bis wir auf den ebenen Parkplatz nicht weit von einem sehr großen Zelt artigem Gebäude rollen. 2016-11-04-aussicht2

Ticket „gekauft“ (wieder kostenlos, da Schüler) und wir staunen echt nicht schlecht, als wir einen Blick in das Innere des Zeltes werfen: riesige Säulen reihen sich aneinander in deren Mitte wir ein rekonstruiertes Gebäude finden. Die Größe des, wie ich später lese, Tempels zur Huldigung Apollos, ist am besten mit dem Tempel auf der Akropolis in Athen zu vergleichen ist. Hier drinnen ist es sogar noch etwas kühler, als vor dem Zelt. Logisch. Wir sind ja auf über 1100 Meter üNN. Der Bau dieses riesigen Bauwerks hat sogar nur 20 Jahre gedauert, so schätzt man und das finde ich auch wirklich beeindruckend, weil er etwa 420 v.Chr. gebaut worden ist und das bedeutet, dass keinerlei Maschinen oder sonstige Hilfsmittel vorhanden waren und dann kommt noch dazu, dass wir uns mitten in einem Gebirge befinden! Einfach nur: wow.2016-11-04-bastai1 2016-11-04-bastai2

Außer der tollen Aussicht, die wir auch schon während der Fahrt bewundert haben gibt es hier oben nicht mehr viel zu sehen und wir beschließen dann nach einem zweiten, nicht weniger staunenden und ausgiebigen Blick auf den Tempel, dass wir wieder zurück zu unserem Übernachtungsplatz von heute Morgen fahren. Der liegt auf dem Weg und war wirklich wunderschön! Gesagt getan und schon stehen wir wieder hier und ich lausche dem Rauschen der Wellen. Auf der Rückfahrt haben wir noch ein selbsterfundenes Spiel gespielt, worin es darum ging Flachwitze selbst zu erfinden 😀 . Mein „bester“ Flachwitz war: „Wie ist der Vorname von Herrn Igel?“ – „Schokor!“. Mein Bruder muss am Sonntag ja leider schon wieder nach Deutschland fliegen, weshalb wir uns dann morgen wieder so langsam Richtung Flughafen aufmachen müssen… Die Zeit mit ihm ist (genauso wie die Zeit mit meinem Papa) sehr schnell vergangen und wir haben tolle Sachen erlebt. Was ich danach dann machen werde weiß ich noch nicht… Das überlege ich mir dann am Sonntag.2016-11-04-aussicht