Tag 159 – 160  – 06. – 07.12.2016 – Heimreise

Auf die Fähre kommen wir erst ziemlich spät und müssen dann in das zweite Untergeschoss fahren, wo wir nicht gerade und parallel zum nächsten Wohnmobil parken dürfen, sondern uns quer und halb vor ein anderes Wohnmobil stellen sollen. Keine Ahnung was das genau bringen soll, weil die Fähre auch nicht annähernd voll mit Autos ist, aber ich höre auf den Einweiser und so lassen wir das Nävle dann schräg zurück und gehen auf unsere Kabine, die nur kalt geheizt wurde… Die Abfahrt vom Schiff verzögert sich aber um fast zwei Stunden, weil permanent noch LKWs eingeladen wurden.

Die Überfahrt an sich verlief total ruhig und problemlos, nur war mir ein wenig langweilig zwischendurch und deshalb habe ich nachdem ich alle Filme geschaut hatte auf dem Handy noch ein paar alte Vlogs von mir geschaut… Ich habe echt schon ne Menge erlebt in den vergangenen fünf Monaten… Nach einer ewigen Warterei kommen wir dann auch um halb acht in Genua an und fahren noch an Mailand vorbei auf einen Stellplatz bei einer Fabrik. Nicht idyllisch oder total leise, aber für eine Zwischenübernachtung vollkommen genug. Um vier Uhr morgens weckt uns eine Warmwasserleitung, die nicht mehr am Wasserhahn dran sein wollte und etwas Wasser laut auf die Box darunter plätschert. Das ist aber zum Glück schnell behoben und wir schlafen weiter bis um kurz nach sieben. Weil ich ankommen möchte fahren wir dann bald los in die schöne Schweiz, über den San Bernardino Pass, durch ein paar wenige Staus und dann endlich bei Sonnenuntergang nach über 550 Kilometer rollen wir auf den Hof bei uns Zuhause, wo mein Papa und Bruder schon auf uns gewartet haben und Schilder mit „Herzlich Willkommen Tobias!“ und „Herzlich Willkommen Pia!“ gebastelt haben und sogar noch Sekt haben. Ein sehr herzlicher Empfang und ich freue mich wirklich wieder Zuhause zu sein. Das soll aber nicht heißen, dass meine Reise nicht auch genial war. Über meine Reise rückblickend schreibe ich noch mal näher etwas oder mach ein kleines Video dazu, wenn ich ansatzweise verarbeitet habe, was so los war die letzten Monate. Klar ist mir aber schon eins: Meine Reise war genial und ich würde es rückblickend nicht anders machen wollen. Hier Zuhause habe ich jetzt auch wieder echt viel zu tun. Vor allem auch, weil ich noch eine zusammenfassendes Video über meine ganze Reise schneiden möchte und das ist angesichts der Tatsache, dass ich die letzten fünf Monate jeden Tag im Durchschnitt etwa zwei Gigabyte an Daten gesammelt habe sehr viel Arbeit denke ich. Auf jeden Fall gebe ich euch nochmal Bescheid, wenn das Video fertig ist und auch kommt noch ein Vlog von meiner Heimreise und ich fahre nach Weihnachten nochmal ein bissle weg und auch in Zukunft sind noch weiter Reisen geplant. Das heißt also nicht, dass der Blog hier einschlafen wird, weil meine Reise vorbei ist. Natürlich wird weniger kommen alleine schon wegen meinem Studium, aber trotzdem möchte ich meine Seite am Leben erhalten. Morgen kommt auf jeden Fall erstmal noch der Vlog 😀 .

Tag 158 – 05.12.2016 – Fähre

2016-12-05-fischerbootUnser Plan war nach dem Frühstück auf den Mont Pellegrino zu fahren, wo es eine tolle Aussicht und eine Grotte zum Anschauen gibt.  Bei der ersten Zufahrt ist die Durchfahrt dick und fett verboten und bei der zweiten ist ein großes Gitter über die ganze Straße aufgestellt worden… Das heißt wir lassen den Berg jetzt Berg sein und fahren auf einen schönen Parkplatz direkt am Meer mit Aussicht auf den Mont Pellegrino und Palermo. Dort verbringen wir dann die nächsten paar Stunden und essen sogar noch Pizza direkt am Meer auf den Steinen.2016-12-05-parkplatz Anschließend geht es dann schon nach Palermo zum Fährhafen. Auf der 10 Kilometer langen Fahrt haben wir einmal fast einen Rollerfahrer von seinem Roller geholt (Weil der einfach bei roter Ampel unerwartet über die Kreuzung gefahren ist.) und ein Auto hat uns richtig geschnitten… Dann endlich beim Hafen dürfen wir dort nichts links abbiegen, wegen einer Baustelle, aber finden dann doch einen Weg nachdem wir umgedreht hatten. Dann heißt es warten. Ich fange an einen Film zu schauen und meine Mama läuft noch nach Palermo rein.2016-12-05-palermo-ding Eigentlich wollte ich noch schneiden, aber der Film war zu spannend… Später fängt es dann auch noch an zu regnen. Jetzt stehen wir immer noch in der Warteschlange und warten auf die Fähre nach Genua. Ich denke aber, dass der Rest kein Problem sein wird und melde mich dann wieder, wenn wir von der Fähre unten sind. 2016-12-05-warteschlange

Tag 157 – 04.12.2016 – Staudamm

Ich steige aus und bin erstmal baff, wie schön das Wetter über die Nacht geworden ist. Strahlende Sonne und nur eine winzige Wolke am Horizont. Also wenn das nicht zum Baden einlädt, was dann? Genau das machen wir auch. Das Wasser ist immer noch nicht wirklich kalt geworden. Zwar ist es auch nicht mehr kuschelig war, aber eben noch nicht kalt und ich genieße es noch ein letztes Mal zu Baden. Die wärmende Sonne bringt uns dann auch noch zu der Entscheidung draußen mit kurzen Hosen und T-Shirt zu frühstücken, was auch unglaublich warm war für den vierten Dezember. 2016-12-04-fruehstueck

Anschließend reden wir noch etwas mit den Kölner Nachbarn (Die mit einem Hobby 600 unterwegs waren) und fahren dann weiter zu einem wundervoll gelegenen Staudamm in den Bergen. Dort Laufen wir über den Staudamm und schauen uns auch noch den dahinter gelegenen Tunnel an, der sich sehr kurvig durch den Berg schlängelt.2016-12-04-staumauer-aussicht 2016-12-04-staumauer

Nach einer sehr welligen Straße stehen wir dann direkt am Meer schon in der Nähe von Palermo, wo wir den restlichen Tag dann verbringen.2016-12-04-stellplatz Abends gehen wir sogar noch Pizza essen (mit Meerblick, aber leider dunklem Meer). Morgen geht dann ja für uns die Fähre nach Genua. Morgen beginnt dann die Heimreise. Dann ist meine Reise vorbei… Das kann ich irgendwie noch nicht so wirklich glauben. Zu viel ist passiert und zu viel habe ich erlebt, als dass ich das jetzt gleich so alles verstehen und realisieren kann. Das nach Hause kommen wirkt im Moment noch so unwirklich und weit weg, aber es fängt ja schon morgen an und es dauert nur noch ein paar Tage bis ich dann wirklich Zuhause bin… Trotzdem freue ich mich auch darauf nach Hause zu kommen. Naja mehr Gedanken und alles über und zu meiner Reise jetzt rückblickend werde ich mir dann machen und aufschreiben, wenn meine Reise wirklich zu Ende ist. Morgen habe ich ja noch fast einen ganzen Tag mit meiner Mama in Palermo (Ja wir wollen uns die Stadt anschauen hoffentlich klappt das auch) und darauf freue ich mich jetzt erstmal auch.

„Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kommt nach Hause zurück, um es zu finden.“ – George Moore

Tag 156 – 03.12.2016 – Das Herz Siziliens

Als erstes schauen wir heute die Villa Romana del Casale an, die direkt bei unserem Übernachtungsplatz ist. Diese wurde etwa im dritten Jahrhundert nach Christus erbaut und hat in fast jedem Raum beeindruckende Mosaikböden und auch der Thermalbereich ist sehr beeindruckend mit der Fußbodenheizung.2016-12-03-villa-romana-di-casale-2 2016-12-03-villa-romana-di-casale-3 2016-12-03-villa-romana-di-casale-4 2016-12-03-villa-romana-di-casale

Anschließend geht es dann für uns weiter nach Enna. Diese Stadt wird das Herz (oder auch der Nabel) Siziliens genannt, weil die gesamte Stadt auf über 900 Metern Höhe liegt und man deshalb sehr viel von Sizilien sieht. Das kann ich vom höchsten Turm des Castello di Lombardia (1100 Meter) bestätigen. Der Ausblick ist in allen Richtungen einfach nur grandios.2016-12-03-aussicht 2016-12-03-enna Zum Glück haben wir auch klares Wetter, um die Aussicht erst genießen zu können. Die Sonne ist bald weg, aber solange es nicht regnet ist das noch total in Ordnung. Nachdem wir die Burg besichtigt haben schauen wir noch in die Stadt und den beeindruckenden Dom.2016-12-03-enna-dom2016-12-03-enna-dom-innen

Dann geht es für uns schon wieder weiter an unseren Übernachtungsplatz – endlich mal wieder am Meer! Morgen werde ich auf jeden Fall nochmal baden gehen und auch meine Mama möchte ins Meer. Das muss einfach sein. Ich meine: wann bekommt man sonst die Gelegenheit mal im Dezember ins Meer zu hüpfen? 2016-12-03-stellplatz

Tag 155 – 02.12.2016 – eingesperrt…

Manchmal laufen die Dinge nicht so wie geplant. Was los war heute Morgen? Naja wir sind nicht vom Parkplatz runter gekommen… Also: nach dem Aufstehen und Frühstück wollten wir losfahren nach Siracusa, aber die Schranke, die gestern sperrangelweit offen stand ist zu und lässt sich auch nicht öffnen, weil ein fettes Schloss daran hängt.2016-12-02-schranke Ich laufe dann zu dem Hotel, das nicht weit entfernt ist und frage dort, ob die vielleicht einen Schlüssel haben oder wissen wer einen Schlüssel hat, aber leider kann mir dort keiner helfen… Dann finde ich zwei Männer, die in einer Einfahrt gerade einen Scheinwerfer reparieren. Mit dem Jüngeren rede ich dann auf Englisch und erkläre ihm mein Problem… Dazu meinte er nur, dass der Parkplatz nicht offen sei… Das weiß ich schon… Dann ruft er für mich die Polizei an, die dann in 15 Minuten mit Schlüssel kommen sollten. Ich bedanke mich dreimal für die liebe Hilfe und laufe zurück und warte mit Mama zusammen. Nach einer dreiviertel Stunde kommt dann ein kleiner Fiat Panda mit zwei Männern angefahren, mit denen ich dann auf Französisch reden kann. Der Mann, mit dem ich rede sagt mir dann, dass der Parkplatz ganzjährig geschlossen sei und dass sein Kollege gerade mit Leuten telefoniert, die einen Schlüssel haben und dann in etwa 30 Minuten kommen werden. Böse waren die zwei aber auf keinen Fall, sondern total lieb. Die andern zwei Männer, die dann den Schlüssel gebracht haben waren ein bissle grummelig, aber wir waren endlich wieder frei! Uff… Also haben wir auf einem gesperrten Parkplatz übernachtet. Das muss man auch erstmal fertigbringen…

Jetzt fahren wir also endlich nach Siracusa zu dem Ohr von Dionysos einem griechischen Theater und einem römischen Theater und dazu noch andere Ausgrabungen. 2016-12-02-mama-handy 2016-12-02-ohr-dionysos 2016-12-02-theatro-greco 2016-12-02-theatro-romanoWeil wir aber durch unsere Schrankenaktion so viel Zeit verloren haben fahren wir dann bald weiter zu unserem Übernachtungsplatz. Dort kommen wir leider erst im Dunkeln an, aber morgen können wir hier coole Sachen besichtigen, die sogar UNESCO Weltkulturerbe sind. Hier ist auch keine Schranke… 2016-12-02-berge-dunkel

Tag 154 – 01.12.2016 – Ätna bei Schnee und Sonne!

Heute ist Dezember. Was steht für den Dezember? Weihnachten, Schnee und Kälte? Immerhin zwei von drei dieser Dinge haben wir heute Morgen. Dazu noch eine wundervolle Sonne, die uns dazu motiviert so schnell wie möglich aufzubrechen und auf den Ätna hoch zu gehen, wo momentan noch keine Wolken sind. Nach einer einstündigen Fahrt von unserem Parkplatz bei Ätna-nord sind wir bei dem Parkplatz Ätna-süd, wo die Seilbahn losgeht. Auf der Fahrt hatten wir übrigens auch schon eine eindrucksvolle Sicht auf die Berge mit den herbstlichen Wäldern davor.2016-12-01-aetna-fahrt 2016-12-01-aetna-sued Wir kaufen uns zwei Tickets und eine dreiviertel Stunde später stehen wir in der Warteschlange bei der Seilbahn. Aber hier stehen wir nur, weil hier der Automat ist, der die Tickets scannen kann, denn wir laufen dann an den wartenden Gondeln vorbei in einen Allradbus. Dieser bringt uns dann über eine holprige und steile, aber gut zu befahrende Piste bis ganz nach oben auf über 2900 Meter Höhe. 2016-12-01-aetna-busBeim Aussteigen fällt mir dann eines auf: kalt ist es nicht so wirklich hier oben, aber ein verdammt starker Wind sorgt schnell für kalte Hände und Ohren. Mit dem Bergführer voran stiefeln wir zusammen mit den anderen Passagieren des Buses zu einem kleinen Krater, der das letzte Mal 2003 aktiv war, aber jetzt schneebedeckt ist. Zu den immer noch aktiven Kratern (Letzte größere Aktivität im März) kommt man nicht hoch, weil es dort zu gefährlich ist. Ich habe mal gelesen, dass 2006 eine Amerikanerin dorthin gelaufen ist, um in den Kraterschlund zu schauen und einfach nicht mehr zurückgekommen ist… Deshalb gehen wir da nicht hin. Aber der „kleine“ Krater, der „nur“ auf etwa 2900 Metern Höhe liegt hat bei seinem Ausbruch 2003 etwa 60 bis 70 Millionen Kubikmeter Lava ausgespuckt… Unglaublich sich das vorzustellen… Im Schnee und bei immer noch schönster Sonne laufen wir hinunter in den Krater und auf der anderen Seite wieder hoch. Danach „schon“ wieder zurück zum Bus. Klingt nicht viel, aber es war mega beeindruckend und ich kann nicht anders, als euch hier jetzt eine Menge an Bildern zu zeigen: 2016-12-01-aetna-1 2016-12-01-aetna-2 2016-12-01-aetna-3 2016-12-01-aetna-4 2016-12-01-aetna-5 2016-12-01-aetna-6 2016-12-01-aetna-7

Anschließend fährt uns der Bus nur bis zur oberen Station der Seilbahn und wir dachten uns schon „Jetzt fahren wir mit der Seilbahn zurück.“, aber nein. Wir müssen hier auf den übernächsten Bus warten, der uns dann wieder runter bringt. Wahrscheinlich sollen wir in der Zeit den ganzen Souvenirladen leer kaufen… Unten angekommen fahren wir natürlich weiter und sehen nach ein paar Kilometern rechts neben der Straße einen Fuchs sitzen.2016-12-01-fuchs Die Fahrt zum Stellplatz war dann nicht so, wie erhofft, sondern anders… Wir landen mehr als einmal auf zu kleinen Straßen und meine zwei Navis sind sich manchmal sogar einig, ob rechts oder links… Trotzdem schaffen wir es dann auf einen sehr geräumigen Parkplatz mit Blick auf den Ätna und das mehr und bleiben dann dort. Abends wollen wir dann essen gehen, aber als wir im Städtle sind hat noch kein Restaurant offen und so lange warten wollen wir auch nicht mehr… Dann halt zurück und selbst kochen wie immer. Ist ja auch nicht schlecht. Für mich war das aber trotzdem ein sehr gelungener Tag und den Ätna im Dezember bei Schnee und Sonne zu erkunden war genial! Jetzt haben wir grad mal viertel vor zehn und ich bin schon müde… Naja ich geh mal ins Bett. Gute Nacht! 2016-12-01-stellplatz

Tag 153 – 30.11.2016 – erste Ätna-Sichtung

Baden. Dazu entschließen wir uns heute am Morgen. Die großen, blauen Wellen sehen traumhaft schön aus vor den leider noch schwarzen Wolken. Dass die Brandung aber nicht gerade so vorteilhaft ist zum Baden muss ich nicht noch extra erwähnen oder? Mir machen die Wellen auf jeden Fall extrem viel Spaß und meiner Mama auch, aber sie wird einmal fast weggespült… Passiert ist nichts, außer, dass ihre Haare, die sie eigentlich trocken hat lassen wollen nass werden und das ist noch auszuhalten. Schlimmer ist da dann schon der Wind, der uns richtig kalt weht, als wir raus gehen bis zum Nävle.  2016-11-30-meer

Anschließend geht es für uns zu einer Kirche bei Tyndari auf dem Berg, wovon wir einen traumhaften Blick auf die Küste und eine Sandzunge haben. 2016-11-30-mama-aussichtVon hier oben sehen die Wellen eher klein und goldig aus. Alles Ansichtssache. Im Inneren der Kirche befindet sich, neben den ganzen Kunstwerken an den Wänden und der Decke, die Hauptattrakion: die Statue der „Schwarzen Madonna“. Von dieser Statue sagt man, dass früher ein Schiff, was diese Statue geladen hatte, vor der Küste auf Grund gelaufen ist und erst wieder weiterfahren konnte, als diese Statue abgeladen wurde. Deshalb ist sie dann hier geblieben. Sehr interessant und die Kirche ist, religiös hin oder her einfach beeindruckend.2016-11-30-kirche2016-11-30-kirche-innen2016-11-30-schwarze-madonna

Auf dem Rückweg gönnen wir uns dann noch eine kleine Tüte gebrannte Mandeln, die wir dann bis zum Nävle fast schon aufgegessen haben. Jetzt heißt es für uns: Ätna. Beziehungsweise steht erstmal die kurvige Bergstraße bis dorthin auf dem Programm. Während der Fahrt haben wir schon wunderschöne Aussichten, weil irgendwann die weißen Berggipfel des Ätna-Massivs vor uns auftauchen. 2016-11-30-aetna12016-11-30-aetna2Als wir dann noch durch einen schneebedeckten Wald fahren ist endgültig der Winter bei uns angekommen. Über Nacht stehen wir dann auf einem Parkplatz mit Blick auf den Ätna und zwischen erkalteter Lava. Erst hatten wir einen geraden Platz auf dem Parkplatz ausgesucht, aber uns dann doch umentschieden und zwar für die bessere Position zum Wind, der nämlich kräftig und eisig die Berge runter pfeift. Also ist es dann doch Zeit meine Heizung zum zweiten Mal auf meiner Reise anzuwerfen (Das erste Mal war auch auf einem Berg auf etwa 2200 Meter Höhe). Aber eigentlich wundert mich das nicht, weil wir hier auf 1800 Metern Höhe stehen und Ende November haben… Die Aussicht ist auf jeden Fall grandios und wir bleiben hier. Erstmal was essen, Wegpunkte und Tracks sortieren und beschriften dann noch schneiden und der Tag ist zu Ende. Morgen versuchen wir dann natürlich auf den Ätna bis ganz hoch (3000m) zu kommen mit Seilbahn und Jeep (einen davon haben wir schon heute hier vorbei fahren gesehen). Das wird wahrscheinlich eine ziemlich kalte Angelegenheit, wenn es hier schon -2 Grad Celsius hat mitten am Tag, aber trotzdem machen wir es natürlich. Die Kälte geht ja weg, aber unsere Erinnerungen bleiben.2016-11-30-aetna3

Tag 152 – 29.11.2016 – Froschkatze

Ein sehr windiger Morgen begrüßt uns heute in den Tag.  Deshalb ist die Brandung und die Gischt, die an den Felsen hochschlägt mehr als beeindruckend. Dann geht es für uns weiter in Richtung eines Klosters, das wunderschön in den Bergen liegt. Die Straße dorthin ist, wie es sich für eine Bergstraße halt gehört, sehr kurvig und teilweise auch steil. Das tut meiner Mama mit dem Kopfweh, das sie seit heute Morgen leider quält, nicht so wirklich gut und deshalb legt sie sich erstmal eine halbe Stunde hin sofort nachdem wir angekommen sind. Ich fülle dann noch den Wassertank auf (mit einem Wasserhahn, der zehn Minuten braucht, um die Gießkanne zu füllen…) und anschließend laufen wir zur Kirche und zum Museum. Das Museum ist leider zu, aber in die Kirche werfen wir einen interessierten Blick. 2016-11-29-kirche-innen 2016-11-29-kirche2016-11-29-motorWieder auf dem Platz vor der Kirche angekommen gesellt sich eine Katze zu uns, die zwar Geräusche wie ein Frosch macht, aber trotzdem eine Katze ist. Anscheinend ist ihr kalt, weil sie sich die ganze Zeit an meine Beine schmiegt. Kann ich verstehen hier oben in den Bergen… 2016-11-29-ich-katzeEigentlich wollten wir noch zu einem Observatorium laufen, das noch etwas höher liegt mit einer besseren Aussicht, aber die schwarzen Wolken halten uns dann doch davon ab. Wieder im Auto wollte ich gerade den Motor starten als Froschgeräusche von meinem Bremspedal kommen. Da war die Katze von vorhin einfach unbemerkt zwischen meine Füße geschlüpft, weil ich noch die Tür etwas aufstehen gelassen habe. Die dann raus zu bekommen war gar nicht so einfach… Hat ihr wirklich gefallen dort im Warmen bei uns…

Für uns geht es dann aber wieder bergab und über eine wunderschöne Küstenstraße, auf die sogar manchmal die Gischt spritzt, auf einen Parkplatz bei Capo d’Orlando.2016-11-29-kuestenstrasse Der ist aber direkt an der Straße und wir entschließen uns dazu, obwohl es schon dunkel ist, noch weiter zu fahren. Bei nächsten Platz ist dann ne Baustelle und alles abgesperrt… Und beim übernächsten steht eigentlich ein Parkverbot für Wohnmobile… Das ist uns dann aber angesichts des sehr großen Parkplatzangebots, der deutlichen Nachsaison und dem Fakt, dass mein Fahrzeug ja streng genommen (Laut Fahrzeugschein) gar kein Wohnmobil ist egal und so stehen wir jetzt hier direkt am Meer mit Meeresrauschen unter Palmen. Hier gibt’s dann auch endlich was zu essen (seit dem Frühstück hatte ich nur ein Stückchen Schokolade und meine Mama wollte noch nicht mal das) und anschließend sind wir nach einem Blick in den Reiseführer auch müde und gehen jetzt ins Bett. Ich freu mich auch echt schon darauf, wenn wir uns den Ätna anschauen werden irgendwann in den nächsten Tagen. Ist wahrscheinlich ein ganz normaler Berg, aber das weiß ich dann auch 😀 .2016-11-29-stellpaltz

Tag 151 – 28.11.2016 – Unerwartet, aber genial!

Wenn ich mehr schaffe und erreiche, als das, was ich eigentlich von dem Tag erwartet und gedacht habe, bin ich immer total glücklich. Meistens zwar auch müde, aber glücklich. Was ich heute alles erreicht habe? Wartet ab.

Als erster Programmpunkt für heute steht also nach etwas Autofahren der Zingaro Nationalpark. Der „Eingang“ dazu besteht aus einem Tunnel, der früher als Anfang einer Straße auf die Landzunge gedacht war.2016-11-28-tunnel 1980 kam es aber dann zu einer der ersten und größten Protestmärsche Siziliens für den Naturschutz und gegen die Straße, an dem etwa 3000 Leute teilgenommen haben. 2016-11-28-marschAlso wurde der Straßenbau gestoppt. Darüber sind wir heute froh, weil wir jetzt schön an der Küste und den Bergen entlang wandern können. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder schöne Strände und vor allem raschelt es alle paar hundert Meter links oder rechts. Das sind dann meistens Eidechsen. Hier sind auch echt viele Fächerpalmen am Berg und das Meer unten an der Küste ist extrem klar und blau. Darüber hinaus ist die Aussicht an der Küste entlang wunderschön und wir unterhalten uns die ganze Zeit gut während der Wanderung. Also schon mal ein mega  guter Programmpunkt. 2016-11-28-eidechse 2016-11-28-kueste-2 2016-11-28-kueste 2016-11-28-mama-bildSo und wieso haben wir jetzt mehr erreicht, als erwartet? Wir haben heute Morgen noch eine Entsorgungsstation gefunden, beim Wandern einen Mülleimer danach einen Supermarkt, ne Tankstelle und sogar noch Motoröl an einer Tankstelle, was ich auch brauchte. Also ja jetzt ist alles erledigt und wir hatten trotzdem einen schönen Tag. Weil wir ja die Tage noch zum Ätna wollen rollen wir noch ein paar Kilometer auf der Autobahn und erreichen dann einen schönen, aber leider ziemlich vermüllten Platz direkt an der Küste bei einem Turm.2016-11-28-stellplatz Abends gibt es dann das beste Essen, was ich seit langem hatte, weil ich mir selbst, wenn ich alleine bin meistens nur Nudeln mit einer Fertigsoße oder Pesto mache, weil ich einfach keine Lust habe mehr Aufwand zu betreiben fürs Essen. Es gab Paprikasalat mit Cordon Bleu und dazu Kartoffelbrei und zum Nachtisch Kekse. Lecker! Anschließend schneide ich noch ein bissle. Das war jetzt also alles in allem ein schöner und produktiver Tag! Meine Mama ist immer noch darüber erstaunt, dass es hier so warm ist und ist glücklich darüber. Ich meinerseits bin glücklich darüber wieder Gesellschaft zu haben. Bis morgen!