Tag 35 – 07.08.2016

Wie gestern angekündigt stehe ich heute um fünf Uhr auf und setze mich an den Strand, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Die Natur zu beobachten und zu genießen hat immer etwas sehr beruhigendes finde ich. Vor allem wenn man das Ganze in einen größeren Zusammenhang setzt und man sich überlegt, dass die Sonne schon Abermillionen Mal aufgegangen ist und das Wasser, worin man badet oder dass man trinkt schon von den Dinosauriern getrunken wurde, weil auf der Erde nichts verschwindet oder neu produziert wird. Es wird lediglich umgewandelt. So wie Energie, die auch nie verloren geht…

Naja solchen Gedanken hänge ich eben nach und schaue mir den echt wundervollen Sonnenaufgang an. Danach schneide ich mein Video fertig und schaffe es sogar es mit dem mobilen Internet hier am Strand hochzuladen (kommt heute noch). Ansonsten fahren fast alle Strandbesucher, bis auf ein Auto von hier weg und ein Wohnmobil kommt. Wir fahren ja morgen weiter nach Constanza. Ich hoffe wir kommen überhaupt von unserem Stellplatz, weil im Laufe der Tage der Wind, der nicht gerade schwach bläst, vor den Rädern eine relativ tiefe Kuhle ausgehöhlt hat. Aber mit der Untersetzung sollte das eigentlich kein Problem sein, obwohl das weicher Sand ist. Wenn nicht darf mein Bruder schieben und buddeln.

Sonnenaufgang 07-08-16

Tag 34 – 06.08.2016

Heute ist ein weiterer Strandtag und wir wundern uns, wie viele Menschen hier noch ankommen. Auf dem Strandplatz, auf dem wir anfänglich alleine standen, stehen jetzt noch 12 andere Autos aus verschiedensten Gegenden, aber die meisten sind Rumän*innen. Kurz nach unserem Mittagessen beobachten wir, wie sich ein Mann, beim Versuch rückwärts auf eine Sanddüne zu parken, festfährt. Wir gehen natürlich raus und fragen ihn freundlich, ob er Hilfe benötigt und wir schieben sollen. Mit etwas graben und unserer Anschiebhilfe schafft er es dann auch wieder raus aus dem tiefen Sand und stellt sich etwas weiter hinten hin, wo der Untergrund fester ist. Der wie wir erfahren Grieche erklärt uns noch, dass sein Auto eher für die Autobahn sei, bedankt sich und wir gehen wieder rein und spülen noch ab.

Mittlerweile glaube ich echt, dass es eine gute Idee war nicht heute nach Constanza zu fahren, weil hier wie gesagt schon viel los ist… Das wäre in Constanza dann wahrscheinlich stressiger geworden, als nötig. Außerdem habe ich mal das Solarpanel geputzt, damit es wieder mehr Strom erzeugen kann. Das ist wirklich eine Sache, die ich hier nicht missen möchte und ohne das es unmöglich wäre so lange frei zu stehen oder wir eben den Motor mal laufen lassen müssten, um die Batterie zu laden.

Die Sonnenuntergänge hier sind jeden Tag echt wunderschön. Der ganze Himmel wird dann in ein sattes Orange getaucht und man sieht den Feuerball langsam hinter dem Horizont verschwinden. Der Sonnenaufgang muss hier eigentlich noch viel schöner sein, weil der ja dann über dem Meer ist. Ich glaube ich stehe morgen früh mal etwas früher auf.

Schwarzmeerküste 06-08-16

Tag 33 – 05.08.2016

Wir sind immer noch am Strand und werden da die nächsten zwei Tage auch noch bleiben. Jetzt weiß ich aber wenigstens wo wir als nächstes hinfahren werden. Geplant ist es dann am Montag nach Constanza rein zu fahren und dann an der Küste weiter runter in den Süden bis nach Bulgarien und dann im Osten von Griechenland Richtung Westen fahren bis wir uns mit unseren Eltern in Thessaloniki treffen. Das sollte für die nächsten zwei Wochen an Planung reichen.

Es ist schon krass, wie wenig man braucht, wenn man nur am Strand auf einem Sandplatz steht. Man braucht nur etwas zu Essen, ein bissle Wasser und eine Toilette und das war’s. Wir leben hier schon seit dreieinhalb Tagen zu zweit von ich glaube ca. 25 Liter Wasser haben wir verbraucht und keinen Strom, weil der ganze Strom, den wir verbrauchen wieder vom Solarpanel gemacht wird. Und dann soll doch einer mal sagen, reisen sei nicht umweltfreundlich. Zuhause hätten wir viel mehr Trinkwasser verbraucht und auch Strom, der vielleicht umweltschädlich produziert wurde. Na gut wir fahren natürlich noch viel Auto…. Naja das mit der Umwelt ist eh ein schwieriges Thema, was aber immer wichtiger wird….

Es ist ja nicht so, als hätten wir eine zweite Welt im Kofferraum.

Reisen auf Reifen Muscheln 05-08-2016

Tag 32 – 04.08.2016

Heute ist der Geburtstag von meiner Mama. Nochmal alles Gute über diesen Weg!! Der Tag heute ähnelte dem Tag gestern. Wir waren viel am Strand und im Meer, ich habe mein Video weiter geschnitten, etc.. Hier ist es echt schön und die Stunden verfliegen wie nichts. Wir haben mittlerweile auch wieder Besuch von vier Autos bekommen und die Hunde draußen heulen um die Wette.

32 Tage bin ich jetzt schon unterwegs. Alleine, mit Rosi und mit meinem Bruder. Ich habe schon viel erlebt und viel gesehen. Über einen Monat bin ich jetzt schon weg, das ist ein Sechstel der Zeit und das bedeutet ich habe noch fünf Mal so viel Zeit vor mir… Verdammt viel. Manchmal muss ich wirklich inne halten und erst einmal realisieren, was gerade passiert… Ich meine ich bin mit meinem Auto an die Schwarzmeerküste gefahren… Und dann bin ich hier am Strand und baue eine Sandburg… Manchmal frage ich mich selbst, wie ich es hierher geschafft habe… Aber eigentlich war das wirklich kein Problem. Man muss nur ein Ziel haben und dann einen Schritt nach dem anderen gehen. Wie beim Wandern. Da kommt man auch irgendwann auf dem Berg an. Nur weiß ich noch nicht, was mich auf der Spitze vom Berg erwarten wird. Ich weiß nicht, welche Erfahrungen ich noch machen werde oder wie diese mich und meinen Alltag, wenn ich wieder zurück komme beeinflussen werden. Aber vielleicht ist es auch jetzt noch zu früh darüber nachzudenken, wie es ist, wenn ich zurückkomme. Es ist halt nun mal so, dass ich mir sehr viele Gedanken mache und es so vieles gibt, worauf ich keinen Einfluss nehmen kann und sich sicher verändern wird. Aber man kann nie wissen, was die Zukunft bringt.

Sandburg 04-08-2016

Tag 31 – 03.08.2016

Heute klingelt nicht um fünf Uhr der Wecker. Zum Glück. So stehen wir also gemütlich um halb zwölf auf, gehen erstmal eine Runde im Meer baden, was heute früh nicht mehr so warm erscheint… Dann gibt’s Frühstück, natürlich draußen und wir bemerken, dass die Belgier von gestern schon weg sind. Dafür kommen bald Ungarn, die aber auch gegen Abend wieder fahren. Kurz danach kommen dann noch Rumänen, die ihr Zelt am Strand aufbauen. Ganz schön was los hier für einen Mittwoch. Der Tag heute war wirklich entspannt. Wir haben hauptsächlich nur das Geburtstagsgeschenk für meine Mama gemacht. Also wenn du das hier liest Mama, dann kannst du dich schon mal drauf freuen. Ansonsten lagen wir in der Sonne und waren baden. Ein typischer Strandtag halt. Hier ist es aber einfach wundervoll. Nur die Schnaken stören etwas, die einen wirklich in Massen hier abends bedrängen…

Naja. Morgen machen wir nochmal einen entspannten Tag. Das tut echt gut.

Handstand Meer

Tag 30 – 02.08.2016

 

Um fünf Uhr klingelt der Wecker, ich wecke Sebastian und seine ersten Worte beschreiben meine geistige Verfassung ganz gut: „Häää was was was was??!“. Aber unsere Verwirrtheit weicht schnell einer großen Vorfreude auf die Bootstour. Die Campingplatzbetreiberin fährt uns also zur Anlegestelle von den Booten wo wir alle noch viel zu große Schwimmwesten bekommen und dann zu sechst mit einem kleinen Boot aufbrechen, um die Natur zu erkunden. Also ich muss sagen: „Wow“. Die kleinen Nebenarme der Donau mit der aufgehenden Sonne, Nebel und dazu noch die artenreiche Tierwelt. Links und rechts von unserem Boot tauchen immer wieder alle möglichen Arten von Fischreihern, Enten, Schwänen, Möwen, Bachstelzen, weitere Vogelarten, die ich nicht zuordnen kann, Seerosen, Frösche, Pelikane und ab und zu lässt sich auch mal ein Eisvogel blicken, die aber ziemlich schnell wieder weg fliegen. Donaudeltatour1Donaudeltatour2

Hier im Donaudelta gibt es die einzigen frei lebenden Pelikane in ganz Europa. Die sind ganz schön groß… Auf Bildern sehen die nie so groß aus, aber in echt sind sie größer als Schwäne. Einmal müssen wir auch durch Seerosen fahren, weil die Fahrrinne zugewachsen ist und der komplette Motor ist voll mit Pflanzen, die der Fischer, der uns durch die kleinen Kanäle lotst herausmachen muss, was uns etwas Zeit verschafft, um die gesamte Umgebung und Atmosphäre in uns auf zu saugen. Dann ging auch der Motor mal aus und für einen Moment war es komplett ruhig und man hört nur noch die Geräusche der Natur… Dieser Moment war einfach nur herrlich… Da mitten auf dem Wasser zwischen Seerosen, Schwänen, Pelikanen, Möwen, Enten und Frösche zu treiben… Man fühlte wirklich die heile Natur und hatte den Eindruck, dass alles im Einklang mit sich selbst ist. Das war echt wundervoll. Was Geräusche doch alles ausmachen… Eine Kajak- oder Kanutour durch das Donaudelta müsste einfach nur genial sein… Ich hoffe auch, dass dieses Ökosystem erhalten bleibt und nicht, wie immer eigentlich, vom Menschen zerstört wird… Aber ich darf eigentlich nicht meckern, weil wir ja auch die Bootstour gemacht haben, bei der man mit dem Motorboot durch das Naturschutzgebiet fährt… Solange man es nicht übertreibt kann das die Natur ja auch verkraften.

Nach diesem einzigartigen Erlebnis fahren wir an unser heutiges, nicht weniger wundervolles Ziel: das Schwarze Meer! Schon Während der Fahrt haben wir extrem gute Laune, obwohl es mal wieder viel zu warm ist. Die letzten Kilometer fahren wir über eine schlaglochreiche Sandpiste und stellen uns dann in die Dünen circa 20 Meter vom Meer entfernt. Sofort rennen wir an den Strand und genießen es bei diesen Temperaturen am Meer sein zu dürfen. Dann geht es natürlich noch ins Wasser, was richtig warm ist. Ich kann sogar noch einen Mittagsschlaf, der ungefähr zwei Stunden lang geht. Das habe ich echt mal gebraucht. Danach machen wir uns noch etwas Leckeres zu Essen und haben sogar noch Schokolade. Als ich dann schon dabei bin meinen Blogbeitrag für heute zu schreiben, blinkt auf einmal mein Handy. Ne Nachricht. Ich schau drauf und was lese ich da? Meine Freundin hat endlich den Flug nach Thessaloniki (Griechenland) zu mir gebucht!! Die ganze Zeit war es noch nicht sicher, ob sie wirklich kommen kann und eher ein Wunschgedanke. Jetzt ist es endlich wirklich so… Ich freue mich einfach nur übertriebener Maßen! Sonst hätten wir uns nämlich für vier Monate nicht mehr gesehen und dann im Herbst auch nur vielleicht…  Auf jeden Fall freue ich mich, sie in drei Wochen wieder zu sehen. Wir haben uns ja jetzt schon einen Monat lang nicht mehr gesehen und ich vermisse sie wirklich sehr. Man merkt halt meistens erst wenn man weg ist, was man wirklich braucht in seinem Leben.

Nachtrag: Der Sternenhimmel ist wundervoll und man sieht extrem viele Sterne. Um halb elf kommt noch ein belgisches Pärchen mit Sohn und dessen Freundin. Mit dem unterhalte ich mich dann auch noch über den Platz hier. Aber bald werden wir von den Schnaken unterbrochen, die uns fast auffressen…

(Bilder kommen erst morgen, weil meine Kamera, in der die Speicherkarte ist, gerade noch eine Zeitrafferaufnahme vom Sonnenuntergang und Sternenhimmel macht)

schwarzes Meer 02-08-2016

Tag 29 – 01.08.2016

Wir stehen heute auf und machen erstmal das, was gestern nicht geklappt hat. Wir gehen in den Salzsee schwimmen. Eigentlich eher treiben, weil der See einen so hohen Salzgehalt hat, dass man praktisch auf dem Wasser liegt und nicht in. Auf jeden Fall treiben wir so eine ganze Weile durch die Gegend, kaufen uns ein Eis und fahren dann schlussendlich, nachdem wir nochmal von der Wassermelone gegessen haben, in Richtung Donaudelta. Ich könnte mich an dieser Stelle wieder über die rumänischen Straßen und die Straßenführungen auslassen, aber das habe ich in der Vergangenheit schon oft genug getan glaube ich… Langweilig ist die Fahrt auf jeden Fall nicht. Vor allem weil wir noch mit der Fähre über die Donau fahren müssen. Die Auffahrt auf die Fähre ist aber spannender als gedacht, weil sie ziemlich eng ist und hohe Kanten zwischen Fähre und Auffahrrampe ist. Außerdem stört das Strohdach des Kassenhäuschens, weil mein Auto mit Kabine nicht darunter durch passt. Aber auf dem Schiff angekommen genieße ich es wieder auf dem Wasser zu sein. Hängt vielleicht mit meinem Hobby (Segeln) zusammen, dass ich Schiffe liebe, aber ich finde sie haben immer so ein beruhigendes Flair. Trotz der fragwürdigen Wartung der Fähre kommen wir sicher auf der anderen Uferseite an und ich muss als erstes von der Fähre fahren… Wieso ich? Wieso nicht der PKW neben mir, der kein Rucksack auf hat? Naja, man winkt mir und ich fahre. Die Kante zwischen Fähre und Rampe ist aber jetzt nur noch höher und wird als ich darauf fahre noch steiler und ich würge erstmal den Motor ab… Dann beim zweiten Versuch klappt es ohne Probleme und nachdem ich dem auf dieser Seite auch störenden Kassenhäuschen ausgewichen bin kann es weiter gehen. Es ist nicht mehr weit bis zum Campingplatz und die Zeit vergeht schnell. Zwischendurch waren wir noch einkaufen, weil irgendwie nirgendwo mehr Essen da war, weder im Kühlschrank noch in der Vorratsbox… Als wir dann auf dem Campingplatz ankommen und mit dem Betreiber sprechen wollte er wissen, wie alt wir sind. Meine Antwort, dass wir 18 und 15 seien gefiel ihm so sehr, dass er das sofort seiner Frau erzählen musste. Den restlichen Tag verbringen wir mit Video schneiden, Wäsche waschen und aufhängen, essen und ganz wichtig: für morgen früh um sechs Uhr eine Bootstour durch das Donaudelta buchen! So eine Tour haben wir, als wir mit unsern Eltern hier waren schon mal gemacht und das war echt genial! Dass diese Tour immer noch genial ist bestätigen uns auch die französischen Nachbarn, die erst lieb nach einem Korkenzieher und dann nach einem Dosenöffner fragen. Ich bin echt gespannt auf die Bootstour morgen, da so eine Tour niemals dieselbe ist, auch wenn man sie am selben Ort wiederholt. Das liegt an der Natur und den Tieren, die sind unberechenbar. Das ist ja aber auch das Schöne daran!

Fähre donau 01-08-2016

Tag 28 – 31.07.2016

Heute geht es weiter und ich muss meinen super schönen See verlassen. Kurz vor der Abfahrt komme ich noch mit einem rumänischen Angler ins Gespräch, der mir anbietet, dass ich mich zu ihm und seinen Kollegen setzen darf. Leider muss ich meinen Bruder vom Flughafen abholen und habe wenig Zeit… Ein kurzes Gespräch darf es dann aber trotzdem noch sein. Am Bahnhof angekommen bin ich erstmal verwirrt, da ich auf den Parkplatz, der für die „Arrivals“ ist nicht drauf komme, weil da eine Höhenbeschränkung ist… Deshalb fahr ich dann auf den anderen Parkplatz, auf dem ich auch schon vorgestern war und laufe dann durch das ganze Flughafengelände um meinen Bruder Sebastian abzuholen. Pünktlich kommt er dann auch an und spaziert als erster durch die Schiebetüren, weil er nur Handgepäck dabei hat, der kleine Schlingel. Und was macht er als erstes? Genau. Er beschwert sich. Er beschwert sich, dass es zu heiß ist, dass meine Klimaanlage nicht kalt genug macht, dass es mit Fenster auf zu laut ist, dass er meine Musik nicht mag und und und… Der guten Laune von uns beiden schadet das aber wenig und wir fahren laut singend (nur ich hihi) in Richtung Donaudelta. Dort wollen wir heute aber noch nicht ankommen sondern an dem Salzsee Lacul Sarat. Der hat ungefähr denselben Salzgehalt wie das Tote Meer. Das bedeutet, dass man nicht schwimmen muss und einfach von selbst auftreibt.Melone groß Aber vorher müssen wir uns stärken, kaufen und essen eine riesige Wassermelone, die wir aber nur halb schaffen. Danach wollen wir in den Salzsee hüpfen und ein bissle treiben, aber wir haben schon halb acht und als wir dort ankommen sehen wir, dass das Gelände um acht Uhr schon zu macht und entschließen uns dazu morgen rein zu gehen. Da ist es vielleicht auch etwas leerer als heute, weil heute ja Sonntag ist.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass mein Bruder jetzt hier ist und ich ihn wiedersehe. Auch wenn er manchmal ziemlich (!!) nervig sein kann habe ich ihn im Grunde doch lieb. Außerdem bin ich dann nicht so alleine, wie die ersten Wochen. Er hat entschlossen, dass er auch erstmal nur ein Video von unterwegs macht und es auf seinem Youtube-Kanal hoch lädt. Da bin ich echt mal gespannt, ob das was wird und wenn ja, was dann dabei raus kommt. Wird bestimmt was Gutes.

Seit wir hier auf dem Campingplatz angekommen sind haben uns schon drei Leute angesprochen, die alle verschiedenes wollten. Von „Fahrzeug ist cool“ bis „Sicher, dass ihr in der Sonne  parken wollt?“. Leider wieder alles nur auf Rumänisch und mit Händen und Füßen. Komischerweise klappt die Verständigung dann immer doch irgendwie, zwar nicht perfekt, aber im Endeffekt wissen dann doch alle Beteiligten, was gemeint ist. Das ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Man fühlt sich dann aber doch etwas hilflos und aufgeschmissen, weil man ja mit der anderen Person reden und sie verstehen möchte… Aber das gehört ja mit zum Abenteuer.

Lacul Sarat 31-07.2016

Tag 27 – 30.07.2016

Heute mache ich mir einen entspannten und ruhigen Tag. Ich schaue Filme, ordne Tracks und Wegpunkte, schau wo ich morgen mit meinem Bruder hin kann, esse was, schneide das nächste Video weiter und beobachte die streunende Hunde draußen, die sich manchmal in den Schatten von meinem Auto legen. Alles in allem geht der Tag so echt schnell vorbei und ich freu mich jetzt darauf meinen Bruder morgen am Flughafen abzuholen. Mit ihm geht’s ja dann Richtung Meer, was bei den Temperaturen hier echt gut tun wird.A n diesem kleinen See ist doch mehr Verkehr, als ich dachte und es fahren andauernd Autos hin und her. Liegt vielleicht daran, dass Samstag und gutes Wetter ist. 

Tag 26 – 29.07.2016

Heute stehe ich nach einer kurzen Nacht ohne Frühstück auf, mach mich fertig und fahre los. Ich weiß leider immer noch nicht, wem ich einen Ziegelstein an den Kopf werfen darf für diese Straßenführungen, die mich kreuz und quer mit komischen Hinweisschildern und auf der Schnellstraße teilweise mit links abbiegen raus aus Bukarest bringen. Keine 30 Kilometer vom Stadtcamping entfernt finde ich einen Stellplatz am See, der zwar nah an der Landstraße, aber doch recht idyllisch gelegen ist. Hier versuche ich den restlichen Tag lang bei den viel zu hohen Plusgraden nicht zu verbrennen und genieße es einfach mal etwas „Freizeit“ zu haben von meinem „Job“, dem Reisen. Klar ist das kein Job wie man sich einen Job vorstellt, aber man hat, wenn man so wie Rosi und ich die letzten Tage jeden Tag was neues sehen und weiter fahren möchte, doch rund um die Uhr und immer viel zu viel zu tun, weil alles irgendwie interessant ist. Gefühlt wird man dann entweder nicht fertig mit allem, was man machen wollte oder man geht halt erst spät, aber glücklich ins Bett. Vor allem wenn man noch Blogbeiträge schreiben und Videos schneiden möchte, die relativ viel Zeit in Anspruch nehmen. Das alles macht mir unglaublich viel Spaß und ich finde es mega interessant alleine zu sehen, was man selbst schaffen kann und ich merke auch, wie ich mittlerweile schon mit Problemen anders umgehe als vor meiner Abfahrt. Am See ist noch ein Mann, der eine Ziegenherde hütet und das Geld nimmt, dafür dass ich hier übernachten darf. Er erzählt mir später dann noch was, aber ich weiß nicht was, weil ich kein Rumänisch und er nur die Sprache spricht…

Immer wenn ich Zeit für mich alleine habe, nutze ich diese meistens um Nachzudenken über Sachen, die mir manchmal tagelang nicht aus dem Kopf gehen… Zum Beispiel auch die schlichte Ungleichheit der Welt. Man muss nur einmal durch ein rumänisches und ein deutsches Dorf fahren und die ersten Eindrücke, die man selbst dort hat, auf einen Zettel nebeneinander schreiben und dann mal anschauen… Bei einem rumänischen Ort wären die ersten Eindrücke, die man als Tourist hat: „Links oder rechts durchs Schlagloch?“, „Kann ich den Eselkarren überholen, ohne dass mich der Transitverkehr in der Gegenrichtung, der Tag und Nacht durch kleine Dörfer braust mich, wie manche Straßenhunde, einfach überfährt?“, „Steht das Gebäude da drüben leer oder wohnt da noch jemand?“, „Ich würd ja jemand nach dem Weg fragen, aber die verstehen mich hier alle nicht.“ „Oh guck mal ein Oldtimer – oh ne der ist überall verrostet, der wird benutzt nicht geliebt.“ Und in Deutschland sind so die ersten Eindrücke dann: „Och man, manchmal habe ich hier kein LTE…“. Das bringt einen schon ins Grübeln. Auch dass hier die Arbeitszeit anscheinend gar nichts kostet. Als ich Rosi zum Flughafen gebracht habe und dann die Parkplatzgebühr von 3 Lei (ca 70 Cent) an einem bemannten Kassenhäuschen bezahlen musste um halb fünf morgens, da dachte ich mir, dass die Kassiererin ja nicht wirklich viel verdienen kann und dann halt auch mit dem Wenigen leben muss… So gibt es in Bukarest Tickets für den Nahverkehr auch nur an bemannten Kassenhäuschen und wenn man Baustellen auf der Fahrt sieht, merkt man auch, dass dort lieber mehr Mann als mehr Maschinen eingestellt werden. Zum Beispiel gab es bei der letzten Baustelle vor Bukarest zwei Leute, deren Aufgabe es war Ampel zu spielen und nach eigenem Ermessen so eine grün-rote Kelle umgedreht haben… Ich frag mich dann wovon die Leute leben, die hier an der Straße sitzen und selbst gemachten Sirup, Honig oder Obst verkaufen… Die möchte ich auf jeden Fall in Zukunft mehr unterstützen und soweit es geht meinen Einkauf an solchen Straßenständen erledigen und nicht in irgendwelchen Supermarktketten.

29-07-2016 See Bukarestnah

Night special – 29.07.2016:

Rosi muss heute weg. Das war von vorne herein klar und es war auch klar, dass es nicht gerade einfach wird um halb vier aufzustehen. Als aber dann wirklich mitten in der Nacht nach wenigen Stunden Schlaf der Wecker klingelt sagen wir etwa dreimal „Komm wir stehen jetzt auf“ und bleiben liegen… Schlussendlich raffen wir uns dann aber doch auf, um zum Flughafen zu fahren. Rosi muss ja schließlich ihren Flieger bekommen. Die Fahrt dorthin ist eigentlich ziemlich entspannt, weil um vier Uhr nachts nicht so viele Autos unterwegs sind. Leider hat, wie immer in solchen Situationen mein Navi kein GPS Empfang und wir müssen nach den Schildern fahren, die verwirrend platziert wurden. Aber wir finden den Flughafen dann doch. Ich lasse Rosi vor dem Check-in raus und suche mir dann einen Parkplatz, um ihr nochmal richtig Tschüss zu sagen. Und so geht sie schneller als erwartet. Sehen werde ich sie erst in einem Jahr wieder, weil sie ja ein Auslandsjahr in Chile macht (ihr Blog: http://www.travelrose.jimdo.com/ ).

Zurück auf dem Campingplatz mit dem Nachtwächter, der zwar kein Wort Englisch versteht, mich aber trotzdem wieder rein lässt habe ich richtig Hunger und esse erstmal das ganze Müsli leer, was ich noch hatte. Dann konnte ich nicht schlafen, weil es schon langsam hell draußen wurde und ich bin noch etwas am Handy bis ich dann schlussendlich doch nochmal für zwei Stunden einschlafe. Anstrengende Nacht. Jetzt bin ich wieder alleine und darf meine Einsamkeit etwas genießen, bis ich meinen Bruder in drei Tagen am selben Flughafen abholen werde.

Night Special Bukarest Otopeni 29-07-16