Tag 11 – 14.07.2016

Leider Regnet es schon wieder heute… Deshalb fällt mir das Aufstehen auch relativ schwer… Nach dem Frühstück recherchiere ich aber noch im Internet für die nächsten paar Tage, wo man so hin gehen kann, dusche, mache Alle Tanks leer beziehungsweise voll und fahre los in Richtung Frenstat. Die Fahrt ist so ungemütlich wie noch nie mit dem unregelmäßigen Regen und heftigen Sturmböen, die sogar so heftig waren, dass sie, wie ich später feststelle, meine Dachluke einfach aufgerissen haben. Der Regen hat dann dazu auch noch mein Bett nass gemacht. Na toll… Der einzige Trost dabei ist, dass nichts kaputt gegangen ist, außer dem Rollladen, der an einer Stelle drei Zentimeter eingerissen ist… Ich habe die Dachluke aber ganz sicher vor der Fahrt verriegelt gehabt. Da muss ich mir wohl noch etwas einfallen lassen, wie ich sie nochmal sichern kann, so wie den Kühlschrank. Auf jeden Fall wollte ich ja noch wandern gehen… Aber es regnet die ganze Zeit noch. Als der Regen dann fast aufgehört hat ist es schon sechs Uhr, aber ich gehe trotzdem noch los. Unterwegs in Frenstat sehe ich noch einen Vater, der seinen vielleicht siebenjährigen Sohn auf dem SchoßWald Frenstat 14-07-16 im Auto lenken lässt. Süß. Dann im Wald angekommen geht es auf einem winzigen, schmalen Weg die ganze Zeit sehr stark bergauf, bis ich dann auf dem höchsten Punkt (jedenfalls in der zu Fuß um diese Uhrzeit noch erreichbaren Nähe) angekommen bin, wo ich dann natürlich noch ein kleines Restaurant und eine Straße finde. In dem Wald sind auch immer wieder so kleine Häuser versteckt, die man nur zu Fuß erreichen kann. Vielleicht irgendwelche Rückzugsorte von irgendwem? Oder Sommerhäuser im schattigen Wald? Keine Ahnung. Die Aussicht ist allerdings grandios. Da die ganze Gegend bergig ist, schaut man nicht nur auf ein Tal, sondern auf ein Tal mit Bergen im Hintergrund. Auf dem Rückweg finde ich dann auch noch den offiziellen Wanderweg, der aber zum selben Ziel führt, nur breiter und besser ausgebaut ist. Zurück am Auto angekommen merke ich nach dem Essen, dass hier auf dem Campingplatz ein Film gezeigt wird mit großer Leinwand und Lautsprechern. Leider nur auf Tschechisch. Morgen geht es dann, nachdem ich nochmal in die andere Richtung in den Wald geschaut habe in die Slowakei. Nächstes Land – nächste Erfahrungen.Frenstat 14-07-16

Tag 10 – 13.07.2016

Die aufwachen-merken-dass-es-regnet-und-wieder-weiterschlafen-Prozedur von gestern wiederholt sich heute. Dann, nach einem kleinen Frühstück, versuche ich mit der Hilfe von meinem Papa über WhatsApp das Problem mit meinem Kühlschrank zu lösen. Der ist der einzige Verbraucher, der mich von einem längeren Freistehen abhält. Der Grund, wieso der Kühlschrank so oft an geht ist auch schnell gefunden: es ist ihm zu warm. Die Lösung lautet Ventilator. Also gehe ich nach Zwittau rein und suche in Elektroläden nach einem PC-Lüfter. Leider habe ich nur einen USB-Lüfter gefunden und nicht einen Einbau-Lüfter, den ich eigentlich wollte. Naja besser als nichts. Im zweiten Elektroladen habe ich dann auch ein Multimeter gefunden, um die Spannung an der Batterie zu überprüfen. Als ich nun aber bezahlen wollte, taucht das nächste Problem auf: die Kassiererin ist komplett mit der Situation überfordert, dass meine Kreditkarte kein PIN anfordert und ruft erst einmal bei der Service-Hotline von dem Kartelesegerät an. Das Gespräch dauert dann natürlich eine Weile und am Ende hat sie mir dann verdeutlicht (natürlich konnte sie kein Wort Englisch, wie immer wenns komplizierter wird), dass sie erst etwas falsches gemacht habe (und mir einen Kassenzettel mit „Annullierung“ darauf gegeben hat), aber jetzt das richtige auswählen konnte, sodass ich dann auch das Multimeter mitnehmen und gehen kann. Da sieht man mal, dass selbst bezahlen nicht immer einfach sein muss. Zurück in meinem Auto merke ich, dass ich das Multimeter erst mal nicht benutzen kann, weil ich keinen passenden Schraubenzieher habe, um das Batteriefach aufzuschrauben, weil man da einen ganz kleinen und dünnen Schraubenzieher braucht… Na toll… Morgen werde ich mal die Nachbarn fragen, ob sie mir da weiterhelfen können. Sonst habe ich heute nicht mehr viel gemacht, außer Video schneiden und essen, weil es draußen wieder angefangen hat zu regnen. Das mit dem USB-Ventilator, den ich einfach so in das Fach hinter den Kühlschrank pusten lasse, funktioniert übrigens besser als gedacht. Zusätzlich habe ich zwei Wasserflaschen in das Gefrierfach des Kühlschranks gelegt, damit die gefrieren und ich sie, wenn ich keinen Strom habe raus holen kann und so Strom spare. Das wird auf jeden Fall in Zukunft in den Griff zu kriegen sein, sodass ich auch ein paar Tage ohne Auto zu fahren oder Strom zu haben frei stehen kann (zumindest im Sommer, wo das Solarpanel noch ziemlich viel Strom liefert). Es ist übrigens gerade wieder zehn Uhr und ich habe noch nichts zu Abend gegessen und nur ein zwei Brote zu Mittag gegessen und deshalb ziemlich viel Hunger jetzt. Also werde ich mir jetzt noch ein paar Nudeln machen.

Tobias over and out.

Multimeter 13-07-2016

Tag 9 – 12.07.2016

Heute wache ich auf, merke dass es regnet und schlafe noch zwei Stunden. Das ist doch ein gelungener Tagesanfang. Nach einem kurzen Frühstück mache ich mich dann also auf den Weg nach Zwittau. Mein Navi meinte, einen anderen Weg aus dem Dörfle raus gefunden zu haben, der etwas kürzer sei. Den fahre ich natürlich direkt. Am Anfang der Straße stehen keine Verbotsschilder odeSträßle 12-07-16r sonstige Breiten-, Höhen- oder Gewichtsbegrenzungen. Ich merke aber, dass die Straße immer schlechte, kleiner und enger wird. Also fahre ich in Schrittgeschwindigkeit die zwei Kilometer auf dieser mini Straße bis zum nächsten Ort, wo mich dann ein Einheimischer ziemlich doof anguckt, weil er wahrscheinlich weiß, wie die Straße aussieht. Dann geht es über größere Straßen, die teilweise aber von der Qualität her nicht besser waren nach Zwittau. Dort angekommen dusche ich mich noch kurz und gehe dann in einen richtig schönen, ja fast schon verwunschenen Wald spazieren. Die Wege waren voller winziger Frösche, auf die man am besten nicht drauf treten sollte… Das Problem dabei ist nur, dass sie so klein und getarnt sind, dass man die meisten Frösche erst sieht, wenn sie sich bewegen. Dann wieder im Auto mache ich mir ein leckeres Mittagessen (fast lang genug gekochte Pellkartoffeln mit Dosenhering). Dieses Mittagessen ist schon eine Steigerung zu meinem letzten (halb rohe Bratwürste mit fertigem Kartoffelsalat). Ich muss das Essen zubereiten noch lernen… Immerhin hat mein erstes warmes Essen (Spaghetti mit einer zu wässrigen Soße) schon relativ gut geklappt. Ich glaube Nudeln sind einfacher zu machen als Kartoffeln. Naja verhungern werde ich auf keinen Fall. Apropos Essen… Gestern ist mir während der Fahrt anscheinen der Kühlschrank aufgesprungen und hat seinen halben Inhalt auf dem Boden verteilt… Und das obwohl er verriegelt war. Natürlich war im Kühlschrank auch ein großer Joghurt, der dann auch auf Boden und Wänden verteilt war… Als Bestrafung habe ich den übrig gebliebenen Joghurt dann gegessen. Deshalb habe ich dann eine extra Sicherungsleine angebracht, damit mir das nicht noch einmal passiert. Ich hoffe, dass alle Probleme, die in Zukunft noch auf mich zukommen werden für mich lösbar sind. Auf jeden Fall werde ich positiv in die Zukunft schauen, das Beste hoffen und aus jeder Situation das Beste machen.
So langsam fange ich auch schon an meine Familie, Freundin und Freunde zu vermissen. Es sind zwar nur neun Tage bisher, aber ich weiß genau, dass es noch eine sehr lange Zeit dauern wird, bis ich sie wiedersehen kann und das macht mich einfach traurig. Zum Glück gibt es das Internet, worüber man immer in Kontakt bleiben kann.

Wald 12-07-16

Tag 8 – 11.07.2016

​Leider wache ich heute schon recht früh (für meine Verhältnisse) auf und komme deshalb schon um halb zehn los. Während der Fahrt finde ich dann einen Lidl und gehe erst einmal einkaufen. Und ich muss sagen, dass ich wirklich stolz auf mich bin. Ich habe sogar Obst gekauft. Und Schokolade, aber das war von vorneherein klar…. Dann geht es weiter auf Landstraßen durch Dörfer, bis ich an der Tankstelle wieder verdutzt feststellen darf, dass mein Auto wieder nur 12,5 Liter verbraucht hat. Weil ich mich deshalb so freue, kaufe ich mir noch ein Eis dazu, was ich dann auf der Fahrt esse. Eigentlich dachte ich mir, es sei einfacher auf der Fahrt ein Eis zu essen, aber ich fahre ja auch mit einem Schaltwagen auf einer Landstraße und es ist richtig heiß, sodass das Eis schneller schmilzt ist, als ich es essen kann. Eis essend fahre ich also noch weiter Richtung Zielort, der diesmal Serec heißt. Kurz vor meiner Ankunft ist auf der Straße, auf der ich die ganze Zeit schon fahre, anscheinend ein Unfall passiert. Also habe ich (wie alle anderen PKWs auch) kurzerhand gewendet und die Abfahrt genommen, um den Unfall zu umfahren. Dann werde ich von meinem Navi durch ein kleines Dörfle durch und eine winzige Straße entlang geführt. Ich denke schon, dass ich hier falsch bin, aber das bin ich nicht. Der Besitzer ist sehr nett und so komme ich mit ihm ins Gespräch und erfahre, dass er letzten Sommer auch einen Pickup mit Wohnkabine mieten wollte, aber seine Frau nicht wirklich  begeistert davon war und er es deshalb gelassen hat. Danach hat er sich noch bei mir beschwert, dass er keine Zeit habe um Sachen zu machen, die er machen möchte, wie Windsurfen oder Reisen. Ich glaube das geht den meisten Leuten so. Zu lange arbeiten und danach noch zu viele Sachen machen. Das dann jeden Tag wiederholen, seine Gesundheit opfern um Geld zu verdienen um dann im Alter sein Geld zu opfern, um ein Stück weit seine Gesundheit wieder herzustellen… Das ist glaube ich der typische Zyklus, dem sich keiner von uns entziehen kann. Ohne Geld lässt es sich ja leider nicht leben. Deshalb ist es auch so wichtig, dass man einen Job hat, den man mag. Da man doch eine ordentliche Zeit seines Lebens damit verbringt. Welcher das genau für mich ist muss ich auch noch herausfinden. 

Tag 7 – 10.07.2016

Der Tag beginnt damit, dass ich noch vor dem Frühstück mir meine Jogging Sachen anziehe und erst mal  joggen gehe. In die andere Richtung, als die, in der ich gestern wandern war. Und siehe da – das ist die richtige Richtung. Nach einer kurvigen kleinen Straße durch den Wald, die immer Berg auf führt, komme ich dann auf der Spitze des kleinen Berges an, der schon ein paar ziemlich steile Felshänge hat. Die Aussicht Joggen mit Aussicht 10-07-16ist genial. Also bleibe ich erst einmal eine Weile da sitzen und genieße es einfach hier zu sein. Nach einer Weile geht’s für mich aber wieder zurück, weil ich ja weiter möchte. Nach einem kurzen Frühstück fahre ich dann die bisher schönste Strecke (im Gebirge durch kleine Orte und Dörfer mit manchmal schönem Ausblick) circa 80 Kilometer weiter an einen See. Natürlich muss ich in den See, ein bisschen schwimmen, planschen und baden. Anschließend schneide ich noch mein Video, esse etwas und genieße dann, dass ich den Rest des Tages nichts mehr zu tun habe. Heute war mal ein etwas entspannter Tag. Das muss auch mal sein. Sieben Tage bin ich jetzt schon unterwegs mit heute. Das ist eine ganze Woche, aber mir kommt die Zeit seit meiner Abreise länger und gleichzeitig kürzer vor. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Auf Reisen zu sein und immer mobil zu leben, daran habe ich mich sehr schnell gewöhnt. Viel schwieriger ist es immer noch für mich, sich vorzustellen, dass ich wirklich bis Ende des Jahres so weiter mache. In den letzten Tagen war ich immer viel zu spät im Bett, weil ich mir jeden Tag zu viel vorgenommen habe, beziehungsweise zu lange geschnitten habe. Heute werde ich jetzt sicher früher ins Bett gehen. Sonst werde ich nie ausgeschlafen sein und das fände ich echt schade, weil ich nicht meine komplette Reise im Halbschlaf verbringen möchte. Genug Zeit dafür habe ich ja. Aber ich glaube auch, dass ich erst meinen Reiserhythmus finden muss und dann wird das auch besser.

 

Tag 6 – 09.07.2016

 

Heute bin ich aus Prag raus gefahren in Richtung Norden. Ich will Berge sehen. Aber beim Tanken, kurz nach der Abfahrt bin ich dann erst einmal richtig überrascht, da mein Auto in den letzten drei Tagen nur 12,6 Liter verbraucht hat. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass mein Auto 17 Jahre alt ist und auch ohne Kabine schon zwischen 11 und 12 Liter verbraucht. Jetzt bin ich aber erst einmal echt gut gelaunt und meine Laune steigert sich noch mehr, als ich nach 10 Minuten Fahrt schon die ersten Berge am Horizont entdecke. Mit Musik geht’s also in die Berge. Dann muss ich aber von der Autobahn abfahren, da einfach ein Stück Autobahn fehlt. Dann fahre ich dem Navi nach wundervolle, kleine, steile, kurvige und teilweise schlechte Straßen wieder auf die Autobahn, die komischerweise ein paar Kilometer weiter einfach wieder anfängt. Komisch. Naja. Kurz darauf komme ich auf einem Stellplatz an und will ein bisschen wandern gehen. Allerdings finde ich keine Wanderkarte oder sonstiges und laufe also einfach los in den Wald. Leider muss ich dann auch bald feststellen, dass es keine Wanderkarte gibt, weil es keine Wanderwege gibt. Jedenfalls nicht in dem Wald, in dem ich mich befinde. Also laufe ich einfach ein paar Forstwege entlang, bis ich mich dann dazu entschließe umzudrehen, weil ich so einen Baum mit abgeschabter Rinde gefunden habe, an dem sich Wildschweine und ähnliches immer kratzen. Das macht mir schon ein bisschen Angst. Vor allem weil ich weder auf einem Weg bin noch genau weiß, wie ich zurückkomme. Wie immer in solchen Situationen hat mein Handy weder GPS-, Telefon,- noch Internetempfang… Zum Glück war der Rückweg bald gefunden, so dass ich beruhigt weiterlaufen konnte. Zurück bei meinem Auto esse ich etwas schneide noch ein bisschen mein Video. Ich stehe außerdem sehr nahe an der deutschen Grenze. Gefühlt bin ich viel weiter weg als die paar Kilometer. Gefahren bin ich auch nur um die 600km bis jetzt. Das ist auch überhaupt nicht viel. Auf jeden Fall fühlt es sich so an, als wäre ich viel weiter weg als das. Naja.
Morgen früh werde ich erst mal joggen gehen, hier in den Bergen.

Ich auf Auto 09-07-16

Tag 5 – 08.07.2016

Heute ist also mein zweiter Tag in Prag. Natürlich habe ich mir nochmal Prag angeguckt im Hellen und auch andere Orte als gestern. Mein Ticket war sogar noch gültig. Natürlich bin ich wieder an der falschen Haltestelle (Diesmal aber eine andere Falsche als gestern) ausgestiegen, 500m gelaufen, an einer Haltestelle eingestiegen, an der ich noch nie warPrag Fluss und zu der richtigen Haltestelle gefahren (Übrigens in eine Richtung, in der ich als letztes nach meiner Haltestelle gesucht hätte). Dann bin ich quer durch Prag geschlendert und war auch in einem riesigen Einkaufszentrum. Auf einem Platz in Prag (keine Ahnung wieder jetzt hieß) waren sogar ganz viele Straßenkünstler. Einer hatte zwei Schlangen um den Hals, andere Zwei konnten schweben, einer war ein Statue und und und. Ich hatte langsam genug von den ganzen Häusern, Straßenbahnen (die immer woanders hinfahren) und dem ganzen Trubel. Also bin ich wieder zurück zum Campingplatz gefahren und habe mein Video geschnitten, was gegessen und die nächsten Tage geplant. Wenn man so alleine unterwegs ist hat man echt viel Zeit um nachzudenken, da man ja nicht so viel mit anderen Menschen redet und sich deshalb mehr auf sich selbst konzentriert. Ich muss echt sagen, dass ich schon ein bisschen stolz auf mich bin, dass ich es geschafft habe alleine nach Prag zu fahren und alles zu regeln, was es zu regeln gab. Es ist nicht so schwer, das gebe ich zu. Aber hätte ich es mir vor einem halben Jahr selbst zugetraut so eine Reise zu machen? Ich glaube nicht. Ehrlich gesagt, weiß ich immer noch nicht, ob ich alles so hinbekommen werde. Aber ich glaube, ich sollte es einfach so wie bis jetzt machen. Nicht nachdenken, ob ich das kann, sondern einfach machen. Ein Schritt nach dem anderen, bis auf die Spitze des Berges und dann den Ausblick genießen!

Ich merke auch so langsam dass mir der Abstand zu dem ganzen Alltag, der gesamten Umgebung und zu ja fast schon dieser ganzen Alltags-Welt, in der man sich die ganze Zeit befindet echt gut tut. Ich fühle mich als könnte ich mein „früheres“ Leben als Außenstehender betrachten. Dieser veränderte Blickwinkel kann aber noch mehr. Man kann nicht nur frühere Probleme objektiver betrachten, man merkt auch welche Personen einem wirklich wichtig sind und auf welche man getrost verzichten kann. Abstand ist das, was man manchmal einfach braucht um zu verstehen, wieviel bestimmte Dinge wert sind.

Tag 4 – 07.07.2016

Der Plan für heute ist wie immer ziemlich grob und heißt deshalb: Prag. Wie wann wo was weshalb bleibt alles offen. Wie jeden Tag. Das ist ja das schöne, dass man auf Reisen alle Freiheiten hat, die man sich nur vorstellen kann. Also es geht um circa halb elf los in Richtung Prag. Natürlich musste auf der Autobahn erst einmal ein Stau sein… Gut als ich dann ca zehn Kilometer vor Prag abgefahren bin und auf den Campingplatz wollte, der angeblich ne super Anbindung zur Metro hat, bin ich tausend Mal im Kreis gefahren, ohne dass ich auch nur ein Anzeichen von einem Campingplatz gefunden hätte. Also habe ich einen Passanten gefragt. Dieser hat mir dann gesagt, dass der Campingplatz vor ein bis eineinhalb Jahren zugemacht hat und an der Stelle, an der er mal war jetzt ein Hyundai Autohaus steht. Na toll… Jetzt ergibt das Sinn, dass ich nichts gefunden habe. Gut also habe ich den nächsten Campingplatz eingegeben, den ich mir herausgesucht habe, der allerdings nördlich von Prag liegt und nicht im Südwesten, wo ich mich befand. Also geht’s los, über Kreuzungen, Ampeln und Fußgängerüberwege und sogar durch zwei Tunnel bis zum anderen Stadtende von Prag. Das Navi hat mich dann auf einer recht großen und gut ausgebauten Straße weiter hinaus aus Prag gelotst. Auf der linken Seite kam dann ein Bauhaus in Sicht und mir ist mein kaputter Abwassertank wieder eingefallen. Der muss also auch noch repariert werden. Irgendwann auf dieser großen Straße musste ich links abbiegen in einen richtig kleinen Schotterweg mit Mauern überall. Da dachte ich mir auch nur: „Nein, bitte nicht schon wieder….“ Zu meiner Überraschung kam dann doch noch ein Campingplatz und der Besitzer kann sogar Deutsch. Uff erstmal Erleichterung. Ich habs geschafft einen Übernachtungsplatz zu finden. Das ist schon mal gut. Jetzt der Abwassertank. Auf geht’s also zu Fuß irgendwie der Nase nach vom Campingplatz aus zurück der großen Straße entlang. Da habe ich dann Sikaflex, Schleifpapier und eine Sikaflexspritze gekauft. Zurück auf dem Campingplatz habe ich dann den Abwassertank trocken und sauber gemacht, einen Joghurt gegessen (Ja das wird noch wichtig), den Boden von dem Joghurtbecher herausgeschnitten um ihn auf das Loch im Tank zu kleben (Siehste). Ich hoffe das ist jetzt auch dicht… So danach gings nach einem kleinen Mittagessen nach Prag rein. Also Ticket an der Rezeption vom Campingplatz gekauft, den Bus fast verpasst, einmal in ne falsche Straßenbahn gestiegen und einmal viel zu früh raus und schon war ich an der Karlsbrücke. Ich laufe also so durch die Altstadt und sehe viele architektonische Meisterwerke. Allerdings konnte ich mit StPrag 07-07-2016 hellädten noch nie viel anfangen und bleibe deshalb wenig beeindruckt. Aber ich muss zugeben, dass ich später, als ich unerwarteter Weise ganz Prag in einem wundervollen Panorama sehe echt ins Staunen komme…

Also erstmal staunen und Bilder machen. Da es schon kurz vor acht Uhr ist entschließe ich mich dazu meine Kamera auf die Mauer zu stellen, von der aus man ganz Prag sieht und eine Zeitrafferaufnahme zu machen. Während ich hier also sitze und einem Straßenmusikanten (mit dem ein paar Chinesen auch schon Bilder gemacht haben) zuhöre, macht ein älteres Pärchen abwechselnd Bilder von sich mit dem Ausblick. Als ich dann anbiete, dass ich ein Bild von ihnen beiden machen kann, merke ich, dass sie zwar Russisch aber kein Wort Englisch sprechen. Gefreut haben sie sich trotzdem. Später kam noch ein Pärchen aus Barcelona, mit denen ich mich dann auch noch unterhalten habe, da die Frau Angst hatte, dass meine Kamera runter fällt, da sie ganz am Rand der Mauer stand, weil ich Prag auf dem Video haben wollte, nicht die Mauer. Es ist echt interessant hier zu sitzen und die ganzen Passanten zu beobachten und in Kontakt mit ihnen zu kommen. Ich glaube, dass das das Reisen erst so richtig interessant macht. Diese kleinen Begegnungen mit Leuten aus allen Winkeln der Welt. Chinesen, die ein Bild mit Straßenmusikanten machen, Russen, die nicht Englisch können, Spanier, die sich um meine Kamera sorgen und meine französischen Nachbarn auf dem Campingplatz. Sowas macht mich einfach froh. Dass sich Leute ganz einfach über simple Dinge unterhalten können, obwohl sie aus verschiedenen Ländern kommen. Jetzt tanzen sogar schon zwei Männer zu der Musik von dem schon zu oft erwähnten Straßenmusikanten. Und da unten balanciert ein Mann auf dem Dach, neben dem Restaurant eine Dachterrasse hat, wo Chinesen ihr Essen fotografieren. Und das alles während ich hier auf dieser Mauer Sitze, mir das vom Sonnenuntergang angeleuchtete Prag anschaue und diesen Text hier schreibe. Ich habe übrigens keine Ahnung wie ich zurück zur Straßenbahnhaltestelle komme. Ich bin, wie immer, einfach losgelaufen ohne wirkliches Ziel oder mir den Weg zu merken. Das ist einfach schön. Langsam werden auch die Touristen weniger, der Straßenmusikant packt zusammen, das Café hat auch geschlossen und stellt seine Müllsacke raus. Deshalb verabschiede ich mich jetzt auch. Bis morgen.

Prag 07-07-2016

Tag 3 – 06.07.2016

Heute geht’s endlich los ins Ausland! Tschechien. Nicht so weit weg aber immerhin. Alleine ist das dann doch nochmal etwas anderes, als mit den Eltern. Also erstmal Halt an der Grenze machen und eine Autobahnvignette kaufen. Das verlief alles problemlos. Nach dem Grenzübergang bin ich noch ca. 80km weiter gefahren nach Pilsen. Dort habe ich danPilsen Altstadtn erst einmal die wunderschöne Altstadt angeschaut und mir Geld geholt. Dann brauchte ich ja noch eine SIM-Karte damit ich ins Internet kann. Das war etwas schwieriger, weil der Vodafone und O2 Laden zu war… Deshalb habe ich dann in einem Café nachgefragt und der Kellner konnte mir dann nach einem kurzen Moment der Verwirrtheit weiterhelfen. Ich wurde also zu einem kleinen Tante-Emma-Laden geschickt, in dem es auf dem ersten nur Essen und Trinken gab. Auf Nachfrage allerdings dann auch SIM-Karten. Die nach Entschlüsselung einer tschechischen Anleitung auch funktioniert. Dann ging es auf den Campingplatz, der 5 km außerhalb des Stadtzentrums liegt. Dort bin ich dann erstmal, nach einem Mittagessen in den See gehüpft. Leider war der See nicht tief und man konnte auch nach fünf Minuten raus „Schwimmen“ noch stehen konnte. Leider ist mir aber heute Morgen, als ich versucht habe meinen Abwassertank weiter zu zu machen, das Ventil rausgebrochen. Da muss ich jetzt eine Lösung für finden… Ich glaube mittlerweile, dass es das Beste ist, wenn ich das Loch irgendwie zu bastle und ein Ventil in den Deckel zu machen. Gut. Soweit wäre heute alles erledigt. Es war doch durchaus ein erfolgreicher Tag. Gestern Abend hatte ich noch ein bisschen Bammel vor dem Tag heute, da ich doch ziemlich viel zu tun hatte. Aber ich bin jetzt erfolgreich in Tschechien eingereist, habe mir eine SIM-Karte besorgt, habe jetzt tschechisches Geld und stehe glücklich und zufrieden auf dem Campingplatz am See. Mein Plan war ja eigentlich mal früher schlafen zu gehen, aber irgendwie ist es jetzt schon wieder halb zwölf… Bisher macht mir das Reisen auf jeden Fall sehr viel Spaß. Die 24 Stunden, die ein Tag zur Verfügung hat fühlten sich eher wie 5 an in den letzten drei Tagen. Es geht jetzt schon alles so schnell vorbei. Dabei möchte ich meine Reise genießen. Mein Papa hat mich schon gewarnt, dass Reisen kein Urlaub sei. Jetzt verstehe ich erst wie Recht er hat. Ich habe mich in den letzten Tagen sogar nicht sonderlich viel damit beschäftigt, wo ich als nächstes hin fahre, da das bis Prag alles schon grob fest stand. In den kommenden Tagen muss ich mir dann halt was suchen, wo ich hinfahren kann. Für Tschechien habe ich ja keinen Reiseführer oder ähnliches.

Man wächst ja an seinen Aufgaben

Pilsen Camping