Tag 20 – 23.07.2016

Heute wachen wir leider schon um halb neun auf, da es einfach zu warm wird im Fahrzeug mit der Sonne, die die ganze Zeit runterbrezelt wie noch was. Gemeldet für Budapest heute sind 33 Grad Celsius. Das ist echt warm… Aber wir gehen trotzdem nochmal kurz in die Stadt und bummeln noch in die andere Richtung wie gestern. Rosi kauft sich noch ein Paar Schuhe, während ich noch ein paar Aufnahmen in der Umgebung mache. Dann wieder zurück auf dem Campingplatz richten wir alles und fahren dann auch schnell los in Richtung Makó, unserem heuteigen Ziel. Dort angekommen hüpfen wir erst einmal in den campingplatzeigenen Pool und schauen uns, nachdem ich einen Lüfter wegen meinem Kühlschrankproblem eingebaut habe, die Stadt an. Wir finden überall Denkmäler vom ersten und zweiten Weltkrieg und auch ein schönes Thermalbad. Dann gehen wir noch in ein Restaurant, in dem es erstaunlich günstiges Essen gibt unsere letzten ForinStelze Pizza Makot ausgeben, weil es ja morgen nach Rumänien geht. Wohin genau steht noch in den Sternen (*hust* Reiseführer *hust*). Auf der Speisekarte im Restaurant stand auch bei einer Pizza als Belag „Stelze“. Was das genau bedeutet oder wie eine Pizza mit Stelzen aussieht weiß ich auch nicht. Danach geht es mit guter Laune zurück zum Auto und natürlich nochmal in den Pool, da die Temperatur immer noch „zu warm“ beträgt. Leider ist die Zeit, wie an jedem Tag auf Reisen heute wieder mal viel schnell vorbei und ich wünschte mir, wie so oft schon einen Tag mit 30 oder 35 Stunden. Dafür gibt es ja aber ein sogenanntes „Morgen“.

Mako Camping 23-07-16

Tag 19 – 22.07.2016

Der heutige Morgen bis Vormittag war nicht wirklich spannend. Ich habe den Rumänien-Reiseführer gelesen, aufgeschrieben, wo wir so die nächsten Tage hin können und habe Videos geschnitten. Dann aber um viertel vor vier gehe ich los um Rosi am Bahnhof abzuholen. Mit der Straßenbahn geht es auch relativ schnell bis an den Hauptbahnhof. Komisch fand ich, dass auf der großen Anzeigetafel, auf der alle ankommende Züge aufgelistet waren, erst eine Minute vor Ankunft des Zuges stand, auf welchem Gleis er einfährt. Das wird anscheinend spontaner entschieden als in Deutschland, wo schon Wochen vorher klar ist, auf welchem Gleis der Zug ankommt.

Nach einer kurzen Suche, weil echt viele Leute aus dem Zug ausgestiegen sind finde ich Rosi dann endlich und wir fahren zusammen zurück zum Campingplatz. Kaum angekommen geht es aber wieder los in Richtung Stadtzentrum mit der U-Bahn. Wir besuchen zu Fuß das Parlamentsgebäude, eine katholische Kirche, die Uferpromenade, die Kettenbrücke und die Freiheitsstatue ganz oben auf dem Gellertberg. Der Weg dort hinauf ist richtig steil, was in der Hitze (ca. 32 Grad) nicht gerade sehr viel Spaß macht. Dafür werden wir mit einer wundervollen Aussicht belohnt. Dann mache ich noch eine Zeitrafferaufnahme von dem immer dunkler werdenden Budapest sogar zwischendurch mit Feuerwerken von einem kleinen Boot, das auf der Donau entlang fährt. Die Aufnahme ist wirklich toll geworden, ohne mich jetzt selbst zu loben, aber leider sind immer mal wieder Touristen auf die wundervolle Idee gekommen, sich die Aussicht direkt vor meiner Kamera anzuschauen und deshalb sieht man ab und zu ein paar Leute aufblitzen im Video… Naja kann man nicht ändern. Wir freuen uns aber trotzdem über das im Dunkeln schön beleuchtete Budapest und laufen noch über eine andere Brücke und durch die Fashionstreet zur U-Bahn Station zurück. Müde und fertig von dem ganzen Laufen kommen wir dann so gegen zwölf Uhr dort an.

Ich freue mich echt, nicht mehr alleine zu sein. Es macht mir nichts aus alleine zu reisen, aber man sagt nicht umsonst: „Geteilte Freude ist doppelte Freude“.

Budapest 22-07-16

Tag 18 – 21.07.2016:

Heute wache ich an der Bauxitgrube wegen dem lauten Straßenverkehr ziemlich früh auf. Naja kommt halt davon wenn man sich einen Parkplatz an der Straße aussucht… Aber dann geht es 21-07-2016trotzdem für mich noch auf die andere Seite der Straße, weil da noch mehr Marslandschaft ist. Danach mache ich mich auf in Richtung Budapest Zentrum. Ob das eine gute Idee ist? Ich weiß es noch nicht. Dann die Fahrt durch kleine Sträßchen, diese Art von Sträßchen, auf denen man als erkennbarer Tourist (Mit Wohnmobil und ausländischem Kennzeichen) von allen nur doof angeguckt wird. Aber das sind dann genau die Orte, die so sind, wie das Land wirklich ist und nicht für die Touristen hergerichtet ist. Wie in Sankt Petersburg zum Beispiel, wo das Zentrum und alles von Touristen angeschaute renoviert, saniert und erneuert wurde, eine Straße aber weiter in eine Richtung, die sich normalerweise keiner anschaut sind die Häuser alt und heruntergekommen. Die Dörfer auf dem Land sehen auch nicht gerade in guten Zustand aus meistens und man hat den Eindruck, dass die Leute dort am Existenzminimum leben. Solche Gedanken denkend, führt mich die Straße immer weiter und schließlich nach Budapest rein. Der Verkehr ist wie in jeder Großstadt viel und etwas chaotisch aber absolut nicht schlimm. Nichts im Vergleich zu Bozen, wo ich im Mai mit einer Freundin war. Auf jeden Fall ist der Campingplatz schnell gefunden. Der Platz ist rappelvoll, aber ich finde noch eine Lücke. Dann gehe ich noch einkaufen, in einem Einkaufszentrum, in dem man sich echt verlaufen kann und kaum zurück ist es auch schon Abend. Als ich gerade dabei bin, eine Zeitrafferaufnahme vom Campingplatz mit den Sternen zu machen, höre ich ein lautes Poltern, als sei die Kamera, die ich aufs Dach gestellt hab auf die Motorhaube gefallen oder sowas… Natürlich schaue ich direkt nach aber die Kamera steht noch. Auf der Motorhaube sieht man auch nichts. Komisches Geräusch. Naja morgen werde ich auf jeden Fall Budapest anschauen und eine Freundin (Rosi, mit der ich auch in Südtirol war) vom Bahnhof abholen, weil sie mich die nächste Woche über begleiten wird.

Budapest Camping

 

Tag 17 – 20.07.2016

Heut geht’s nach dem Frühstück erstmal nochmal an den Plattensee. Aber weil es da sehr voll ist und ich in den letzten Tagen schon öfter baden war fahre ich dann relativ bald weiter. Auf der Fahrt zu meinem eigentlichen Ziel finde ich dann zufällig eine Bauxitgrube, die aus komplett rotem Sand und Gestein besteht. Bauxit ist der Rohstoff, den man für die Aluminiumproduktion braucht. Die schaue ich mir natürlich an und entschließe mich auf dem Parkplatz davon zu übernachten. Die Grube ist echt interessant, da die ganze Landschaft rot ist und es fast schon so aussieht, als sei man auf einem anderen Planeten. Morgen werde ich mir noch den Lehrpfad auf der anderen Straßenseite erkunden, bevor es dann nach Budapest weiter geht.

Auf jeden Fall gewöhne ich mich schneller an das Reisen und vor allem an das alleine Reisen, als ich gedacht habe. Es ist jetzt eigentlich schon Alltag für mich geworden. Ein anderer Alltag und ein spannenderer Alltag aber trotzdem schon gewohnt. Ich meine damit nicht, dass es mir langweilig ist oder dass es eintönig wird ganz im Gegenteil ich freue mich jeden Tag aufs Neue etwas zu unternehmen. Wobei die meisten Sachen immer länger dauern, als ich mir vorher so denke… Aber ich lerne jeden Tag dazu und weiß jetzt zum Beispiel auch, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen und vor allem Überholverbote in Ungarn gerne mal ignoriert werden und wenn man sich dran hält man von allen überholt wird. Das beste Beispiel dafür war, als ich bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Km/h und Überholverbot wegen einer Baustelle mit 55Km/h noch von einem LKW überholt wurde. Naja das ist eben auch Teil des Abenteuers.

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Tag 16 – 19.07.2016

Heute schlafe ich etwas länger und komme erst so gegen ein Uhr los. Mein Ziel ist es heute nach Ungarn einzureisen. Es ist gutes Wetter, ich habe gute Musik und demnach auch sehr gute Laune als ich losfahre. Die Grenze zu Ungarn ist bald erreicht und die Vignette (die wieder nur elektronisch ist und kein Aufkleber an der Scheibe) ist auch schnell an der Tankstelle gekauft. Mein Übernachtungsplatz, den ich mir im Internet vorher rausgesucht habe, ist von der Grenze auch nur noch ein paar Kilometer entfernt. Aber als ich dort ankomme merke ich bald, dass ich hier nicht übernachten kann, da dieses ganze Gebiet ein riesiges Industriegelände ist, was mit Mauern und Schranken gesichert ist. Ich probiere auch noch von der anderen Seite an den See zu fahren, an dem ich eigentlich heute übernachten wollte, aber da ist auch eine Schranke mit Wachhäuschen. Deshalb entschließe ich mich schon heute an den Plattensee zu fahren. Ungefähr zwanzig Kilometer vorher wissen meine beiden Navis nicht mehr wo lang, da die ganze Autobahn dort anscheinend vor kurzem umgebaut wurde. Also fahre ich einfach gerade aus. Dass dieses „gerade aus“ eigentlich rechts ist, weil die Autobahn dann eine riesige Rechtskurve macht merke ich leider erst, als ich es nicht mehr beeinflussen konnte, wohin ich fahre… Also auf die Autobahn rauf, die nächste Abfahrt nehmen und wieder zurück auf die alte Strecke. Durch dieses Manöver komme ich wieder an genau dieselbe Kreuzung wie vorher und fahre diesmal rechts, weil ich geschaut habe, in Richtung welcher Stadt ich muss. Rechts war dann gerade aus. Das muss man auch erstmal wissen… Kurz vor der Abfahrt an den Plattensee kommt dann das nächste Hindernis… Stau… Und zwar richtig… Eine dreiviertel Stunde später, als ich dann endlich die Abfahrt nehmen kann, sehe ich auch, was den Stau verursacht hat. Auf der Landstraße sind zwei Autos verunglückt. Eins komplett demoliert und eins „nur“ in den tiefen Seitengraben gefahren. Die Bergungsarbeiten waren noch in vollem Gange.
Plattensee Segelclub 19-07-16Dann endlich am Plattensee auf einem netten kleinen Campingplatz mit einer Besitzerin die sogar Deutsch spricht angekommen ist es schon sechs Uhr abends. Ich entschließe mich aber trotzdem noch zum See zu gehen. Nach einem kurzen Gespräch mit der Chefin, bei dem ich noch erfahren habe, dass am 13. Juli hier ein richtig großes Unwetter war mit Hagelkörnern größer als Golfbälle mache ich mich dann auf in Richtung See. Allerdings merke ich schnell, dass das ein weiter Weg wird, da die gesamte Uferpromenade mit umzäunten Ferienhäusern zu gepflastert ist. Drei Kilometer weiter finde ich dann endlich den öffentlichen Strand, der aber leider ziemlich voll ist… Aber das ist ja klar, wenn das restliche Ufer in Privatbesitz ist.
Zurück am Auto angekommen mache ich mir wieder Nudeln mit Pesto, weil ich den ganzen Tag (außer dem Frühstück) nichts gegessen habe.
Reisen ist echt anstrengender als ich dachte. Mein Papa hat mir schon bevor ich losgefahren bin gesagt, dass Reisen kein Urlaub ist. Wie Recht er damit hatte merke ich jeden Tag. Gerade wenn man alleine ist und die Aufgaben nicht aufteilen kann ist es anstrengend. Aber es macht mir wirklich viel Spaß und ich habe jetzt schon sehr viele Erfahrungen sammeln können. Wie sagt man so schön: „Reisen ist die schönste Art zu lernen.“Plattensee 19-07-16

Tag 15 – 18.07.2016

Der heutige Tag beginnt mit einer schönen, kleinen Runde Joggen entlang der Donau. Danach schneide ich mein nächstes Video und mache mich schlau über Ungarn und Rumänien heißt ich lese Reiseführer und so Heftle vom ADAC. Das wars dann eigentlich auch schon mit dem Tag. Im Laufe des Tages ist mein Nachbar von letzter Nacht gefahren und es sind zwei neue Wohnmobile gekommen. Nicht so spannend aber auch mal nötig so ein Tag. Morgen geht’s dann nach Ungarn! Das nächste Land auf meiner Reise. Ich freue mich echt schon. Außerdem fliegen die Tage gerade irgendwie einfach so an mir vorbei… Manche sagen nicht mal „Hallo“ und sind schon wieder vorbei. Keine Ahnung wieso das gerade so schnell geht, aber es könnte daran liegen, weil ich ziemlich viel erlebe. Das ist echt viel, wenn ich daran denke, was ich in den letzten zwei Wochen erlebt habe… Das ist alles noch ein bissle viel und ich werde es bestimmt erst im Nachhinein richtig realisieren und verarbeiten können…
Joggen Donau 18-07-16