Der Foto freie Tag 44 – 16.08.2016

Gestern Nacht habe ich noch ziemlich lange an meinem letzten Video gesessen und beim rendern schaue ich noch auf den Blog von Rosi, die übrigens in Amsterdam war mal schnell noch, weil sie ja erst in ner Woche nach Chile fliegt. Sie hat auf jeden Fall an einem Tag in Amsterdam keine Fotos oder Videos gemacht und nur mit den Augen geschaut. Mal als Tourist etwas anderes. Die Idee gefällt mir echt gut und ich beschließe das auch zu machen. Heute.

Wir fahren auf jeden Fall aus Alexandroupolis raus in Richtung Berge und haben schon auf der Autobahn eine grandiose Aussicht auf das wundervolle Panorama von Meer, Inseln, Küste und Gebirge… Fast tut es mir ein bisschen weh, dass ich nichts filmen oder fotografieren „darf“, aber ich entscheide mich nicht um. Da wir nur ein kurzes Stück Autobahn fahren kommen wir auch bald in den Bergen an und stellen uns an einen richtig schönen Fluss, der hier durch die Berge fließt und sogar einen Sandstrand hat. Die Berge sind alle begrünt und mit kleinen Bäumen geziert und hier und da sieht man den blanken Fels. Auf unserer Erkundungstour am Fluss entlang begegnen wir noch einem Ziegenhirten mit Ziegen und Schäferhunden. Später am Tag kommen noch ein Pärchen mit Roller, die im Fluss baden und drei Leute in einem Zweisitzer Pickup mit Hund auf der Ladefläche und gehen hier spazieren. Den restlichen Tag verbringen wir entspannt am Fluss und in der Kabine. Morgen gehen wir wandern. Und ich möchte in dem Fluss baden!

Es war heute aber auch wieder eine andere Erfahrung mal nichts zu filmen oder fotografieren, obwohl wir an so einem wundervollen Ort stehen. Es fühlt sich aber so an, als hätte ich den Ort mehr für mich alleine, als würde es niemand wissen, wo ich bin… So einsam eben… Das ist natürlich Schwachsinn, weil ich nicht weniger einsam hier stehe, wenn ich ein Bild davon mache, aber dann sind es Erfahrungen und Eindrücke, die nicht mehr nur mir gehören… Es ist schwer zu beschreiben, was das nicht fotografieren und filmen von diesem Ort in mir ausgelöst hat. Ich weiß auch nicht, ob ich morgen, wenn ich meine Umgebung wieder digital dokumentieren „darf“ meinen Stellplatz hier ablichte. Vielleicht behalte ich ihn für mich und nur in meinem Kopf. 

Meine Eltern sind übrigens jetzt auch in Griechenland. Komisch, dass sie im selben Land sind, aber gefühlt immer noch weit weg… Vielleicht ist das auch wieder erst etwas, was ich realisieren muss, dass jetzt plötzlich meine Familie wiedersehe. In Griechenland. Hier fühle ich mich halt so weit weg von allem und die Welt Zuhause wirkt unwirklich und kaum noch existent, während aber die Menschen, die ich liebe in dieser kaum noch existenten Welt heller strahlen, als je zuvor. Es ist als würde ich mein „Zuhause“, was auch immer dieser Begriff bedeuten mag, nur noch aus den Menschen bestehen, die mir etwas bedeuten. Vielleicht ist es ja auch so, dass ein Ort immer nur so gut ist wie die Menschen, die man dort kennt. Aus welchen Film ist das nochmal? Naja egal, aber es scheint mir mittlerweile wirklich so… Das bedeutet aber auch, dass ich überall Zuhause sein kann, wenn ich nur die Menschen bei mir habe, die mir viel bedeuten. Vielleicht sollte der Begriff „Zuhause“ lieber mit Menschen definiert werden, als in Städten. Also stelle ich mir die Frage: „Wer ist mein Zuhause?“ Da spielt dann das „Wo?“ auch plötzlich überhaupt keine Rolle mehr… 

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