Tag 107 – 15.10.2016 – Smartphone

Morgens gehe ich erstmal in dem kleinen Mini Market nicht weit vom Campingplatz einkaufen bevor ich dann sehr interessante 30 Kilometer Küsten- und Bergstraße weiter fahre an einen Platz direkt am Meer. 2016-10-15-fahrt 2016-10-15-lkwWieder sind hier Fischerboote nahe am Ufer festgemacht. Wie so oft hier in Griechenland am Meer. Außerdem stehen hier echt viele Baumaschinen rum, weil gerade eine neue Straße in den Berg gebaut wird. 2016-10-15-baumaschine 2016-10-15-ich-am-meerAls ich dann so am Ufer sitze, dem Rauschen der Wellen zuhöre, mich einfach freue, dass die Sonne scheint und dann ein Foto mit dem Handy mache wird mir eine Sache schmerzlich bewusst: Ich verbringe zu viel Zeit mit meinem Handy beziehungsweise Smartphone. Während meiner Reise ist es besser, als es Zuhause war, aber immer noch nicht so, wie ich es mir wünschen würde. Ich meine… Wann hat das angefangen, dass so viele Jugendliche alles snappen, twittern und posten und sonst überall in den sozialen Netzwerken veröffentlichen müssen wo sie gerade sind und was sie machen. Ich bin noch schlimmer. Ich hab zwar kein Twitter, aber dafür meine täglichen Blogbeiträge. Dazu laufe ich bei allen interessanten Dingen mit der Kamera herum, wie das ein anständiger Tourist eben so macht. Das ist ja nicht schlimmes, aber ich frage mich, ob ich bei all dem Filmen, Fotografieren und Veröffentlichen nicht vergesse zu genießen? Habe ich überhaupt noch Momente nur für mich? Wieviel Zeit verbringe ich täglich am Handy? Was könnte ich mit dieser Zeit besser anfangen? Es ist echt erschreckend, dass ich mehr Zeit am Handy verbringe, als draußen zu sein am Tag. Das Meiste sind auch noch so unnütze Dinge wie eine Sprüche-Seite auf Instagram oder lustig/süße Videos von Katzenbabys… Natürlich ist das Internet und das Handy nicht schlecht, keineswegs, ich liebe es, weil ich dadurch auch Kontakt zu meinen Freunden und meiner Familie haben kann. Ich kann sogar täglich mit meiner Freundin über das Internet kostenlos telefonieren! Aber was bringen mir die Spiele auf meiner Entertainmentmaschine 3000? Denn nichts anderes ist ein Smartphone ja. Ich kann damit Spiele spielen, Filme schauen, Bilder angucken – ja sogar Bilder von Fremden! Toll! Aber was bringt es mir zu wissen, dass ein Freund der Klassenkameradin meiner Nichte dritten Grades gerade einen Schokokuchen isst? Fragen über Fragen auf die ich alle keine Antwort weiß. Eins haben sie mir aber gezeigt: Dieses ominöse „Draußen“ ist das größte, interessanteste, spannendste, lehrreichste und zugleich wichtigste soziale Netzwerk für uns alle. Jeder muss im Leben Prioritäten setzten bei allem. Und meine Prioritäten in dieser Hinsicht wurden heute von mir neu gesetzt. Scheiß drauf, ob ich ein Bild von einem schönen Moment oder ein Video oder einen Snap oder Tweet habe! Ich genieße. Die Momente, in denen ich mich nicht traue oder gar daran denke ein Bild zu machen oder mein Handy raus zu holen sind doch immer noch die Schönsten. Das Leben findet außerhalb YouTube, Facebook, Twitter, Instagram und Co statt. Ist mir doch egal, ob ein großer YouTuber seine Wand jetzt pink anstatt gelb streicht!
Das alles bedeutet nicht, dass ich nie wieder ein YouTube Video anschauen oder ein Bild auf Instagram hochladen werde. Es bekommt nur eine andere Priorität und vor allem auch weniger Zeit. Ich möchte bewusster mein Handy benutzen. Wenns draußen regnet und ich nichts zu tun hab, dann klar spiel ich auch mal ein Spiel auf dem Handy, aber nicht, wenn die geilste Aussicht mit besten Wetter direkt vor meinem Fenster steht und darauf wartet von mir erkundet zu werden! Glücklich will ich sein. Und es hat mich wirklich glücklich gemacht, wie ich da saß und einfach nur genossen habe, ohne dass ich ein Bild, Video oder sonst was am Handy gemacht habe. Es Liegt vielleicht auch daran, dass ich hier kein Netz habe (Das ist auch der Grund warum der Blogbeitrag erst heute kam) und mein Handy nicht so benutzen kann, wie ich es sonst immer tue, dass ich mir diese ganzen Gedanken mache, aber es hat etwas Gutes.
So genug von Handys… Ich wünsche euch noch einen schönen Tag und genießt ihn! Keiner kann ihn euch zurückbringen, sobald er einmal vergangen ist!

2016-10-15-boote-nass 2016-10-15-boote 2016-10-15-schilddings2016-10-15-boote-dunkel

1 Kommentar auf “Tag 107 – 15.10.2016 – Smartphone

  1. Willi sagt:

    Wär natürlich schade, wenn wir nichts mehr erfahren würden…aber deine Gedanken haben mich an meine Jugend/junge Erwachsenenzeit mit dem Motorrad erinnert. Anfangs hab ich auch immer Fotos gemacht, bis mir aufgefallen ist, dass ich nur noch für die Fotos gefahren bin und gar nichts mehr gesehen hab. Ich hab dann viele Jahre komplett auf die Kamera verzichtet und die Bilder im Kopf „gespeichert“. Nachteil: ich kann nur noch davon erzählen, nichts zeigen…war trotzdem geil!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.