Tag 16 – 19.07.2016

Heute schlafe ich etwas länger und komme erst so gegen ein Uhr los. Mein Ziel ist es heute nach Ungarn einzureisen. Es ist gutes Wetter, ich habe gute Musik und demnach auch sehr gute Laune als ich losfahre. Die Grenze zu Ungarn ist bald erreicht und die Vignette (die wieder nur elektronisch ist und kein Aufkleber an der Scheibe) ist auch schnell an der Tankstelle gekauft. Mein Übernachtungsplatz, den ich mir im Internet vorher rausgesucht habe, ist von der Grenze auch nur noch ein paar Kilometer entfernt. Aber als ich dort ankomme merke ich bald, dass ich hier nicht übernachten kann, da dieses ganze Gebiet ein riesiges Industriegelände ist, was mit Mauern und Schranken gesichert ist. Ich probiere auch noch von der anderen Seite an den See zu fahren, an dem ich eigentlich heute übernachten wollte, aber da ist auch eine Schranke mit Wachhäuschen. Deshalb entschließe ich mich schon heute an den Plattensee zu fahren. Ungefähr zwanzig Kilometer vorher wissen meine beiden Navis nicht mehr wo lang, da die ganze Autobahn dort anscheinend vor kurzem umgebaut wurde. Also fahre ich einfach gerade aus. Dass dieses „gerade aus“ eigentlich rechts ist, weil die Autobahn dann eine riesige Rechtskurve macht merke ich leider erst, als ich es nicht mehr beeinflussen konnte, wohin ich fahre… Also auf die Autobahn rauf, die nächste Abfahrt nehmen und wieder zurück auf die alte Strecke. Durch dieses Manöver komme ich wieder an genau dieselbe Kreuzung wie vorher und fahre diesmal rechts, weil ich geschaut habe, in Richtung welcher Stadt ich muss. Rechts war dann gerade aus. Das muss man auch erstmal wissen… Kurz vor der Abfahrt an den Plattensee kommt dann das nächste Hindernis… Stau… Und zwar richtig… Eine dreiviertel Stunde später, als ich dann endlich die Abfahrt nehmen kann, sehe ich auch, was den Stau verursacht hat. Auf der Landstraße sind zwei Autos verunglückt. Eins komplett demoliert und eins „nur“ in den tiefen Seitengraben gefahren. Die Bergungsarbeiten waren noch in vollem Gange.
Plattensee Segelclub 19-07-16Dann endlich am Plattensee auf einem netten kleinen Campingplatz mit einer Besitzerin die sogar Deutsch spricht angekommen ist es schon sechs Uhr abends. Ich entschließe mich aber trotzdem noch zum See zu gehen. Nach einem kurzen Gespräch mit der Chefin, bei dem ich noch erfahren habe, dass am 13. Juli hier ein richtig großes Unwetter war mit Hagelkörnern größer als Golfbälle mache ich mich dann auf in Richtung See. Allerdings merke ich schnell, dass das ein weiter Weg wird, da die gesamte Uferpromenade mit umzäunten Ferienhäusern zu gepflastert ist. Drei Kilometer weiter finde ich dann endlich den öffentlichen Strand, der aber leider ziemlich voll ist… Aber das ist ja klar, wenn das restliche Ufer in Privatbesitz ist.
Zurück am Auto angekommen mache ich mir wieder Nudeln mit Pesto, weil ich den ganzen Tag (außer dem Frühstück) nichts gegessen habe.
Reisen ist echt anstrengender als ich dachte. Mein Papa hat mir schon bevor ich losgefahren bin gesagt, dass Reisen kein Urlaub ist. Wie Recht er damit hatte merke ich jeden Tag. Gerade wenn man alleine ist und die Aufgaben nicht aufteilen kann ist es anstrengend. Aber es macht mir wirklich viel Spaß und ich habe jetzt schon sehr viele Erfahrungen sammeln können. Wie sagt man so schön: „Reisen ist die schönste Art zu lernen.“Plattensee 19-07-16

Dieser Eintrag wurde in Ungarn veröffentlicht.

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