Tag 30 – 02.08.2016

 

Um fünf Uhr klingelt der Wecker, ich wecke Sebastian und seine ersten Worte beschreiben meine geistige Verfassung ganz gut: „Häää was was was was??!“. Aber unsere Verwirrtheit weicht schnell einer großen Vorfreude auf die Bootstour. Die Campingplatzbetreiberin fährt uns also zur Anlegestelle von den Booten wo wir alle noch viel zu große Schwimmwesten bekommen und dann zu sechst mit einem kleinen Boot aufbrechen, um die Natur zu erkunden. Also ich muss sagen: „Wow“. Die kleinen Nebenarme der Donau mit der aufgehenden Sonne, Nebel und dazu noch die artenreiche Tierwelt. Links und rechts von unserem Boot tauchen immer wieder alle möglichen Arten von Fischreihern, Enten, Schwänen, Möwen, Bachstelzen, weitere Vogelarten, die ich nicht zuordnen kann, Seerosen, Frösche, Pelikane und ab und zu lässt sich auch mal ein Eisvogel blicken, die aber ziemlich schnell wieder weg fliegen. Donaudeltatour1Donaudeltatour2

Hier im Donaudelta gibt es die einzigen frei lebenden Pelikane in ganz Europa. Die sind ganz schön groß… Auf Bildern sehen die nie so groß aus, aber in echt sind sie größer als Schwäne. Einmal müssen wir auch durch Seerosen fahren, weil die Fahrrinne zugewachsen ist und der komplette Motor ist voll mit Pflanzen, die der Fischer, der uns durch die kleinen Kanäle lotst herausmachen muss, was uns etwas Zeit verschafft, um die gesamte Umgebung und Atmosphäre in uns auf zu saugen. Dann ging auch der Motor mal aus und für einen Moment war es komplett ruhig und man hört nur noch die Geräusche der Natur… Dieser Moment war einfach nur herrlich… Da mitten auf dem Wasser zwischen Seerosen, Schwänen, Pelikanen, Möwen, Enten und Frösche zu treiben… Man fühlte wirklich die heile Natur und hatte den Eindruck, dass alles im Einklang mit sich selbst ist. Das war echt wundervoll. Was Geräusche doch alles ausmachen… Eine Kajak- oder Kanutour durch das Donaudelta müsste einfach nur genial sein… Ich hoffe auch, dass dieses Ökosystem erhalten bleibt und nicht, wie immer eigentlich, vom Menschen zerstört wird… Aber ich darf eigentlich nicht meckern, weil wir ja auch die Bootstour gemacht haben, bei der man mit dem Motorboot durch das Naturschutzgebiet fährt… Solange man es nicht übertreibt kann das die Natur ja auch verkraften.

Nach diesem einzigartigen Erlebnis fahren wir an unser heutiges, nicht weniger wundervolles Ziel: das Schwarze Meer! Schon Während der Fahrt haben wir extrem gute Laune, obwohl es mal wieder viel zu warm ist. Die letzten Kilometer fahren wir über eine schlaglochreiche Sandpiste und stellen uns dann in die Dünen circa 20 Meter vom Meer entfernt. Sofort rennen wir an den Strand und genießen es bei diesen Temperaturen am Meer sein zu dürfen. Dann geht es natürlich noch ins Wasser, was richtig warm ist. Ich kann sogar noch einen Mittagsschlaf, der ungefähr zwei Stunden lang geht. Das habe ich echt mal gebraucht. Danach machen wir uns noch etwas Leckeres zu Essen und haben sogar noch Schokolade. Als ich dann schon dabei bin meinen Blogbeitrag für heute zu schreiben, blinkt auf einmal mein Handy. Ne Nachricht. Ich schau drauf und was lese ich da? Meine Freundin hat endlich den Flug nach Thessaloniki (Griechenland) zu mir gebucht!! Die ganze Zeit war es noch nicht sicher, ob sie wirklich kommen kann und eher ein Wunschgedanke. Jetzt ist es endlich wirklich so… Ich freue mich einfach nur übertriebener Maßen! Sonst hätten wir uns nämlich für vier Monate nicht mehr gesehen und dann im Herbst auch nur vielleicht…  Auf jeden Fall freue ich mich, sie in drei Wochen wieder zu sehen. Wir haben uns ja jetzt schon einen Monat lang nicht mehr gesehen und ich vermisse sie wirklich sehr. Man merkt halt meistens erst wenn man weg ist, was man wirklich braucht in seinem Leben.

Nachtrag: Der Sternenhimmel ist wundervoll und man sieht extrem viele Sterne. Um halb elf kommt noch ein belgisches Pärchen mit Sohn und dessen Freundin. Mit dem unterhalte ich mich dann auch noch über den Platz hier. Aber bald werden wir von den Schnaken unterbrochen, die uns fast auffressen…

(Bilder kommen erst morgen, weil meine Kamera, in der die Speicherkarte ist, gerade noch eine Zeitrafferaufnahme vom Sonnenuntergang und Sternenhimmel macht)

schwarzes Meer 02-08-2016

Dieser Eintrag wurde in Rumänien veröffentlicht.

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