Tag 36 – 08.08.2016

Wir stehen auf und gehen noch ein letztes Mal an diesem Platz baden und danach heißt es aufräumen, aufräumen und aufräumen… Das ist leider so wenn man wo länger steht. Jetzt müssen wir nur noch aus den Löchern raus kommen, die der Wind im Laufe der Tage an allen vier Rädern gegraben hat. Das beeindruckt mein Auto aber wenig und wir können einfach raus fahren ohne dass ein Rad durchdreht oder irgendwelche Anzeichen von Schwierigkeiten auftreten. Irgendwann will ich nochmal in den wirklich tiefen und weichen Sand um die Grenzen von meinem Auto herauszufinden. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit wenn meine Eltern dabei sind, um mich wieder raus zu ziehen. Dann geht es für uns nach Constanza. Wir sehen auf der Hinfahrt schon die Seilbahn, aber die sieht ehrlich gesagt nicht so spektakulär aus, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Fahrt weiter nach Constanza rein ist dann doch wieder, wie zu erwarten war, chaotisch und alle fahren durcheinander, Ampeln verstecken sich hinter Bäumen und Laternen, Fußgänger laufen auf die Straße und und und… Das war ein ziemlich großer Schock erstmal für mich nach den fünf Tagen Meer und der sandigen Piste dorthin. Als wir dann endlich einen Parkplatz am Hafen gefunden hatten laufen wir in Richtung Stadt um, so ist der Plan, am Rathaus (so steht es im Büchle) in den Sightseeing Bus einzusteigen. Wir laufen einen echt schönen Weg an der Mole entlang und sehen ganz viele Frachter, die vor der Stadt ankern und darauf warten, in den Hafen zu dürfen. Dann finden wir nach dem Containerhafen noch einen Sportboothafen. Da kommen ziemlich schnell Erinnerungen hoch, an meinen Segelclub. Ich vermisse den Segelclub, das Segeln und die Menschen dort. Dafür kann ich mich schon mal darauf freuen, sie wiederzusehen, wenn ich zurückkomme. Dann kaufen wir uns noch einen Döner und suchen das Rathaus weiter… Wir finden aber weder Rathaus noch irgendwo etwas das nach Sightseeing Bus aussieht und auch alle Passanten, die wir gefragt haben wussten uns nicht zu helfen… Nach zwei Stunden suchen geben wir dann auf und gehen zurück zum Auto und fahren weiter. Wir wollen auf einen Campingplatz am Meer nahe der bulgarischen Grenze, um zu ver- und entsorgen, weil das wirklich dringend nötig ist nach den sechs Tagen frei stehen. Aber finden werden wir nur ein geschlossenes Gatter und eine Wiese daneben… Also fahren wir weiter durch das Dorf und finden noch ein Campingplatzschild, was uns aber nur zu einem abgesperrten Gelände für Zelte führt. Na toll. Aber wir verzweifeln nicht, obwohl es schon halb acht ist und schauen im Internet nach einem Campingplatz in Bulgarien nahe der Grenze finden einen, holen schnell die Reisepässe, fahren an die Grenze, wechseln noch die übrig gebliebenen Lei und schwupp die wupp stehen wir auf einem bulgarischen Campingplatz nahe am Meer und unterhalten uns mit einer Deutsch-Österreichischen Gruppe von Jugendlichen, die aus Serbien mit dem Fahrrad hier her gefahren sind im Rahmen von einem Programm der christlichen Kirche. Das beeindruckt mich dann doch. Schon seit längerem ist es ein Traum von mir mit dem Fahrrad von Zuhause ans Nordkap zu fahren und zurück. Das werde ich auf jeden Fall auch irgendwann noch machen. Vielleicht nächsten Sommer, wer weiß. Mir gefällt beim Fahrradfahren am besten der Gedanke, dass man mit eigener Muskelkraft so weit gekommen ist und eben keinerlei Hilfsmittel wie ein Auto, ein Zug oder ein Flugzeug benutzt. Außerdem sieht man so mehr von der Landschaft, wenn man langsamer unterwegs ist. Und man erfährt ein Land vielleicht ganz anders als mit dem Auto. Je mehr ich darüber nachdenke, desto wahrscheinlicher wird es, dass ich das machen werde, weil es bestimmt wirklich interessant ist und eine ganz andere Erfahrung, weil es körperlich viel anstrengender ist.

Constanza 08-08-16

Dieser Eintrag wurde in Bulgarien veröffentlicht.

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