Tag 38 – 10.08.2016 Bremse kaputt…

Nach dem Aufstehen geht es noch ne Runde schwimmen, frühstücken und dann los ins Balkangebirge zum Wandern. Die Aussicht auf der Fahrt ist schon atemberaubend, weil wir schon durch die Berge cruisen. Auf der kurvigen Bergstraße, die wir fahren sehen wir immer mal wieder so Trinkwasserquellen am Wegesrand und halten auch einmal, um etwas Wasser mitzunehmen. Schön kühles Quellwasser tut echt gut an so einem heißen Sommertag.

Wir haben keine Adresse, Koordinaten oder Ähnliches von dem Stellplatz, an den wir möchten und nur eine Beschreibung. Da standen wir nun an der Abzweigung und wissen nicht, ob links oder rechts. Wir entschließen uns dazu beide Wege auszukundschaften. Gesagt getan. Der erste Weg führt uns zu mehreren Übernachtungsmöglichkeiten an einem Fluss und auf dem zweiten (Schotterweg), der immer holpriger, enger und steiler wird drehen wir irgendwann um, weil wir nicht wissen, wie der Weg weiter geht und wir uns dann an den Fluss stellen möchten.

Geplant haben wir für heute, dass ich noch ein bisschen mein Video schneide und wir dann gegen Abend, wenn es kühler ist noch wandern gehen. Leider wird dieser Plan dann wegen dem Ausfallen meiner Bremsen zerstört. Wir fahren ganz gemütlich auf der Landstraße zurück zu dem Flussplatz, als einfach die Bremse erheblich weniger bremst bei Betätigung, als normalerweise und die Kontrolllampe für die Handbremse leuchtet.

Jetzt bin ich erstmal geschockt. Vielleicht gibt es ja eine ganz einfache Lösung? Bitte… Nein gibt es nicht. Irgendetwas tropft auf die Achse. Vermutlich Bremsflüssigkeit… Also stellen wir uns jetzt doch noch auf den Flussplatz, weil der nur noch einen Kilometer entfernt war und wir ja nicht mitten auf der Straße stehen bleiben wollen. Zum Fluss geht es eine relativ steile Abfahrt runter, die aber mit dem ersten Gang eingelegt und einer „Vollbremsung“ kein Problem darstellt. So jetzt was tun? Ich habe erstmal meinen Papa angerufen. Der weiß immer was zu tun ist. Vielleicht weiß er auch eine einfache Lösung für das Problem wer weiß? Aber nein leider nicht. Klar ist: ohne beziehungsweise mit vielleicht 10% Bremskraft weiter zu fahren ist gefährlich und machen wir auf keinen Fall. Deshalb rufe ich dann beim ADAC an, die dann alles Mögliche wissen wollen und auch genau wissen wollen wo wir stehen. Dann etwa eine viertel Stunde später ruft mich die bulgarische Abschleppfirma an, um nochmal genauer zu fragen wo wir stehen. Genau beim Übermitteln der Koordinaten ging der Handyempfang weg… Na toll… Blöde Berge. Danach hat die nette Dame von der Abschleppfirma aber nicht mehr zurück gerufen… Dann kam eine halbe Stunde später die Nachricht, dass vor einer halben Stunde jemand auf die Mailbox gesprochen hat. Das war wiederrum der ADAC, der mir sagen wollte, dass der Abschleppdienst in etwa ner dreiviertel Stunde kommt. Kaum das Handy aus der Hand gelegt sehe ich ihn auch schon oben auf der Straße fahren.

Dann kam das nächste Problem: die zwei Männer, die mit dem Abschleppwagen kamen sind sich uneinig, ob mein Auto nicht zu groß und schwer für ihren Abschleppwagen ist, der übrigens schon ziemlich verbeult war… Aber sie laden dann trotzdem auf. Beim hoch ziehen von meinem Auto mit der Seilwinde sitzt mein Auto hinten fast mit der Anhängerkupplung auf dem Boden auf, weshalb der eine Mann dann noch Holzbretter holt, um mit dem Hinterreifen darauf zu fahren, damit das Ganze höher kommt. Das klappt dann doch relativ gut, bis auf den Fakt, dass das Holzbrett an  mein Auto geschlagen ist… Aber zum Glück nichts kaputt gemacht hat.

Es ist mittlerweile auch schon acht Uhr abends und an der Werkstatt hängt ein Schild „09-18 Uhr“. Gut dann denke ich wir dürfen hier stehen bis morgen früh und dann wird nach meinem Auto geschaut. Aber nix da. Es kommt direkt in die Halle und der Werkstattmeister und einer der Abschleppwagen Männern gehen in die Grube, um nach meinen Bremsen zu schauen. Nach einer Weile und nachdem sie meine ADAC-Karte abfotografiert haben, damit sie wissen wo sie ihr Geld her bekommen (Ich musste für das Abschleppen nichts bezahlen und es ging echt schnell. Der ADAC ist darin schon echt gut.) fahren die zwei Männer mit dem Abschleppwagen wieder davon. Aber auch nicht lange, denn sie kommen nacheinander wieder mit ihren eigenen PKWs angebraust, um dem Werkstattmeister zur Hand zu gehen. Respekt. Also tauschen sie dann meine Bremsleitung aus und füllen Bremsflüssigkeit nach mit ab und zu einer kleinen rauch und Bier trink Pause. Um halb zehn darf ich dann auch schon wieder fahren. Das ging echt fix und hat auch nur 50 Euro gekostet. 
Ich bin echt glücklich, als ich wieder in meinem Auto sitze und fahren darf, ohne dass die Kontrollleuchte leuchtet und mit einer funktionierenden Bremse. Wir fahren wieder zurück an den Flussplatz und kommen da um viertel vor elf an. Jetzt heißt es erst einmal durchatmen. 
Dass das so schnell geht hätte ich niemals erwartet. Ich dachte, dass wir mit dem Problem jetzt erstmal die nächsten Tage zu kämpfen haben zumindest noch morgen. Außerdem weiß ich immer noch nicht was den Bremsschlauch kaputt gemacht hat. Vielleicht war es ein Steinchen von der Schotterpiste… Aber nach über 4000 Kilometern Fahrt darf so ein im Endeffekt leicht zu lösendes Problem doch mal sein, finde ich. Abgesehen davon war noch gar nichts am Auto. Nicht mal eine Kleinigkeit. Das ist echt toll und bedeutet, dass mich das Auto noch an viele schöne Stellen sicher bringen wird! 

Dieser Eintrag wurde in Bulgarien veröffentlicht.

1 Kommentar auf “Tag 38 – 10.08.2016 Bremse kaputt…

  1. Anonymous sagt:

    Hallo Tobias,
    wir sind mit Euch froh dass alles so gut und schnell behoben
    war.Erholt Euch gut nach dem Schreck und weiterhin viel
    schöne Erlebnisse und viel Spass

    wünschen Euch
    Oma Magda und Opa Theo

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