Tag 4 – 07.07.2016

Der Plan für heute ist wie immer ziemlich grob und heißt deshalb: Prag. Wie wann wo was weshalb bleibt alles offen. Wie jeden Tag. Das ist ja das schöne, dass man auf Reisen alle Freiheiten hat, die man sich nur vorstellen kann. Also es geht um circa halb elf los in Richtung Prag. Natürlich musste auf der Autobahn erst einmal ein Stau sein… Gut als ich dann ca zehn Kilometer vor Prag abgefahren bin und auf den Campingplatz wollte, der angeblich ne super Anbindung zur Metro hat, bin ich tausend Mal im Kreis gefahren, ohne dass ich auch nur ein Anzeichen von einem Campingplatz gefunden hätte. Also habe ich einen Passanten gefragt. Dieser hat mir dann gesagt, dass der Campingplatz vor ein bis eineinhalb Jahren zugemacht hat und an der Stelle, an der er mal war jetzt ein Hyundai Autohaus steht. Na toll… Jetzt ergibt das Sinn, dass ich nichts gefunden habe. Gut also habe ich den nächsten Campingplatz eingegeben, den ich mir herausgesucht habe, der allerdings nördlich von Prag liegt und nicht im Südwesten, wo ich mich befand. Also geht’s los, über Kreuzungen, Ampeln und Fußgängerüberwege und sogar durch zwei Tunnel bis zum anderen Stadtende von Prag. Das Navi hat mich dann auf einer recht großen und gut ausgebauten Straße weiter hinaus aus Prag gelotst. Auf der linken Seite kam dann ein Bauhaus in Sicht und mir ist mein kaputter Abwassertank wieder eingefallen. Der muss also auch noch repariert werden. Irgendwann auf dieser großen Straße musste ich links abbiegen in einen richtig kleinen Schotterweg mit Mauern überall. Da dachte ich mir auch nur: „Nein, bitte nicht schon wieder….“ Zu meiner Überraschung kam dann doch noch ein Campingplatz und der Besitzer kann sogar Deutsch. Uff erstmal Erleichterung. Ich habs geschafft einen Übernachtungsplatz zu finden. Das ist schon mal gut. Jetzt der Abwassertank. Auf geht’s also zu Fuß irgendwie der Nase nach vom Campingplatz aus zurück der großen Straße entlang. Da habe ich dann Sikaflex, Schleifpapier und eine Sikaflexspritze gekauft. Zurück auf dem Campingplatz habe ich dann den Abwassertank trocken und sauber gemacht, einen Joghurt gegessen (Ja das wird noch wichtig), den Boden von dem Joghurtbecher herausgeschnitten um ihn auf das Loch im Tank zu kleben (Siehste). Ich hoffe das ist jetzt auch dicht… So danach gings nach einem kleinen Mittagessen nach Prag rein. Also Ticket an der Rezeption vom Campingplatz gekauft, den Bus fast verpasst, einmal in ne falsche Straßenbahn gestiegen und einmal viel zu früh raus und schon war ich an der Karlsbrücke. Ich laufe also so durch die Altstadt und sehe viele architektonische Meisterwerke. Allerdings konnte ich mit StPrag 07-07-2016 hellädten noch nie viel anfangen und bleibe deshalb wenig beeindruckt. Aber ich muss zugeben, dass ich später, als ich unerwarteter Weise ganz Prag in einem wundervollen Panorama sehe echt ins Staunen komme…

Also erstmal staunen und Bilder machen. Da es schon kurz vor acht Uhr ist entschließe ich mich dazu meine Kamera auf die Mauer zu stellen, von der aus man ganz Prag sieht und eine Zeitrafferaufnahme zu machen. Während ich hier also sitze und einem Straßenmusikanten (mit dem ein paar Chinesen auch schon Bilder gemacht haben) zuhöre, macht ein älteres Pärchen abwechselnd Bilder von sich mit dem Ausblick. Als ich dann anbiete, dass ich ein Bild von ihnen beiden machen kann, merke ich, dass sie zwar Russisch aber kein Wort Englisch sprechen. Gefreut haben sie sich trotzdem. Später kam noch ein Pärchen aus Barcelona, mit denen ich mich dann auch noch unterhalten habe, da die Frau Angst hatte, dass meine Kamera runter fällt, da sie ganz am Rand der Mauer stand, weil ich Prag auf dem Video haben wollte, nicht die Mauer. Es ist echt interessant hier zu sitzen und die ganzen Passanten zu beobachten und in Kontakt mit ihnen zu kommen. Ich glaube, dass das das Reisen erst so richtig interessant macht. Diese kleinen Begegnungen mit Leuten aus allen Winkeln der Welt. Chinesen, die ein Bild mit Straßenmusikanten machen, Russen, die nicht Englisch können, Spanier, die sich um meine Kamera sorgen und meine französischen Nachbarn auf dem Campingplatz. Sowas macht mich einfach froh. Dass sich Leute ganz einfach über simple Dinge unterhalten können, obwohl sie aus verschiedenen Ländern kommen. Jetzt tanzen sogar schon zwei Männer zu der Musik von dem schon zu oft erwähnten Straßenmusikanten. Und da unten balanciert ein Mann auf dem Dach, neben dem Restaurant eine Dachterrasse hat, wo Chinesen ihr Essen fotografieren. Und das alles während ich hier auf dieser Mauer Sitze, mir das vom Sonnenuntergang angeleuchtete Prag anschaue und diesen Text hier schreibe. Ich habe übrigens keine Ahnung wie ich zurück zur Straßenbahnhaltestelle komme. Ich bin, wie immer, einfach losgelaufen ohne wirkliches Ziel oder mir den Weg zu merken. Das ist einfach schön. Langsam werden auch die Touristen weniger, der Straßenmusikant packt zusammen, das Café hat auch geschlossen und stellt seine Müllsacke raus. Deshalb verabschiede ich mich jetzt auch. Bis morgen.

Prag 07-07-2016

Dieser Eintrag wurde in Tschechien veröffentlicht.

1 Kommentar auf “Tag 4 – 07.07.2016

  1. Elburg sagt:

    Hallo Tobias,
    Denke viel an Dich.Genieße diese Reise!
    Deine Oma Elburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.