Tag 58 – 30.08.2016 – Einreise nach Albanien!

Unser heutiges Ziel lautet: Albanien. Wir brechen auf und sagen noch den Kühen tschüss, die uns auf unserem Parkplatz besuchen und fahren in Richtung Grenze, die gar nicht so weit weg ist. Dann am Grenzübergang angekommen ist eine etwas längere Schlange. Wir merken, dass das gar nicht die Einreise nach Albanien ist, sondern erst die Ausreise aus Griechenland… Der Zöllner fragt mich auch nach meiner grünen Versicherungskarte. Ich habe aber nur eine Kopie da, was ihm aber auch ausreicht. Dann muss ich nochmal zu einem zweiten Mann, der nochmal meinen Pass sehen möchte… Keine Ahnung was der jetzt noch macht, aber ich darf dann gleich fahren. Hui. Mama und Papa sind mittlerweile schon längst weitergefahren, weil die vor mir dran waren. Also war ich da ganz alleine an einer Grenze zu einem nicht zur EU gehörendem Land… Sowas ist für mich schon spannend und ich bin ziemlich aufgeregt, aber es hat ja alles super geklappt. Dann kommen wir zur albanischen Grenze, die viel weniger schwierig ist und nach einem Blick auf Reisepässe und Fahrzeugscheine dürfen wir weiter fahren. Dann fahren wir an einen Campingplatz am Ohrit-See, der schon 2-5 Millionen Jahre alt ist. Einer der ältesten Seen auf unserem Kontinent. Auf der Fahrt können wir eine Vielzahl an verschiedenen lustigen Gefährten beobachten. Wir sehen: Eselskutschen, kleine Traktoren, jede Menge Fahrräder, die teilweise echt schwer beladen sind, motorisierte Dreiräder und Roller von Marken, die ich noch nie gesehen habe. Gefühlt ist Albanien weiter weg als Griechenland und erinnert mehr an Marokko… 30-08-2016 Albanien DorfUnd das mitten in Europa. In dem Dorf, in dem der Campingplatz ist wird auch überall Müll verbrannt… Das riecht echt nicht gut, aber ist besser als Müllberge im ganzen Dorf. Außerdem finde ich am Straßenrand auffallend viele kleine Bunker während er ganzen Fahrt schon. Auf den ca 45 Kilometern von Grenze zu Campingplatz sehe ich mindestens 10 Stück und das obwohl ich anfangs nicht darauf geachtet habe. Kurz vor dem Camping wurde ein Bunker sogar als Marienkäfer angemalt. Süß.

30-08-2016 Bunker AlbanienWie ich später lerne wurden diese Bunker unter dem albanischen Diktator Enver Hoxha, der die Macht nach einem Partisanenkrieg gegen die deutschen Besatzungstruppen erlang, gebaut zu Propagandazwecken und weil er selbst Angst vor einer Invasion hatte. Seiner Propaganda zufolge hat er 750.000 Bunker bauen lassen, was ein Bunker alle 200 Meter wäre hier in Albanien. In Realität waren es „nur“ etwa 200.000. Auf jeden Fall viel zu viele…

Als Enver Hoxha dann 1985 starb und überall auf der Welt die stalinistischen Herrschaftssysteme zusammengebrochen sind löste sich auch Albanien von Hoxhas System und das Land stürzte in eine große Ungewissheit, weshalb dann auch viele ins Ausland flüchteten. Das darauffolgende politische System entwickelte sich zu einer korrupten Klientelwirtschaft, weshalb dann durch betrügerische Kreditsysteme ein Großteil der Bevölkerung seine Ersparnisse verlor. Das wiederum führte zu einem extremen Anstieg an Gewalt, wo sogar die OSZE helfen musste 1997. Seitdem geht es bergauf mit Albanien und es wurden schon große Verbesserungen am Strom- und Straßennetz erreicht. Schulden hat Albanien aber trotzdem noch viele… Also hatte das Land echt keine einfache Geschichte und die Einwohner mussten viel mitmachen… Unter Enver Hoxha wurden alle Grenzen verriegelt, weshalb die Entwicklung massiv eingeschränkt wurde. Das ist vielleicht auch der Grund wieso mich hier alles an Marokko erinnert…

Auf jeden Fall gibt es noch eine Menge zu tun hier in Albanien. An der Landschaft und den Menschen allerdings gibt es bis jetzt nichts auszusetzten. Ich bin echt gespannt, was mir die kommenden Tage noch so ins Auge springen wird und wie mein gesamter Eindruck von Albanien dann aussehen wird. Bisher habe ich noch keine Meinung. Nach einem halben Tag hier und 45 Kilometer fahren ist das ja auch noch nicht möglich. Ich möchte mehr sehen.

Der Campingplatz hat sogar eine Waschmaschine, die ich erst einmal in Anspruch nehme, weil ich das letzte Mal meine Wäsche in Rumänien am Donaudelta gewaschen habe. 30-08-2016 Kleidung trocknen

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