Tag 77 – 18.09.2016 – Uuund schon wieder habe ich es getan…

Kurz nach dem Aufstehen laufe ich zu dem Supermarkt, den ich gestern noch gesehen habe ein paar Straßen weiter. Kaum stehe ich vor verschlossenen Türen fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Es ist Sonntag! Zumindest sehe ich noch einen großen Traktoranhänger voll mit Baumwolle, was man ja auch nicht jeden Tag sieht. Es war auf jeden Fall ein schöner kleiner Spaziergang, trotz meines Scheiterns. Auf der Fahrt nach Rafina, von wo aus ich mit dem Bus nach Athen rein fahren möchte sehe ich noch drei große Supermärkte… Das kann doch nicht sein! Ich suche seit Tagen einen Supermarkt und wenn ich nicht einen – nein- DREI finde ist Sonntag…

Naja aber das war nicht meine größte Dummheit heute… Ich habe es nämlich schon wieder getan. Was? Die kleinste, holprigste, engste Schotterpiste treffsicher gefunden… Zwischendurch muss ich sogar durch einen Fluss! Na gut es war ein Bächle, der über die Piste lief… Okay ein Rinnsal… Egal auf jeden Fall habe ich auf solchen Wegen immer nur zwei Sorgen: 1. Dass ich nicht weiter komme und zurück beziehungsweise irgendwie wenden muss und 2. Dass mir jemand entgegenkommt. Beides ist zum Glück wieder mal nicht der Fall. Trotzdem ist es eine sehr steile und holprige Piste gewesen und ich atme erstmal wieder auf, als ich mich wieder auf einer breiten, asphaltierten Straße befinde.

Dann am Campingplatz angekommen nach dem „einchecken“, etwas essen, den Strand (Bild) anschauen und nach dem Passwort für das WLAN fragen, was leider nur am Restaurant ist, ist es schon halb vier und ich entschließe mich nicht, wie ursprünglich der Plan war heute noch nach Athen rein zu fahren. Alleine die Busfahrt dauert nämlich eine Stunde… Griechenlands Hauptstadt knöpfe ich mir morgen vor! 2016-09-18-bucht-rafina

Inzwischen ist es dunkel draußen und irgendwelche Hunde bellen irgendwo. Dazu noch das Starten und Landen der ganzen Flugzeuge, die man in der Ferne blinken sieht. Das ist der Flughafen von Athen. Athen. Ich komme irgendwie noch nicht so ganz auf den Gedanken klar, dass ich alleine (Ja gut mit Begleitung hier und da) bis nach Athen gefahren bin. Und das nicht über Italien und mit einer Fähre geschummelt, nein. Über den Landweg. Dem langen Landweg. Aber ich sehe diesen Weg nicht als Anreise. Nein er ist viel mehr als das. Anreise ist eh ein komisches Wort. Wenn man reist, dann ist man doch unterwegs, um vieles zu entdecken. Und nicht, um wo anzukommen. Ich sage ja auch nicht: „Ich reise jetzt nach Hamburg“, wenn ich einfach auf der Autobahn an einem Stück durch fahre, oder? Was ich sagen will ist, dass ich es mir nie hätte erträumen können, dass ich es schaffe, so weit zu kommen. Alleine. Ja gut ich hatte meine Familie immer zumindest via WhatsApp dabei und euch auch, über den Blog. Aber im Auto saß immer nur ich. Ja, meine Beifahrer mussten immer stehen.

Eines haben mich die 77 Tage jetzt auf jeden Fall schon gelehrt: Willst du nach Athen? Dann setzt dich ins Auto und fahre heute noch los. Muss nicht weit sein, aber heute muss es sein. Denn wenn du nicht anfängst, wirst du dein Ziel nie erreichen. Sei es beim Zimmer aufräumen oder auf dieser Reise. Aber hey. Mein Zimmer ist aufgeräumt und ich steh nicht weit von Athen. Erfolgreich angefangen würde ich sagen.

2 commenti su “Tag 77 – 18.09.2016 – Uuund schon wieder habe ich es getan…

  1. Ringo Brünn sagt:

    Erfolgreich angefangen – Viel Spaß beim weitermachen. Wer nicht losfährt kommt auch nicht an. 😉
    Gruß Ringo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.