Tag 82 – 84: 23.– 25.09.2016 Endlich wieder gesegelt

Das Auto meiner Mama ist wieder repariert. Was war? Nur ein Softwareproblem. Irgendwas hat sich aufgehängt und die in der Werkstatt haben das resettet und alles läuft wieder einwandfrei. Puhh kein Fahrfehler von mir. Ich atme erstmal auf. Danach geht es für mich weiter zum Segelclub.
Dieses Wochenende ist Regatta von unserem Segelclub. Das ist dann auch wieder das erste Mal, dass ich wieder segle seit Juni (!!). So viele Leute sprechen mich an mit „Ahh du auch wieder da, wie schön!“ oder „Reise schon vorbei?“, worauf meine Antwort immer „Nein, nur ne Pause“ lautete. Auf jeden Fall sind alle, mit denen ich rede echt nett und ich habe sehr bald das Gefühl niemals weggegangen zu sein. Der Segelclub ist für mich ein Teil meiner Heimat, weil ich hier viel Zeit schon verbracht habe und alle Leute da echt lieb habe. Dann geht’s raus aufs Wasser!2016-09-25-regatta2 Mit meiner Segelpartnerin Liv, mit der ich auch schon vorher und letztes Jahr gesegelt bin. Wir machen gewohnt viel Unsinn und lachen, blödeln rum und zanken wie ein altes Ehepaar, wenn irgendwas nicht glatt läuft. Nicht zu vergessen unser euphorisches singen zu den verschiedensten Liedern, die in unseren Köpfen herumgeistern. Dazu noch die Sonne, das Wasser und das Boot, was geräuschlos durch das Wasser gleitet. Ach habe ich das alles vermisst! Es ist zwar kaum bis zu wenig Wind, aber Spaß haben wir trotzdem! Bei der Regatta werden wir dann 5. von 10, was nicht schlecht ist, aber noch besser geht. Nächstes Jahr dann!2016-09-25-regatta
Es ist schon Ende September, was bedeutet, dass sich die Segelsaison so langsam dem Ende zuneigt und die Boote jetzt peu à peu aus dem Wasser gekrant werden bis zum Winter hin kein Boot mehr im Hafen liegt. Das ist immer ein trauriger Moment für mich als Segler, aber da bin ich ja dann wieder in Griechenland.
Am Sonntagnachmittag kommt auch noch meine Tante mit meinen drei Cousinen (leider ohne meinen Onkel und Cousin, weil der krank Zuhause bleiben musste) und wir grillen zusammen noch mit meiner Oma und haben eine echt große Tafel mit allerlei Leckereien.2016-09-25-essen
Jetzt sitze ich wieder bei meiner Freundin im Bett mit dem Laptop auf dem Schoß und fange so langsam erst an zu realisieren, dass ich in Deutschland bin. Dass alles wieder „normal“ ist. Aber ich fühle mich immer noch nicht so… Es fühlt sich an wie ein Urlaub. Heimaturlaub eben… Immerhin weiß ich jetzt so Sachen wie den Laptop überall aufladen zu können ohne drauf achten zu müssen und eine gepflegte Dusche mit heißem Wasser viel mehr zu schätzen. Das ist schon ein Luxus, den wir tagtäglich als „normal“ hinnehmen. Solche einfachen Sachen wie zum Beispiel auch „unendlich“ Wasser aus dem Wasserhahn und „unendlich“ Strom aus der Steckdose sind Sachen, die man erst schätzen lernt, wenn sie weg sind und man sich im Wohnmobil zum Beispiel immer drum kümmern muss, dass Wassertank und Batterie nicht leer werden.
Ich finde es wirklich gut, dass ich mich dazu entschlossen habe eine Auszeit in Deutschland zu machen und mich einfach ins Flugzeug gesetzt habe. Trotzdem ist hier alles erschreckend gleich geblieben… Gefühlt habe ich extrem viel erlebt in den vergangenen zweieinhalb Monaten unterwegs und habe mich schon ein Stück verändert was Sichtweisen auf bestimmte Dinge angeht zum Beispiel. Und trotzdem komme ich zurück und alles ist „wie vorher“. Aber nicht ganz. Ich bin nicht „wie vorher“. Ich habe mich ein Stückle weit verändert. Oder bin ich einfach nur mehr „ich“ geworden? Ich weiß es nicht.

2 commenti su “Tag 82 – 84: 23.– 25.09.2016 Endlich wieder gesegelt

  1. Gabi und Marus sagt:

    Hallo Tobias,
    willkommen zurück in der Heimat – und natürlich im Club!!!

    Wir haben wieder mal in Deinen tollen Block reingeschaut – und sind wie alle zuhause gebliebenen überrascht, daß du spontan einen Heimatbesuch eingeschoben hast.

    Verreisen ist sehr schön – aber nachhausekommen ebenfalls. Das zu wissen, daß man wieder NACHHAUSE kommen kann – ist m.E. in der „Fremde“ wohl das Allerwichtigste.
    Du hast dies aus Deiner Sicht sehr anschaulich beschrieben.

    Das Kennenlernen von Leuten wie den Amerikaner in Athen sind m.E. Schlüsselerlebnisse! Menschen denen wir begegenen und mit denen wir uns offen austauschen sind (für mich) mindestens so vielfältig und spannend wie freimde Länder. In Kombination von beidem einfach Ideal – um wieder durchzustarten und die Reise fortzusetzen….

    Doch nutze die Zeit Dich zuhause auch ein wenig zurückzulehnen, und nicht alles alleine bewältigen zu müssen. Das ist OK!

    In dem Sinne – machs weiter gut – wir sind gespannt wieder von Dir zu hören und zu sehen.

    P.S.
    Bist du inzwischen zu einem Griechenlandfan geworden?

    • Tobias sagt:

      Ja das nach Hause kommen ist echt schön. Man merkt auch erst in der Ferne was man an der Heimat so richtig hat.
      Ja ich liebe Griechenland echt und ich denke dass ich auch wiederkommen werde im Verlauf meines Lebens.

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