Tag 85 – 88 26.09.2016 – 28.09.2016 – Fernweh

Gerade sitze ich im Zug. In Richtung meiner Freundin. Also wieder unterwegs und in Bewegung. Die letzten Tage waren für mich zwar wichtig, weil ich viele Sachen erledigt habe, aber nicht wirklich spannend, um hier zu berichten.

Wie ich hier so im Zug sitze und über zwei Stunden lang fahre habe ich echt genug Zeit, um mir alles nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Dabei wird mir etwas bewusst, was ich schon länger unterbewusst schon weiß: Ich will wieder weiter reisen. Meine Pause reicht mir jetzt. Schon beim Mittagessen gestern mit meinem Papa haben wir über viele Sachen geredet, die ich machen kann, sobald ich wieder in Griechenland bin und ich habe wirklich Lust das alles zu realisieren. Mein Alltag seit ich unterwegs bin hat sich geändert und ich habe mich an das Leben auf Reisen so sehr gewöhnt, dass sich Zuhause sein für mich wie Urlaub anfühlt und nicht wie mein Alltag. Ich bin echt froh, dass ich mich dazu entschieden habe mal wieder meine Heimat zu sehen, aber mein Fernweh meldet sich jetzt wieder zu Wort und ich bin auch froh, dass ich diesem Fernweh am Montag nachgeben kann und meine Reise fortsetzen kann. Als ersten Programmpunkt habe ich erstmal den Kanal von Korinth, was bestimmt auch interessant ist, vor allem weil dort irgendwo eine Holzbrücke ist, die runterfährt ins Wasser, wo dann Schiffe drüber fahren können. Das hört sich mega interessant an. Ich habe jetzt auch einen Reiseführer für die Peloponnes, worin ich nachher mal ein bissle drin stöbern werde, um meinem Fernweh noch mehr Futter zu geben.

Noch eine Sache wurde mir durch meinen Heimaturlaub klar: Hier Zuhause verpasse ich wenig. Viel weniger, als ich auf meiner Reise erlebe. Außerdem ist es schön alles wieder hinter mir lassen zu können und noch nicht ans Bewerben fürs Studium denken zu müssen und wieder einfach nur an die Reise und das Morgen zu denken. Denn wenn man so wie ich unterwegs ist und reist, dann lebt man viel mehr im hier und Jetzt und weiß das Heute viel mehr zu schätzen. Wie oft habe ich selbst mir Zuhause schon gedacht: „Das mache ich morgen.“ Aber unterwegs ist das oft nicht möglich und so wird mir zwangsläufig beigebracht Dinge anzupacken. Jetzt und nicht morgen oder das berühmte „Nachher“. Nur so kommt man nämlich an sein Ziel. Ich bin echt gespannt, was mich meine Reise noch lehren wird, abgesehen von Land und Leuten.

„Wenn man mich fragt, warum ich reise antworte ich: Ich weiß wohl, wovor ich fliehe, aber nicht, wonach ich suche.“

Michel de Montaigne

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