Tag 89 – 95 27.09.2016 – 03.10.2016 – Vom Heimkehrenden, der von Zuhause kommt

Mit meiner Freundin zusammen fahre ich am Freitag in den Segelclub, wo am Wochenende eine Regatta war. Natürlich habe ich auch daran teilgenommen am ersten Tag mit einem 420er (Zweimannboot) und dann am zweiten Tag mit einem Laser (Einmannboot), weil meine Vorschoterin („Beifahrerin“) krank wurde… Die Arme… Außerdem waren am Wochenende noch sechs Bootstaufen von neuen Booten oder Boote, die den Besitzer gewechselt haben. Es waren echt viele Leute da und es gab leckeren Rollbraten mit Kartoffelsalat. 2016-10-01-bootstaufeDann heute (Montag 03.10.16) findet die größte Segelveranstaltung des Jahres auf unserem Revier statt, wo immer 60-80 Boote teilnehmen. Ich hätte echt gerne mitgemacht, aber konnte nicht, weil ich vorher aufbrechen musste nach Frankfurt zum Flughafen.

Jetzt sitze ich also hier am Frankfurter Flughafen am Gate und warte auf meinen Flug in Richtung Griechenland. Genauer gesagt: Athen. Am anfange meines Heimaturlaubs konnte ich es überhaupt nicht fassen, dass ich in Deutschland bin. Dass ich wieder zurück bin. Im Heimathafen. Und jetzthabe ich es seit ein paar Tagen erst so richtig realisiert, dass ich nicht mehr unterwegs bin, aber sitze jetzt schon wieder am Flughafen. Ehrlich gesagt bin ich echt froh, dass ich wieder die Segel in Richtung unbekannte Gewässer setzten darf und die Chance habe noch eine lange Zeit weiter zu reisen. Es kommt mir im Moment nur noch so weit entfernt vor. Es ist schon wieder etwas unwirklich, dass ich wieder weg bin… Beim Fliegen hat man ja auch keine Zeit sich seiner Umgebung anzupassen… Man wird einfach in eine neue Kultur, ein neues Land und eine neue Umgebung geschmissen und muss sich dann dort zurechtfinden. Ich zum Beispiel habe noch keine Ahnung wie ich vom Flughafen in Athen zum Campingplatz kommen soll… Aber ich weiß, dass es klappt. Wieso? Weil bisher alles geklappt hat. Irgendwie. Es war vielleicht nicht immer der beste Weg, den ich gelaufen, gefahren oder eingeschlagen habe, aber am Ende war ich immer an meinem Ziel. Und ist nicht das das Wichtige? Ich bin echt selbst gespannt, wie es jetzt für mich weitergeht, weil ich ja selbst noch keinen wirklichen Plan habe, sondern mehr von heute auf morgen lebe auf meiner Reise. Außerdem weiß ich nicht, ob es meinem Auto noch gut geht. Ich hoffe es natürlich. Aber wieso sollte denn was passiert sein? Ich muss los, das Boarding beginnt.2016-10-03-gate

Jetzt sitze ich im Flieger und fliege irgendwo bei Tirana rum. Die Sonne ist mittlerweile untergegangen, nachdem ich noch eine wundervolle Aussicht auf das Bergmassiv der Alpen werfen durfte. Das war wirklich ein beeindruckender Anblick, der schneebedeckten Berge, die teilweise durch die Wolkendecke brechen. Auch so fällt mir eine Sache auf: Egal wie scheiße das Wetter ist. Über den Wolken scheint immer die Sonne. Muss ich das metaphorisch verstehen, dass ich immer mein Glück finden kann, aber es manchmal verdeckt von etwas ist, sodass ich es nicht erkennen kann?  2016-10-03-alpen

Die Aussicht auf das dunkle Land mit den funkelnd beleuchteten Städten ist echt schön und ich würde irgendeine Stadt gerne fotografieren oder filmen, aber dazu ist es im Flieger einfach zu hell und man sieht fast nur Spiegelung durch das Fenster… Schade. Dann genieße ich den Anblick einfach ohne Kamera und behalte es nur für mich selbst. In einer Stunde sollten wir ankommen. Ich bin schon etwas aufgeregt. Zumindest nicht müde das ist schon mal gut. Ich möchte diesen Blogbeitrag ja noch veröffentlichen, sobald ich beim Campingplatz bin. Dazu brauch ich auch noch die Dateien von der Kamera… Ach meinen Reisestress habe ich irgendwie vermisst. 24 Stunden am Tag und Zeug zu tun für locker 35 Stunden. Wo wir gerade dabei sind… Ich bin immer noch nicht dazu gekommen in mein Peloponnes Reiseführer zu schauen für einen Übernachtungsplatz morgen. Das werde ich jetzt noch nachholen! Ich schreibe weiter, wenn ich angekommen bin! 2016-10-03-nacht-flug2016-10-03-athen-nacht

Wie versprochen habe ich es wirklich nachgeholt. Aber bald darauf lande ich auch schon in Athen am Flughafen und stehe vor der nächsten Aufgabe: Wie komme ich zum Campingplatz? Am Flughafen an der Anzeigetafel steht zumindest, dass noch ein Bus in meine Richtung geht. Nachdem ich dann drei Leute angesprochen habe finde ich auch den Bus und bin eine Stunde später, weil ich von der Bushaltestelle noch fast 2 Kilometer laufen musste am Campingplatz. Ohne dass ich irgendwie verzweifelt bin oder keinen Plan hatte. Es hat alles reibungslos geklappt. Das hätte ich am Anfang meiner Reise nicht so souverän lösen können beziehungsweise mir nicht zugetraut. Nun. Ich bin wieder in meinem Nävle, der auch mein Zuhause geworden ist. Alles ist noch so, wie ich es hinterlassen habe. Schade. Hat keiner aufgeräumt. Nein – kleines Scherzle. Ich bin echt froh, dass meinem Auto nichts passiert ist und alles gut ist.

Gefühlt habe ich heute nicht viel gemacht, aber wenn ich mal genau nachdenke, dann war ich heute Morgen noch mit meiner Familie am Frühstückstisch gesessen im Segelclub und war sogar noch für zwei Stunden auf dem Wasser. Und jetzt bin ich bei Athen in meinem Auto und fühle mich hier so Zuhause wie immer. Zuhause ist mein Auto für mich auf jeden Fall geworden. Also bin ich von Zuhause nach Hause gekommen. Mittlerweile habe ich auch mehr realisiert, dass ich in Griechenland bin und hier weiter reisen darf. Es ist schon genial, dass ich mein Zuhause einfach mitnehmen kann und hinstellen kann, wohin ich will. Das sind eben die Vorteile, wenn ich mit dem Wohnmobil unterwegs bin. Ich freu mich auf morgen! Gute Nacht!

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