Tag 96 – 04.10.2016 – Kanal von Korinth

Nach dem Aufstehen und Duschen darf ich erstmal noch alle Sachen vom Flug wegräumen, die ich gestern einfach nur rein gestellt habe. Danach baue ich den zweiten Ventilator hinter den Kühlschrank ein, den ich in Deutschland bestellt hatte, damit die Wärme noch besser abgeführt werden kann. Anschließend wird ver- und entsorgt, bezahlt, aufgeräumt und die Nachbarn noch danach gefragt wo ich einen Lidl finde, weil die gerade darüber geredet haben (auch Deutsche). Nach dem Einkaufen und dem Einkauf wegräumen, was ziemlich lange gedauert hat, weil ich alles gebraucht habe, kann ich endlich frühstücken.
Jetzt steht auch mein erster Programmpunkt an nach einer fast zweistündigen Fahrt: der Kanal von Korinth. Darauf habe ich mich schon länger gefreut. Als ich dann dort ankomme und mein Navi sagt: „Ziel erreicht“ finde ich den Kanal erstmal nicht… Aber dann plötzlich bin ich auf der Brücke und biege auf den nächsten Parkplatz. Wieder zu Fuß auf der Brücke kann ichs nicht fassen. Die Dimensionen des Kanals sind einfach nicht erfassbar für mich. Es sieht aus wie eine kleine Schneise im Fels. Diese kleine Schneise ist aber 80 Meter tief und unten 24,6 Meter breit. Das wird mir erst so richtig bewusst als sich ein „normales“ Sportmotorboot in der Ferne im Kanal beim Nähern als halbe Superyacht herausstellt, die nur so klein aussieht, weil der Kanal riesig ist.2016-10-04-kanal-von-korinth-1 2016-10-04-kanal-von-korinth-2 Das Ganze von der einen Brücke zu sehen, wo alle Touris drauf sind ist mir aber nicht genug. Deshalb laufe ich über kleine Wege den Kanal entlang zur übernächsten Brücke. Unterwegs werde ich fast von einem zähnefletschenden Hund angegriffen, dem ich wahrscheinlich zu nah an seinem Grundstück war… Zum Glück ist aber nichts passiert und ich wurde nur aus einem Meter Entfernung angebellt und angeknurrt. Von der übernächsten Brücke kann ich dann sogar beobachten, wie zwei Schiffe über die Holzbrücke am Ende vom Kanal fahren, die ein paar Meter in die Tiefe fährt, weil es anscheinend einfacher zu konstruieren war, als ein Klappmechanismus.
Der Kanal wurde von 1881 bis 1893 gebaut, ist etwas über 6 Kilometer lang und wie gesagt 80 Meter tief und unten 24,6 Meter breit. Die Wassertiefe im Kanal beträgt nur 8 Meter. Das und die Breite verhindert, dass große Frachter den Kanal passieren können. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass man sich 1881 einfach keine größeren Schiffe hat vorstellen können. Gebaut wurde dieser riesige Kanal nur, um zwischen den Häfen von Aegean und dem Adriatischen Meer abzukürzen. Das allerdings um 131 Seemeilen. Das sind fast 243 Kilometer. Also eine große Verbesserung und auch den großen baulichen Aufwand wert.2016-10-04-kanal-von-korinth-3 Zurück zu meinem Auto gehe ich dann, um den Hund zu vermeiden auf der anderen Kanalseite. Das Problem hierbei ist nur, dass mich mein Weg immer weiter runter führt und ich eigentlich ganz hoch muss. Das führt dann dazu, dass ich über eine alte in den Fels gehauene Treppe, die schon halb verschüttet ist ein paar Höhenmeter hoch klettern darf. Das war zwar weniger gefährlich als der Hund, aber auch nicht ungefährlich, weil abrutschen mit runterfallen geendet hätte…Danach muss ich noch 100 Meter an einer Schnellstraße entlang laufen bis ich wieder zurück am Auto bin. Irgendwie hatte ich mir vorgestellt, dass es bessere Wege entlang des Kanals gibt. Naja hat ja alles geklappt.
Mein Übernachtungsplatz für heute ist auch schnell gefunden und ich stehe mal wieder – wer hätte es gedacht – am Meer. Hier angekommen setze ich mich einfach an den Strand für eine Stunde. Einfach so ohne Grund. Aber ich habe die Aussicht und das Meer genossen!2016-10-04-meer Wie immer in Griechenland sind hier natürlich wieder wundervolle Berge überall in Sichtweite. Zum Abendessen gibt es dann leckere Maiskolben mit Würstle. Das ist auch so eine Sache, die ich mir in Deutschland vorgenommen habe: Mehr und abwechslungsreicher essen. Es gab nämlich schon Tage, an denen habe ich nur ein Brot zum Frühstück oder gar keins wenn keins da war und dann gegen Nachmittag/Abend Nudeln mit Soße. Und das dann ein paar Tage hintereinander. Jetzt möchte ich auf jeden Fall wieder drei Mahlzeiten am Tag und auch mal andere Sachen als Nudeln machen. Das ist ja gesünder und so. Oh schon so viel geschrieben… Ja ich habe heute auch schon wieder echt viel gemacht dafür, dass es mein erster Tag wieder hier in Griechenland ist. Ich liebe meinen Reisealltag. Manchmal hab ich zwar auch die Nase voll davon, aber meistens liebe ich ihn. Wieso? Ich habe immer was zu tun und nur Langeweile, wenn ich mir gar nichts vornehme für den Tag, was aber irgendwie nie der Fall ist. Noch dazu erlebe ich fast jeden Tag echt viele tolle Sachen und lerne selbstständig zu werden. Das ist auch der Grund wieso ich jeden Tag einen Blogbeitrag schreibe. Weil ich jeden Tag was zu berichten habe unterwegs. Zwar mal mehr und mal weniger aber ich habe nie nichts gemacht oder erlebt. So das wars aber erstmal wieder für heute von mir! Wer es bis hier hin gelesen hat, hat über 800 Wörter gelesen. Also spreche ich hier nur noch die Personen an, die es wirklich interessiert, was ich schreibe und an die möchte ich gerne noch was sagen: Danke. Ich danke euch, dass es euch gibt und ihr meine Beiträge lest und auf meinen Blog schaut und meine Videos guckt! Auch an die, die nie einen Kommentar oder sonstiges hinterlassen. Ich sehe trotzdem, dass ihr da wart. Das gibt mir dann auch selbst die Motivation Beiträge zu schreiben oder Videos zu schneiden. Klar die sind auch für mich und eigentlich in erster Linie für mich, aber es ist trotzdem schön, dass es Leute interessiert, was ich hier mache. Vielleicht motiviere ich ja damit auch andere Leute aufzubrechen und zu reisen. Wer weiß?

„Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt. Sieh sie dir an.“

– Kurt Tucholsky

2016-10-04-stellplatz

1 Kommentar auf “Tag 96 – 04.10.2016 – Kanal von Korinth

  1. Hallo Tobias

    Schön, das du wieder unterwegs bist. Ich wünsche dir viele tolle Erlebnisse.
    Es macht riesig Spaß, deine Beiträge zu lesen.
    Bleib schön neugierig.

    Gruß Christine aus Treuchtlingen.

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