Tag 99 – 07.10.2016 – Vulkanbesuch mit Aussicht

Das ruhige Meer mit dem strahlend blauen Himmel und der grandiosen Aussicht in der Bucht, in der ich übernachtet habe lädt ein einfach hier zu bleiben und zu entspannen. Aber das mache ich nicht, denn für mich geht es heute auf die Methana-Halbinsel, auf der es 300 Vulkane verborgen geben soll. Zu einem der größereren möchte ich hoch laufen. Dorthin kommt man nur durch kleine Dörfer mit engen Straßen und steilen Serpentinen. Also wieder eine interessante Fahrt.

Der „Wanderparkplatz“ ist eine Parkbucht am Straßenrand und der Wanderweg scheint zunächst auch sehr unscheinbar. Bald führt er mich aber über Felsbrocken, an tollen Blumen vorbei in ein riesiges Lava Feld.2016-10-07-lava-feld Ich laufe dann also durch die Gesteinsformationen erkalteter Lava hinauf zum Vulkan selbst. Da ist aber nicht mehr so viel zu sehen eigentlich nur eine kleine Felsspalte… Viel interessanter allerdings wird es, als ich mich umdrehe. Der Blick vom Vulkan runter aufs Meer, das Lava Feld und die umliegenden Berge mit den vorgelagerten Inseln. Wow. So wow, dass ich erstmal fast eineinhalb Stunden hier oben sitzen bleibe und das Ganze auf mich wirken lasse.2016-10-07-aussicht-2 2016-10-07-aussicht-3 Etwa nach einer Stunde kamen noch weitere deutsche Touristen hoch, die mir erzählen, dass sie vor drei Tagen mit dem Motorboot auf dem Meer hier vorbei gefahren sind. Nachdem sie eine viertel Stunde auch die Aussicht genossen haben machen sie sich wieder auf den Herunterweg. So ist das halt mit den Touristen. Nie haben sie Zeit. Ich dagegen, obwohl ich auch Tourist bin, habe mehr Zeit, weil das heute mein einziger Programmpunkt ist und ich schon um halb zwölf auf dem Vulkan war. Mein Aufbruchssignal kam nicht von mir. Es kam von den schwarzen Wolken, die aussahen, als würden sie den Regen mitbringen… Also wieder zurück zum Nävle. Kurz nachdem ich in die Kabine gegangen bin beginnt es auch zu regnen. Das nenne ich Zeitmanagement! Zum Glück aber nicht lange und ich beschließe an den gleichen Strand zurück zu fahren von letzter Nacht, weil der nur 15 Kilometer entfernt ist und zu meiner Route passt. Dort angekommen und nach dem Mittagessen packt mich so ein „Ich will raus“ – Gefühl und ich schnapp mir mein Handy, meinen Lautsprecher, Kekse und setz mich an den Strand und mach Musik an. Ich hab das Handy nur ab und an benutzt, um das Lied zu wechseln oder mal ein zwei Nachrichten auf WhatsApp zu beantworten, aber ansonsten saß ich über drei Stunden einfach nur am Strand, hab mit den Steinen gespielt und die Aussicht genossen. 2016-10-07-meerWieder war mein Aufbruchssignal nicht von mir sondern von der Umwelt, weil die Sonne mittlerweile hinter den Bergen verschwunden war und mir im Wind so langsam kalt wurde. Also wieder rein. Ich weiß auch nicht was heute mit mir los ist, dass ich den ganzen Tag nur rum sitze und die Landschaft genieße… Vielleicht liegt es daran, weil mir heute erst so richtig bewusst wurde, was ich hier machen kann und darf und wo ich mich gerade befinde… Klar ich wusste es vorher auch, aber hatte es noch nicht wirklich realisiert.
Gegen Abend beginnt dann ein richtiges Gewitter. Und mit richtig meine ich richtig. Sturmböen, dicke Wassertropfen, Blitze und Donner erschüttern mein armes Auto. Das wird so schlimm, dass ich mich dazu entschließe um zu parken, sodass der Wind direkt von vorne kommt. Auf dem Weg von der Kabine ins Auto, der ja nicht lang ist, wurde ich einmal komplett geduscht. Als ich dann im Auto saß und den Motor und das Licht angemacht habe, habe ich mich wie in einem Weltuntergangsfilm gefühlt. Scheibenwischer auf schnellster Stellung und trotzdem zu viel Wasser auf der Scheibe, das Meer, wo meterhohe Gischt am Ufer zu sehen ist, ab und zu ein tiefes Donnergrollen, die Landschaft, die nach ein paar Metern einfach nur noch schwarz ist und aufzuhören scheint und dazu noch hier und da ein Blitz… Ich bin auf jeden Fall wieder froh drinnen im Trockenen und Sicheren zu sitzen. Das ist eine krasse Veränderung zu heute Morgen, wo alles so friedlich, idyllisch und ruhig hier aussah… Wenn ich da Gewitter überlebe, melde ich mich morgen wieder.

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